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Buchcover: R.J. Anderson: Timothy

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Timothy von R.J. Anderson

erschienen bei Hanser

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

in mein Bücherregal

Das Feenvolk in der alten Eiche ist vom Aussterben bedroht. Die junge Fee Linde ist seine letzte Hoffnung . Gemeinsam mit dem Menschenjungen Timothy versucht sie, zu anderen Feenvölkern Kontakt aufzunehmen. Dabei geraten die zwei in große Gefahr.. …

Mit „Timothy“ setzt R. J. Anderson ihre Feen-Trilogie, die sie mit „Bryony“ (http://www.kinderbuch-couch.de/anderson-rj-bryony.html ) begann, fort: Im Auftrag der Königin soll die junge Fee Linde sich auf die Suche nach weiteren Feen machen. Denn die Magie der Königin, da diese im Sterben liegt, kann die in der Eiche lebenden Feen nicht länger schützen.

Lindes Pflegemutter Peri, die den Lesern des ersten Bandes „Bryony“ unter dem Namen Klinge bekannt ist und mittlerweile mit ihrem menschlichen Freund Paul McCornick verheiratet ist, unterstützt sie dabei. Timothy ist so alt wie Linde, fünfzehn, und Pauls Cousin. Er ist für kurze Zeit von seinem christlichen Internat wegen einer Rauferei suspendiert und da er nicht zu seinen Eltern kann, die als Missionare in Uganda leben, ist er bei Paul und Peri zu Besuch. Diese lassen ihn zunächst zum Schutz der Eichenfeen im Dunkeln, dass es Feen überhaupt gibt und so ahnt er nichts von Lindes Existenz.

Nach einem Streit fährt Timothy heimlich nach London und Linde schmuggelt sich in seinen Rucksack. In London treffen die beiden schnell auf weitere Feen. Als eine „böse“ Fee Timothy angreift, weil sie ihm seine Fähigkeit, sehr gut Gitarre spielen zu können, stehlen will, kommt Linde zu seiner Verteidigung und gibt so ihre Existenz – und die von Feen überhaupt – preis.
Timothy reagiert darauf recht gelassen, anders als Linde, als sie zum ersten Mal einer männlichen Fee, Rob, begegnet. Im Gegensatz zu den Feen der Eiche gibt es ausserhalb deren Feenreiches männliche und weibliche Feen. Beide haben sie noch ihre magischen Kräfte, jedoch sind sie Untertanen einer tyrannischen Kaiserin: Menschen gelten als Feinde, bestenfalls als Quelle kreativer Kräfte, die man ihnen ungerührt stehlen kann.
Rob sieht die Menschen auch als Feinde und will Linde und Timothy deshalb nicht helfen. Er erzählt ihnen aber vom abgesondert lebenden Feenvolk „die Kinder des Rhys“, das der Legende nach auf einer Insel vor der Waliser Küste wohnt. Durch ihr abgeschiedenes Dasein unterstehen sie nicht der Kaiserin und besitzen zudem den magischen „Namensstein“, der Rob und anderen heimlichen Rebellen wie ihm helfen könne. Da sie der Kaiserin ihren wahren Namen sagen mussten, stehen sie unter deren Bann. Der „Namensstein“ könnte sie daraus befreien.
Wird es Linde und Timothy gelingen, nicht nur die „Eichenfeen“ sondern auch die gegen die Feenkaiserin rebellierenden Feen zu retten und gleichzeitig den Schergen der Kaiserin zu entfliehen?

Bei diesem zweiten Band einer Trilogie handelt es sich nicht um einen schwachen Aufguss des Vorgängerbandes, sondern um eine eigenständige, schlüssige Fortsetzung, die sich fast noch spannender liest als der erste Band. Dabei verzichtet die Autorin auf jegliche billige Effekthascherei, sondern baut den Spannungsbogen allein aus dem geschickten Aneinanderketten der Ereignisse und unerwarteten Handlungswendungen auf.

Die Autorin hat neben einer englischen Webseite auch eine ansprechend gehaltene deutsche Webseite. http://www.rj-anderson.de/ , auf dieser schreibt sie: „Es geht in meinen Feenbüchern darum, den Zauber und die Schönheit unserer eigenen Menschenwelt zu entdecken.“ Dieses Anliegen wird auf gelungene Weise umgesetzt. Geschickt gelingt es der Autorin ihren Lesern zu vermitteln, dass der äußere Schein oft trügt, so ist etwa die Eiche im Garten nicht nur ein alter Baum sondern verbirgt ein ganzes Feenreich, das einem nicht wissendem, normalem menschlichen Auge verborgen bleibt. So wird auf ungezwungene Weise die Vorstellungskraft des jugendlichen Lesers gefördert.

Auf der Webseite findet man u.a. jede Menge Zusatzmaterial, der das Gelesene auf ideale Weise ergänzt: neben einem hilfreichen Personenverzeichnis auch ein Feen-typ-test (sehr beliebt bei heranwachsenden Jugendlichen, die sich gerne besser kennenlernen).
Erfrischend wirkt, dass die auf der gemeinsamen Reise erlebten Abenteuer zwar Linde und Timothy zusammenschweißen, aber zu Freunden, die füreinander einstehen und nicht zu einem konventionell erwarteten Liebespaar. Ob aus ihm und dem Mädchen Miriam in seiner Heimat Uganda mehr werden als „nur“ Freunde und ob Linde und Rob zueinander finden, wird vielleicht im dritten Band, der unter dem Namen „arrow“ (Pfeil) bereits auf englisch erschienen ist, aufgelöst werden.

Atmosphärisch dicht ist die Sprache, mit der die Autorin u.a. die Parallelwelt des Feenreiches in der Eiche, oder Lindes und Timothy’s beschwerliche Suche nach den „Kindern des Rhys“ beschreibt: sie schildert so lebendig, dass man glaubt, in der Eiche dabei zu sein oder an Timothys und Lindes Hunger- und Kältegefühlen anteilzunehmen.

Fazit:

Ein packend geschriebener Fantasy-Roman, der auf unkitschige Weise Menschen- und Fabelwelt aufeinander treffen lässt.

Andrea Delumeau

 

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