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Buchcover: Avi: Im Düsterwald

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Im Düsterwald von Avi

erschienen bei Ravensburger

geeignet für Kinder im Alter ab 6 Jahren

in mein Bücherregal

Kinderbuch des Monats [12.2007]. Im Düsterwald herrscht eine Eule, die die Mäuse ehrfuchtsvoll Meister Uhurru nennen. Sie entscheidet, wann die Mäuse wohin gehen dürfen – angeblich, um sie vor dem gefährlichen Stachelschwein zu beschützen. Doch eines Tages verstossen Nellie und ihr rebellischer Freund Krausminz gegen die Gesetze der Eule und es scheint, als beschwörten sie damit ein großes Unglück für die ganze Sippschaft herauf. Nellie aber ahnt, dass die Eule etwas zu verbergen hat. In der zweiten Geschichte dieses Doppelbandes erfahren wir, wie Nellie ihr Glück findet und wie tapfere Mäuse es sogar mit ziemlich unangenehmen Bibern aufnehmen können …

Die kleine Maus Nellie, die eigentlich Braunelle heisst, ermahnt ihren Freund Krausminz, den sie so lieb hat, dass ihr Vorhaben, auf dem Gerstenberg im Mondschein zu tanzen, schlimme Folgen haben könnte. Doch der Rebell Krausminz lässt sich nicht so leicht von seinen Vorhaben abbringen.

Meister Uhurru, die Eule, entdeckt die beiden Abtrünnigen, freut sich über sein Jagdglück und tötet Krausminz. Nellie kann gerade noch rechtzeitig Schutz suchen. Doch Meister Uhurru lauert, merkt sich diese Maus, die ihm entkommen konnte, merkt sie sich sehr gut und schwört sich, dass er sie bald erwischen wird und verschwindet in der Morgendämmerung in seinem Schlafbaum.

Nellie gelingt es, wieder in ihr zu Hause zurückzukehren. Ihr Vater, Ehrenpreis, hält gerade wieder eine seiner gewichtigen Reden. Er erklärt seiner Familie, dass es um das alte Bauernhaus herum nicht mehr genug Nahrung für alle gäbe und dass ein Teil der Familie zu dem neuen Bauernhaus auswandern müsse. Dazu aber muss erst Meister Uhurru seine Erlaubnis geben, wie es bei den Mäusen Gesetz ist.

Als Begleitung für seinen wichtigen Gang mit weisser Friedensfahne nimmt er ausgerechnet Nellie mit. Als sie Meister Uhurru auf seinem Ausguck am Rande des Waldes antreffen und ihm ihr Anliegen schildern, erkennt dieser Nellie. Doch die Eule wird nervös, als sie das neue Bauernhaus ansprechen. Er verbietet den Mäusen ihren angestammten Lebensraum zu verlassen und lässt sie eingeschüchtert stehen. Ehrenpreis ist vollkommen niedergeschlagen doch Nellie ahnt, dass die Eule irgend etwas zu verbergen hat. So macht sich die kleine, tapfere Maus auf, um selbst nachzusehen, was es bei dem neuen Bauernhaus so Erschreckendes geben mag, dass selbst Meister Uhurru sich davor fürchtet.

Auf ihrem beschwerlichen Weg durch den Düsterwald, den noch nie eine Maus ihrer Familie betreten hat, weil dort die angeblich gefährlichen und grausamen Stachelschweine hausen, die kleine Mäuse fürchterlich zurichten und zertrampeln – so Meister Uhurru – trifft sie ausgerechnet auf ein altes Stachelschwein.

Nellie hat furchtbare Angst vor dem stacheligen Griesgram mit Namen „Erethizon Dorsatum“, kurz Ereth. Doch wird Nellie schnell klar, dass die Gefahr, die von den Stachelschweinen angeblich ausgehen soll, eine große Lüge von Meister Uhurru war. Indem er behauptete, dass er sie vor den gefährlichen Stachelschweinen beschützen würde, wollte er die Mäuse unter seiner Kontrolle halten. Doch es sind gerade die Raubtiere, ob Eule oder Fuchs, die sich vor dem Stachelschwein fürchten müssen. Ereth allerdings ist ein Pflanzenfresser und Einzelgänger und hat wirklich vor niemandem Angst. Seine Schwäche ist allein seine grosse Leidenschaft für Salz. Da Ereth selbst nichts von der durchtriebenen Eule hält und ihm der Mut der kleinen Maus doch insgeheim imponiert, begleitet er die Maus zum neuen Bauernhaus – und schließlich ist da noch die köstliche Salzlecke, an die er nicht heranreichen kann. Nellie findet heraus, wovor die Eule sich so fürchtet. Es kommt zu einer hochspannenden Auseinandersetzung zwischen Eule und Maus, dessen Ende hier nicht verraten werden soll.

Die zweite Geschichte des Buches „Die Abenteuer einer mutigen Maus“ nimmt noch einmal den Faden der letzten Geschichte auf und erzählt, wie Nellie ihren Ehemann „Günsel“ kennen gelernt hat. Nachdem Meister Uhurru Nellies Krausminz getötet hat, fühlt Nellie sich verpflichtet, seiner Familie die traurige Botschaft zu überbringen. Sie überredet das wenig begeisterte Stachelschwein Ereth, sie zu begleiten. Ihre Angaben über den Wohnort von Krausminz´ Familie sind dürftig; Nellie weiss nur, dass sie östlich des Düsterwaldes an einem Bach lebt.

Währenddessen lernen wir Günsel, den jüngeren Bruder von Krausminz kennen. Günsel steht, selbst nach so langer Zeit, die Krausminz nun fort ist, im Schatten seines großen Bruders. Die Familie hat ein schwerwiegendes Problem, denn Biber haben ihren so geliebten Bach gestaut und ihr zu Hause wird schon bald unter Wasser stehen. Wie sehr fehlt ihnen der unerschrockene Krausminz! So ziehen sie schließlich zu einem höher gelegenen Punkt, doch die eifrigen Biber stauen das Wasser noch weiter an. Voller Ehrgeiz sind Meiser Dammbauer & Co. mit ihrem „sanften Fortschritt“ am Werke und verwandeln den einst so beschaulich dahinplätschernden Fluss in einen regelrechten Stausee. Dass sie alles Getier, das hier einst lebte, vertreiben, berührt die Biber nicht. Doch ein glücklicher Zufall will es, dass Nellie Günsel kennen lernt und die mutige kleine Maus kann die sonst so verzagte Familie überzeugen, endlich etwas gegen die sturen Biber zu unternehmen.

Bereits 1995 bzw. 1998 erschienen die amerikanischen Originalausgaben mit den Titeln „Poppy“ und „Poppy and Rye“. Der amerikanische Autor Avi legt die mitreissende Geschichte direkt an die Vorbilder der Natur an. Statt seine tierischen Protagonisten zu vermenschlichen, sie in Kleider und richtige Häuschen zu stecken, nimmt er sich allerlei Eigenarten dieser oder jener Gattung vor und setzt diese wunderbar in seinen Geschichten um. Gerade das macht vor allem das wundervoll eigenwillige Stachelschwein Ereth aus. Denn „Erethizon Dorsatum“ ist die naturwissenschaftlich korrekte Bezeichnung für den mit dem gemeinen Stachelschwein verwandten „Baumstachler“, der vorwiegend auf dem amerikanischen Kontinent lebt. Ganz wie in der Chrakterisierung von Ereth beschrieben, sind diese Waldbewohner, die sich vorwiegend von Pflanzen und vor allem Rinden ernähren, sehr gute Kletterer.

Aber wie ihre wehrhaften Artgenossen auch, besitzt der „Baumstachler“ eine Menge ziemlich gefährlicher Stacheln am Schwanz, die nicht nur verletzen sondern auch mit ihren Widerhaken im Opfer stecken bleiben. Eine gefährliche Waffe also, die es dem ziemlich großmäuligen Ereth erlaubt, vor niemandem Angst haben zu müssen. Und kaum betritt dieser Einzelgänger die Bühne, wird der Umgangston rauher und die Geschichte wesentlich humorvoller. So beweist das stachelige Wesen, dessen Innerstes einen ziemlich weichen Kern hat, einen großen Erfindungsreichtum an Wortkombinationen; da sind unwirsche Fragen wie „Was zum Bienenarsch treibst du hier, du Pelzball?“ oder „Wer, zum Froschsalto, macht ein solches Getöse?“ an der Tagesordnung aber auch die Beharrlichkeit, mit der Ereth behauptet gerne ein Einzelgänger zu sein (was nicht unbedingt stimmen muss bei seiner Art) machen ihn zu einem wahren Unikat.

Aber wie dem rauhbeinigen Stachelschwein, so verleiht Avi auch seinen Mäusen, den scheinheiligen Bibern und besonders der hinterhältigen und selbstgefälligen Eule ihre ganz typischen Eigenarten: Im wahrsten Sinne des Wortes duckmäuserisch gehen die Mäuse durch ihr bescheidenes Leben. Für den unterwürfigen Vater von Nellie gibt es keinen Horizont der ihm erlauben würde, über ein Leben in Würde und Freiheit nachzudenken. Meister Uhurru, der seine Klugheit dazu benutzt, die Mäuse nach seinem Gutdünken zu lenken sowie auch die Biber, die in ihrer scheinbaren Freundlichkeit eine geradezu rücksichtslose Art an den Tag legen, sind diejenigen, die das Mäusevolk klein halten – dabei sind sie auch noch fest davon überzeugt, sie hätten das gute Recht dazu. Auch der von den Bibern so oft ausgerufene „sanfte Fortschritt“ auf Kosten der „Ur-Bewohner“ hat durchaus einen sozialkritischen Unterton; doch Kinder geniessen vor allem die dichte Erzählweise, die treffenden Charakterisierungen und vor allem die unwiderstehliche Spannung, die jeden Leser antreibt, trotz schwerer Augenlider unermüdlich weiter zu lesen.

Avis Sprache liest sich ein wenig wie eine alte Sage. Die Bilder, die er in seiner Erzählung heraufbeschwört, entführen zu einem weit entfernten Ort zu faszinierenden und – aufgrund ihrer Natürlichkeit- überaus lebendigen Wesen. Gleich zu Anfang gelingt es Avi die Leser zu fesseln. Zwar ist die Tötung von Krausminz erst einmal ein Moment, in dem Kinder große Augen machen werden, aber ihre Neugier auf den Fortgang der Geschichte wird dadurch um so größer. Avi zeigt damit gleich zu Anfang, dass das Leben einer Maus vielen Gefahren ausgesetzt ist .Das macht auch den Leser wachsam. Der weitere Verlauf der Geschichte ist jedoch überhaupt nicht gewaltsam. Avi gelingt es, ganz ohne diese Momente zu fesseln.

Wunderschön liegt das große hochwertige Buch in der Hand. Sogleich fallen die ausdrucksstarken, teilweise einfach zu köstlichen Zeichnungen von Felix Scheinberger ins Auge. Mit feinem,lockeren Strich lässt er die von Avi beschriebene Welt sichtbar werden und entführt in eine Abenteuerwelt, in der die Natur lebt. Die Art wie er die tierischen Darsteller in ihren Lebens- und Gemütslagen zeichnet, spiegeln zugleich ihren natürlichen Charakter wider. Eine schöne Mischung, die Felix Scheinberger oftmals mit einem Augenzwinkern darstellt. Die stimmungsvollen Landschaften, die vielen Details und die beeindruckenden Tierportraits in warmen Farben sind schon kleine Kunstwerke.

Fazit:

„Im Düsterwald“ und „;Die Abenteuer einer mutigen Maus“ sind wunderbar dichte Geschichten, die den Leser mit dem Zauber dieser Welt forttragen und dennoch so nahe an der Natur sind. Die Geschichten haben alles, was ein echtes Abenteuer haben muss: Eine tapfere Heldin, eigenwillige Chraktere, zotige Sprüche und vor allem knisternde Spannung. Avis Abenteuer aus dem Düsterwald sind einfach wunderschön erzählt, voller Warmherzigkeit und beinhalten eine Tiefe, die uns alle erreicht.

Stefanie Eckmann-Schmechta


Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

margatete meint:
Lucario meint:
ich finde dieses buch toll, weil diesmal die kleinen die großen platt machen und es ist sehr Fantasie voll, schön, lustig ist. die Namen find ich sehr einfalls reich und niedlich. und ich würde es jedenweiter empfehlen der Mäuse mag wie ich.
Vanessa meint:
er ist ein cooles ,spannendes und ruhrendes buch was man umbes´dingt lesen muss!!!!!!!!mir hat ´es spaß gemacht zu lesen,weil auf fast jeder seite ein neues abenteuer lauert!!!!!

:D vanessa


p.s. ich mache sogar eine buch vorstellund g über dieses buch
Carla meint:
Ich finde dieses Buch spannend und es macht riesen Spaß drinn zu lesen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Jacqueline Altmeyer meint:
Meine Meinung des Buches ist sehr positiv. Der Autor Avi hat ein wunderbares Buch geschaffen, indem er viel zeit und Fantasie in das Buch reininterprediert hat. Den ein Buch zu schreiben ist nicht sehr einfach, man muss viel Fantasie und Konzentration haben um ein spannendes Kinderbuch zu schreiben, das es dem Leser auch noch Spaß macht, wie mir zum Beispiel.Auserdem finde ich es ebenso beeindruckent das Felix Scheinberger ein so Fantastischer Zeichner ist. Achso und ich habe noch eine Idee, den ich fand das Buch so gut das ich noch einen Teil schreibe bzw. bin ich gerade dabei. In diesem teil geht es um die Menschen und das sie versuchen die Mäuse zu verjagen
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