Inhalt überspringen

Buchcover: David Almond: Mina

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Mina von David Almond

erschienen bei Ravensburger

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

in mein Bücherregal

Mina sitzt in einem Baum und schreibt Geschichten. Sie nimmt mit der Frühlingsgöttin Kontakt auf und beobachtet Staub dabei, wie er in der Sonne tanzt. Außerdem hat sie ein eigenes Haus, in dem Eulen wohnen. Mina ist ein außergewöhnliches Mädchen und auch ein bisschen merkwürdig. Mina ist einfach anders.

Mina sitzt am liebsten in dem Baum vor ihrem Haus und betrachtet das Vogelpärchen, das dort ein Nest hat, oder sie beobachtet die Leute, die auf der Straße vorbeikommen. Alles was sie erlebt und was ihr gerade einfällt, schreibt sie dort in ihr Tagebuch. Mina weiß, dass sie ein wenig merkwürdig ist und findet es ein bisschen schade, dass sie keine Freunde hat, aber eigentlich mag sie sich wie sie ist: aufgeweckt und fröhlich. Weil sie in der Schule immer wieder angeeckt ist, wird sie von ihrer Mutter zu Hause unterrichtet. Mina und ihre Mutter verstehen sich prima und verbringen gerne Zeit miteinander. Ihr Vater ist schon gestorben, als Mina noch ein kleines Mädchen war. Einmal läuft Mina bei Ausgrabungsarbeiten im Stadtpark in einen dunklen, unterirdischen Gang, weil sie von Hades in der Unterwelt gehört hat und ihren Vater von dort befreien will. Von ihrem Opa hat Mina ein Haus geerbt, in dem sich Eulen ein Nest gebaut haben. Eigentlich müsste das Loch, durch das die Tiere auf den Dachboden gelangt sind, verschlossen werden, sagt Minas Mutter, aber Mina will, dass die Eulen bleiben können.

Während sie wieder einmal in ihr Tagebuch schreibt, beobachtet sie von ihrem Baum aus, wie im Haus gegenüber neue Nachbarn einziehen. Die Familie hat einen Sohn in Minas Alter. Er guckt zwar immer grimmig, weil ihm das neue Zuhause offensichtlich nicht gefällt, aber Mina findet ihn irgendwie nett. In ihrem Tagebuch spricht sie sich selber Mut zu, um ihn eines Tages vielleicht doch anzusprechen.

Der vielfach ausgezeichnete, britische Autor David Almond ist dafür bekannt, dass er Kinder – und Jugendbücher mit philosophischer Bedeutsamkeit schreibt. Auch mit seinem neuen Kinderbuch „Mina“ ist er seiner gehaltvollen Linie treu geblieben, philosophische Bücher zu schreiben, die sowohl Kinder als auch Erwachsene erreichen. So geht es in „Mina“ im Kern um die Essenz des Lebens, um Leben und Tod, um die Schöpfung und damit verbunden, um die vielen kleinen Wunder und Details, die auf ein großes Ganzes hindeuten, das zu erkennen uns Menschen manchmal schwer fällt.

In „Mina“ verleiht der Autor David Almond der gleichnamigen Hauptdarstellerin eine eigene Stimme, indem er sie selbst, mit Hilfe ihres Tagebuches, zum Leser sprechen lässt. Geradeheraus und sehr ehrlich zeigt der Text ihre Persönlichkeit und ihre Gefühle. Das Buch lebt von Minas Andersartigkeit, was sehr deutlich durch ihren eingängigen und facettenreichen Schreibstil hervorgehoben wird. Da sich Mina in ihrer Freizeit sehr viel mit dem Schreiben beschäftigt, entwickelt sie ein buntes Sammelsurium an verschiedenen Stilen, die sie immer wieder miteinander verbindet. Sie verfasst Gedichte, erzählt Geschichten oder reiht über zwei Seiten hinweg Worte zu einem bestimmten Thema aneinander.

Mina verwendet sehr gerne komplizierte Worte, wie etwa Metempsychose oder Archäopteryx, weil deren Klang sie faszinieren. Sie spielt mit ihnen lautmalerisch, indem sie sie in einzelne Silben aufspaltet, langzieht oder groß und fett in ihrem Tagebuch aufschreibt. Sie erfindet auch neue Worte, wie etwa „nonsensisch“, ein Adjektiv für etwas, das keinen Sinn macht. Manchmal, wenn Mina traurig ist, wird ihr Schreibstil einfacher und kindlicher. Dann verwendet sie auch den ein oder anderen Kraftausdruck, wie zum Beispiel „Pisse“, was sie in ihrer Haltung jedoch authentisch wirken lässt. Beim Schreiben versucht sie, den Leser an ihrer Perspektive und an ihrer Begeisterung für Sprach- und Gedankenspiele teilhaben zu lassen. Immer wieder fordert sie dazu auf, ihre „Außergewöhnlichen Aktivitäten“ nachzuahmen, wie zum Beispiel mit der Idee „Schreibe eine Seite mit Wörtern für Freude“. So wird aktiv die Kreativität von den jungen Lesern gefördert.

Minas Tagebuch lässt sich relativ gut in zwei grundlegend verschiedene Textabschnitte aufteilen. In einem lässt Mina ihren Gedanken freien Lauf und schreibt, wie oben beschrieben, sehr abwechslungsreich nieder, was ihr gerade in den Sinn kommt, oder was sie in der Welt um sie herum beobachtet. Dabei berichtet sie ab und zu auch aus ihrem Leben, jedoch eher unvollständig und unbestimmt. Was wirklich in ihr vorgeht und was sie persönlich erlebt, erzählt Mina hingegen in ihren Kurzgeschichten über sich selbst und verfasst sie in der dritten Person. Diese Erzählungen sind nicht chronologisch angeordnet, sondern werden von Mina ab und zu in ihr Tagebuch eingeflochten und beziehen sich hauptsächlich auf vergangene Ereignisse. Anfangs ist es etwas schwierig zu erkennen, ob diese Geschichten wahr oder fiktiv sind und wie die einzelnen Ereignisse zusammen hängen mögen. Aber einmal von der Neugier gepackt, dringt man unversehens tiefer in Minas Leben ein. Schließlich fügen sich die einzelnen Versatzstücke, Gedankenspiele und Ereignisse wie Puzzleteile zusammen, bis man sich in ihrer achtungsvollen Welt zu Hause fühlt.

Mina hat eine ganz spezielle Art zu denken. Sie stellt zum Beispiel gerne „erstaunliche“ Tatsachen fest, unter anderem, dass Staub zum größten Teil aus toter menschlicher Haut besteht. Dabei entwickelt ihre Denkweise eben jene philosophischen Züge, für die Davids Almonds greifbare Beispiele bekannt sind: Sie macht sich Gedanken über das Leben, Wiedergeburt und Gott. Ihr Faible für ihre gefiederten Freunde, die Vögel, stellt sie schließlich vor die Frage, ob die Nachfahren der Dinosaurier vielleicht die Stimme Gottes sind.

Ihre unkonventionelle Sicht auf die Welt regt auch den Leser dazu an, nachzudenken und andere Blickwinkel einzunehmen.

Fazit:

So wie Mina selbst, ist auch David Almonds Erzählung wunderbar einzigartig und einprägsam. Minas Gedichte, Erzählungen und Wortspiele sowie ihre unkonventionellen Ansichten regen zum Nachdenken an und klingen noch lange nach.

Anna Fleckenstein

 

Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

Lina S. meint:
NinaRommes meint:
Es ist ein wunderbares Buch wenn man es liest denkt man wäre Mina.Man denkt man wäre im Buch.Die Zusammenfassung ist schon bewundernd.
Auch der Name schon ist anders als die normalen es ist ne Michung zwichen Nina und Mia.
Maira meint:
Ich finde das Buch grandios! Um ehrlich zu sein bin ich erst am Anfang aber ich bin jetzt schon gefesselt und fasziniert! Gäbe es mina wirklich wäre ich gerne ihre Freundin! Sie ist ein tolles Mädchen; sie ist kreativ, schau und witzig! Ich empfehle dieses Buch dringend weiter, denn es ist traurig, witzig und sehr einfallsreich! Hut ab,david almond, hut ab!
Linnya meint:
Also ich finde das Buch super. Es ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher, ich selbst bin 14 Jahre alt und erkenne mich in Mina total wieder. Sie ist wie ich, und sie fasziniert mich. Sie denkt über die gleichen Dinge nach wie ich, und irgendwie macht mir dieses Buch Mut... David Almond ist auf jedenfall eins meiner Vorbilder.
Love meint:
Ich habe Mina gelesen und ich liebe das Buch! Ich war wierklich gefesselt im Buch. WOW!! Ich bin richtig gespannt op es weiter geht. Ich glaube es ist ein Buch das einem Mut macht, für alle die sich als Aussenseiter fühlen...
Lisa meint:
Ich habe Mina gelesen, weil ich es für ein Seminar in der Uni brauche.

Ich persönlich fand das Buch absolut schrecklich und hätte es sehr gerne nach den ersten 30 Seiten weggelegt.
Gerade für jugendliche Menschen, die mitten im Leben stehen und viele Dinge unternehmen ist das Buch absolut nicht zu empfehlen.
Carin meint:
ich finde das buch ziemlich langweilig. bin erst am anfang und habe jetzt schon kein bock mehr weiterzulesen. zum glück habe ich es nur in einer bibliothek ausgeliehen, das buch würde ich mir nämlich nie kaufen.
Nanni meint:
EIGENE MEINUNG:

Mina ist ein ganz besonderes Mädchen. Sie ist anders als die anderen Kinder in ihrem Alter und hat es dadurch nicht immer leicht. Sie wird als „Freak“ bezeichnet, dabei hat sie einfach nur eine ganz andere Sicht auf die Welt und liebt Wortspielereien. Sie ist sehr sensibel und wird oft missverstanden, wenn sie sich so ihre eigenen Gedanke über irgendwelche Dinge macht. Außerdem vermisst sie ihren Vater und ihr sehnlichster Wunsch ist es, ihn wieder bei sich zu haben.

Mit seiner sehr gefühlvollen und zauberhaften Schreibe, die so viel Lebensfreude vermittelt, hat Autor David Almond eine Protagonistin kreiert, die jedem Leser sofort ans Herz wächst. Mina ist unglaublich weise und kindlich zugleich, was sie zu einer ganz liebenswerten Person macht. Ihre Tagebucheinträge erinnerten mich immer ein wenig an Francois Lelords Hector.

David Almond spielt in seinem Buch ebenso mit Worten wie seine Protagonistin Mina, die nicht nur neue Worte erfindet, sondern auch gern deren Klang lauscht oder sie einfach nur ansieht. Getreu Minas Worten „Vielleicht ist auch das Schreiben wie Spazierengehen“ ( S. 227)hatte ich das Gefühl durch die Mina-Welt zu spazieren, die irgendwie aus anderen Farben besteht, als die Welt ihrer Mitmenschen. Dies spiegelt das Cover des Buches so wunderschön wider, das Mina als eine Art Scherenschnitt zeigt, mit lila farbenen Haaren auf einem lila farbenen Baum mit verschnörkelten Details. Auf dem Baum sitzt außerdem ein Vogel, denn Mina wäre auch gern ein Vogel und hofft, dass ihre Seele als solcher wiedergeboren wird. Unter dem Baum sitzt eine schwarze Katze, die im Buch eine besondere Stelle in Minas Leben einnimmt.

Mina hat außerdem ganz eigene Vorstellungen davon, wie das Leben eines Kindes aussehen sollte. Sie ist dafür, dass Kinder auch mal Ruhe brauchen, damit sie einmal still sein können, damit sie auch einfach mal nichts tun können. Dadurch gerät sie jedoch des öfteren in Konflikte mit anderen Kindern oder auch ihren Lehrern. Am liebsten mag ich die Stelle, in der Mina einen Aufsatz in Deutsch bzw. Englisch schreiben muss. Es geht um die verschiedenen Zeiten der Verben. Auf die Frage der Lehrerin, ob sie fertig sei, antwortet Mina: „Nein. Das Geheimnis der Zeit kann also nicht auf ein Arbeitsblatt über Verbformen reduziert werden.“ (S. 80)

Ein sehr schönes Extra des Buches ist das außergewöhnliche Textlayout, das immer mal wieder zwischen dem eigentlichen Text auftritt und den Tagebuch Charakter von Minas Aufzeichnungen deutlich hervorhebt. Eine ihrer Rubriken in ihrem Tagebuch ist die „Außergewöhnliche Aktivität“. Dort notiert sie sich Aktivitäten, die sie als besonders schön empfindet und die dem Leser jedes mal ein kleines Lächeln ins Herz zaubern. So wie:

Schau dir die Sterne an.

Reise durch Zeit und Raum.

Halte deinen Kopf in deinen Händen und werde dir bewusst, dass du außergewöhnlich bist.

Erinnere dich daran, dass du nur Staub bist.

Denke daran, dass du ein Stern bist.

Stelle dich unter die Straßenlaterne.

Tanze und glitzere in ihrem Licht.

Lausche auf die zerbrechlichen und kraftvollen Dinge in deinem Herzen.

(S.243)



FAZIT:

„Mina“ ist ein sehr kluges Buch. Es ist ein bisschen lustig, ein bisschen ernst, ein bisschen rührend und ein bisschen traurig, aber vor allem ist es ein Buch, das ein wenig Licht und Farbe in das graue Grau des Alltags zaubert.
kll meint:
Ich habe Mina gelesen und fand es fesselnd und einfallsreich. Mina ist einfach anders als andere
Bücher und auf eine eigene Art und Weise
wunderschön.Außerdem lernt man beim Lesen eine ganz andere Methode zu denken kennen, die es
erst zu lernen gilt.
Ihre Meinung zu diesem Buch

Inhalte von www.kinderbuch-couch.de:

über die Kinderbuch-Couch:

Machen Sie es sich auch auf unseren anderen Online-Angeboten der Literatur-Couch gemütlich:

  • Krimi-Couch.de
  • Phantastik-Couch.de
  • Histo-Couch.de
  • Belletristik-Couch.de
  • Jugendbuch-Couch.de
  • Kochbuch-Couch.de
Kinderbuch-Couch.de ist ein Projekt der Literatur-Couch Medien GmbH & Co. KG.
Copyright © 2004–2018 Literatur-Couch Medien GmbH & Co. KG.