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Buchcover: Gerda Anger-Schmidt: Unser König trug nie eine Krone

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Unser König trug nie eine Krone von Gerda Anger-Schmidt

erschienen bei NP Buchverlag

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

in mein Bücherregal

[ab 5 Jahren]

„Unser König trug nie eine Krone“ mit dem Untertitel „Liebe und andere Un-Gereimtheiten“ ist nach „Neun nackte Nilpferddamen“ und „Springt ein Schwein vom Trampolin“ der bereits dritte Band von Gerda Anger-Schmidt – wieder illustriert von Renate Habinger – der uns mit einem unerschöpflichen Vorrat an Einfällen zeigen soll, dass aller Unsinn Spaß machen kann. Die Autorin jongliert mit Worten wie andere mit bunten Bällen, lässt eine Reihe von Tieren als Artisten und Statisten auftreten und eine buntes Chaos aus allem entstehen, fabelhaft untermalt von der Illustratorin.

Ein König trug nie eine Krone, sondern einen Kürbis. Wildschwein und Warzenschwein haben ein Stelldichein, überfallen eine Bank und leben heute in Tunesien. Kurgäste tanzen Samba, ein Knabe sammelt Küchenschaben, ein Lehrer Briefbeschwerer. Ein Hummer hat Liebeskummer. Da gibt es den Jakob Neugeboren, der mehr als ein Haustier bei sich trägt, auf einer Modenschau, schlägt eine Katze Radau und ein Salamander wird mit einem Wal verwechselt. Der Besuch einer alten Eule in ihrem Eulenturm scheint gefährlich und äußerst beschwerlich, nette Wollschafe treffen auf Damen mit roten Haaren und Wiener Vorfahren und ein Kürbis flieht mit einem Ballon. Das Lamm bekommt einen Bräutigam und Fräulein Meise geht auf weite Reise. Yasmin aus Stettin war ein prächtiger Pinguin, ein kleiner Wal war Admiral, verliebt in Frau von Aal, aber das war einmal…

Das Trampeltier trinkt ganz schön verliebt sein Bier mit dem Fakir beim „fröhlichen Kasimir“, ein Bär ist Hauptmann bei der Feuerwehr und regelt Sonntags den Verkehr und ein Walross hat die ganze Welt zu verschenken. Drei gefährliche Piraten vollbringen Wundertaten, ein Spatz grüßt einen Schatz und das eilige Nashorn muss der neue Lehrer sein. Zum guten Schluss hat ein Mops ein paar Gäste geladen: man tanzte, trank und philosophierte und so fand jeder seinen kleinen Kreis: mit oder ohne Himbeereis.

Wer Spaß an jeder Menge Un-Gereimheiten und Unsinn in Reimform hat, der hat mit „Unser König trug nie eine Krone“ von Gerda Anger-Schmidt genau die richtige Wahl getroffen. Wer allerdings hinter all den größeren und kleineren Gedichten und schier unerschöpflichen Einfällen rund um das Thema Liebe mehr erwartet, wird enttäuscht sein. Auch nach mehrmaligem Lesen und Versuchen dem ein oder anderen „Unsinn“ einen Sinn zu geben, zu hinterfragen, zu deuten oder zu analysieren, bin ich ebenfalls zu der Einsicht gelangt, dass es hier einzig um den Spaß an Worten und an der Dichtkunst geht.

Hervorragend unterstützt wird diese Dichtkunst, das Spiel mit Worten und Reimen, durch die lustigen, comic-artigen Illustrationen von Renate Habinger, ebenso wie durch die außergewöhnliche Schrifttype. Der Titel „Unser König trug nie eine Krone“ sowie der zugehörige Untertitel „Liebe und andere Ungereimtheiten“ lässt auf den ersten Blick mehr erwarten – eine kleine Liebesgeschichte – ist aber anscheinend völlig willkürlich gewählt und bezieht sich lediglich auf einen kleinen 5-Zeiler zu Beginn des Buches.

Die Aneinanderreihung der einzelnen poetischen Bestandteile scheint ebenso willkürlich zu sein und manchmal erwartet man noch weiteres zu lesen, da befindet man sich schon in der nächsten „Un-gereimtheit“. Dieses Buch kann dadurch tatsächlich einfach irgendwo aufgeschlagen werden und der Lesespaß kann beginnen. Hat der Vorleser selbst Spaß an all den Un-gereimtheiten in Reimform wird er auch den kleinen Zuhörern mit Spaß den ein oder anderen 5-Zeiler vortragen, in diesem Fall sehe ich auch kein Problem bei der Eignung – angeben ab 5 Jahre. Die längeren Reime und die, die auch Worte wie „ Hochschaubahn, Zyklame, schnabulierte, Schwerverdiener, Pomeranzen, Stilett“ scheinen mir erklärungsbedürftig. Natürlich tragen spaßige Reime und Wortspielereien enorm zur Sprachbildung bei und Kinder im Kindergartenalter haben selbst viel Spaß dabei, solche Wortspiele zu entwickeln. Der Sprachschatz wird erweitert und ebenfalls der Horizont, denn die Kinder gelangen zu der Erkenntnis, dass Erwachsene auch tolle „Quatschgeschichten“ erzählen und das Leben einen heiden Spaß machen kann.

Fazit:

Ein wahrer Fan von schräger Poesie wird es nicht nach einmaligem Lesen aus der Hand geben, sondern ein stilles Örtchen dafür finden. Dieses Buch eignet sich auch hervorragend als Mitbringsel, denn „Liebe und andere Un-gereimtheiten“ sind immer ein bewegendes Thema und: aller Unsinn macht eben einfach nur Spaß! Trotzdem: eher was für den erwachsenen Leser!

Rufina Wieners

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