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Buchcover: Reinhard Abeln: Die schönsten Geschichten vom Christkind

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Die schönsten Geschichten vom Christkind von Reinhard Abeln

erschienen bei Lahn

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

in mein Bücherregal

Stimmungsvolle, unterhaltende und anrührende Geschichten vom Christkind hält das gleichnamige Buch vom Lahn Verlag für Kinder, Eltern und Großeltern bereit. Mit diesem Buch hat Reinhard Abeln eine gelungene und wohl überlegte Auswahl an Geschichten und Gedichten getroffen, die wunderbare Begleiter in der Advents- und Weihnachtszeit sind.

Natürlich und ganz richtig finden wir zu Anfang des Buches den Klassiker, wenn es um das Christkind geht: „Denkt euch – ich habe das Christkind gesehn!“ Ein altes und immer noch sehr berührendes Gedicht, das wie kein anderes Kindheitserinnerungen und damit Weihnachtsstimmung wachruft. Neben diesem Klassiker finden sich noch drei weitere Gedichte bzw. ein Lied in dieser Sammlung. In der Mehrzahl sind es aber Kurzgeschichten, die Weihnachten mit dem Christkind von ganz unterschiedlichen Seiten beleuchten.

„Wie Ochs und Esel an die Krippe kamen“ stimmt uns auf nostalgische Weise auf die Botschaft der Heiligen Nacht ein – nur der Ochse und der Esel hatten die Demut und die Aufrichtigkeit in ihren Herzen, um dem Kinde hilfreich zu sein. Denn der Löwe, der es mit Zähnen und Klauen verteiden wollte, war dem Engel zu grimmig; der Fuchs war dem Engel zu falsch, denn er wollte durch seine schlechten Taten hilfreich sein und der stelzende Pfau mit seinem schillerden Gefieder war dem Engel zu eitel, wollte er doch den armeseligen Stall mit seiner Gegenwart schmücken.

„Der Engel im Gipsarm“ dagegen erzählt eine Geschichte aus unserer Gegenwart. Dang, ein kleiner Junge aus Vietnam, der nach dem Krieg hier liebevolle Adoptiveltern gefunden hat, möchte unbedingt den „Verkündigungsengel“ beim alljährlichen Krippenspiel spielen. Trotz aller Einwände, dass etwa sein Haar nicht golden sei und seine Stimme nicht lieblich klinge, bekommt er die Rolle. Als er das Fliegen vom Garagendach übt, bricht sich Dang den Arm und muss einen Gipsverband tragen. Da kommen erneut massive Einwände von einer Mitschülerin, die auch gerne die Rolle des Verkündigungsengel hätte. Doch die Lehrerin lässt sich von Dang überzeugen, dass er der Richtige für diese Aufgabe sei. So sind einige Besucher des Krippenspiels zunächst irritiert, als sie den so fremdartig anmutenden Engel – noch dazu mit Gipsarm – auf der Bühne sehen. Doch Dang legt so viel Herzblut in seine Darbietung, dass alle verstehen, dass es nicht darauf ankommt, wie einer aussieht und ob er die Arme ausbreiten kann, sondern dass es einzig und allein auf die Botschaft ankommt.

Ebenso aus unserem Alltag mag die Geschichte vom „Christkind im Schubkarren“ stammen. Das Christkind ist aus der Krippe in der Kirche verschwunden – ist es gestohlen worden? Der Pfarrer macht sich auf die Suche und auf seinem Weg trifft er einen kleinen Jungen, der das Christkind in einer neuen roten Schubkarre spazierenfährt. Es stellt sich schließlich heraus, dass der Junge das Christkind keinesfalls stehlen wollte. Er hatte dem Christkind nämlich versprochen, dass, wenn es ihm die so innig gewünschte Schubkarre zu Weihnachten schenke, er es dann als erstes darin spazierenfahren würde. Und so hat der kleine Junge einfach nur sein Versprechen gehalten.

Kurz, aber dennoch sehr berührend habe ich die Geschichte vom Hirten empfunden: Ein alter Hirte wird vom Weihnachsstern zum Christuskind geführt. Er findet es nicht in der schönen Stadt und auch nicht in dem prächtigen Schloss. Als der alte Mann auf ein Feld kommt, auf dem es nur eine alte Hütte gibt, will er schon umkehren, doch der Stern signalisiert ihm unmissverständlich, dass er genau hier richtig ist. Als er sich nähert, findet er Maria und Josef schlafend vor, das Kind jedoch ist wach sieht ihn an. Der alte Mann ist erschrocken, wie arm das Christuskind doch ist und legt seinen Mantel wärmend über ihn. Da lächelt ihn das Kind an und der Hirte vergisst alle Armut und eine übergroße Freude steigt in ihm auf.

So finden wir eine ganze Reihe verschiedener Kurzgeschichten mit und um das Christkind in diesem Sammelband vor. Unter anderem auch eine Geschichte von Janosch über „Ein Geschenk für den Vogel“. Aber auch „Hans-Peters schönstes Weihnachtsgeschenk“ von der unvergesslichen Mira Lobe macht einfach Freude und bringt vielleicht auch unsere Kinder auf die Idee, Freundschaft mit Kindern auf dieser Welt zu schließen, denen es nicht so gut geht.

Die Mehrzahl der Geschichten, die kurzweilig und interessant geschrieben sind, haben gemeinsam, dass sie ihren „Schatz“ bis zum Schluss verwahren, um uns nachhaltig zu beeindrucken. So finden wir traditionelles neben neuem und leichtes neben manchen, das uns schon sehr nachdenklich stimmen kann, wie zum Beispiel „Die Geschichte vom Weihnachtslicht“. Eine sehr schöne Geschichte über das Licht in uns allen.

Die Sprache allerdings ist an so manchen Stellen etwas schwierig – und ganz den klassischen Weihnachtsgeschichten typisch, ist sie oftmals auch reichlich blumig. Dies wird aber Kindern ab fünf Jahren keine Probleme bereiten. Jedoch für jüngere Kinder können die Geschichten etwas zu anstrengend werden und zum „Abschalten“ führen. Sehr angenehm aber ist die Länge der Geschichten, die schnell erzählt sind ohne aber oberflächlich zu wirken. So kann man die Adventszeit mit diesen Kurzgeschichten richtig dosiert anregen und für „weihnachtlichen Gesprächsstoff“ sorgen – und das im besten Sinne des Wortes. Denn in keiner dieser Geschichten geht es um das blosse Beschenken. Eine wahre Wohltat für alle, die der Adventszeit und dem Weihnachtsfest gemeinsam mit ihren Kindern Sinn geben möchten.

Manchem mag es zuweilen etwas kitschig erscheinen, aber ich finde, dass das Sentimentale zu Weihanchten gehört, wie die Schneeflocken, die uns ja leider im Flachland nur allzu oft im Stich lassen. (Ausnahmen bestätigen die Regel.) Also gönnen wir uns ein wenig Sentimentalität, um in die richtige Weihnachtsstimmung zu kommen.

Die Illustrationen von Hartmut Bieber wirken in ihrer warmen Farbgebung fröhlich und verspielt. Vor weißen Hintergrund versprühen sie winterlichen Charme und werden Kindern in ihrer klassisch-weihnachtlichen Darstellung gefallen. An einigen Stellen jedoch, hätten sie ein wenig besser auf die Geschichten zugeschnitten sein könnnen. Sie spielen für dieses Buch zwar keine massgebliche Rolle – sind sie doch eher „Begleitmusik“ zu den Geschichten – doch es ist schade, dass sie manchmal so gar nicht passen wollen und das dazugestellte Bild eher dekorativ wirkt.

Fazit:

Das Buch „Die schönsten Geschichten vom Christkind“ beinhaltet wirklich eine gelungene Auswahl an alten und neuen Texten, von bekannten und weniger bekannten Autoren. Die Kurzgeschichten sind fröhlich, besinnlich und so manches Mal auch sehr gefühlvoll. Eben genau das richtige für die Adventszeit. Gerade für all jene, die an das Christkind glauben, sind es stimmungsvolle Geschichten, die einmal nicht vom Weihnachtsmann und seinem berühmten Rentierschlitten handeln.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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