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Buchcover: Miachel G. Bauer: Mein Hund Mister Matti

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Mein Hund Mister Matti von Miachel G. Bauer

erschienen bei Hanser

geeignet für Kinder im Alter ab 8 Jahren

in mein Bücherregal

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Kinderbuch des Monats [09.2012]. Corey und Mister Matti sind ein unzertrennliches Duo. Seit Corey drei Jahre alt ist, ist Mister Matti Teil seines Lebens – mit allen Höhen und Tiefen. In 29 kleinen, amüsanten, spannenden und berührenden Kurzgeschichten erzählt Michael Gerard Bauer aus dem Leben eines Hundes, dessen Herz so groß ist, dass es nicht ganz in seine Brust gepasst hat …

 …das sagt zumindest Coreys Mutter zu dem großen herzförmigen schwarzen Fleck auf Mister Mattis ansonsten fast ganz weißem Fell. Da Corey damals das Wort „Dalmatiner“ noch nicht aussprechen konnte, wurde daraus kurzerhand „Matti“. Und auch wenn Coreys Vater mit dessen Wahl zunächst nicht einverstanden war, hat „Mister Matti“ schließlich das große Los gezogen.

In wunderbar lebendigen Rückblenden erzählt Corey von seinen Abenteuern mit seinem Mister Matti. Mister Matti wächst sehr viel schneller als Corey und kann den Jungen schon bald im Pappkarton über den Rasen ziehen. Wenn Corey auf Mister Matti hätte reiten wollen, wäre das für den großen, stattlichen Hund auch kein Problem gewesen, da ist sich Corey sicher. Aber so stark Mister Matti auch ist, es gibt einiges vor dem der große Matti gehörig Angst hat. Bei Gewitter – oder besser gesagt bei dem kleinsten Donnergrollen – flüchtet Matti unter das viel zu niedrige Bett von Corey. Das darf er „ausnahmsweise“, denn sein Stammplatz befindet sich draußen auf er Veranda des Hauses. Bei dem bloßen Anblick des großen rosa Plüschpanters oder der Katze des Nachbarn setzt es jedoch bei Matti aus und er verlässt panisch den Schauplatz – bis er eines Tages befürchten muss, dass das rosafarbene Plüschungetüm Coreys kleine Schwester „angreift“ und sie eindrucksvoll vor dem Ungeheuer rettet.

Coreys Familie nimmt Mister Mattis Eigenheiten ebenso gelassen, wie er es mit den Streichen der Kinder hält. Der gutmütige Vierbeiner hat einiges zu überstehen, von Unmengen von Glitzerstaub bis hin zu einem lustigen „Gesicht“ mittels Permanentmarker, erträgt er alles mit seiner für ihn so typischen Gelassenheit und nimmt auch die Lachsalven von Coreys Mutter mit gutmütigem Hundeblick hin.

Obwohl Mister Matti laut Coreys Vater nicht „das hellste Licht im Hafen“ ist, beherrscht Matti ein grandioses Künststück: Er fängt die Zeitung, die der Zeitungsbote aus dem Auto herauswirft in der Luft und trägt sie bis zur Veranda. Zuvor muss Matti jedoch lernen, dass die Zeitung nicht angesabbert abgeliefert werden soll und dass Coreys Vater sich nicht für die Zeitungen aus der gesamten Nachbarschaft begeistern kann. Aber: Das Zeitungfangen wird zu der größten Leidenschaft von Matti.

Mister Mattis größtes Geheimnis sind wohl seine „verlorenen zwei Wochen“, in der der Hund spurlos verschwindet. Als Corey vor Kummer weder ein noch aus weiß, steht Matti plötzlich wieder vor der Tür: Unversehrt und gut genährt. An seinem Halsband hängt ein großzügiges Geschenk das geradezu wie gerufen kommt. Vor allem aber ist Mister Matti immer dann da, wenn man ihn braucht. Egal ob Corey beinahe in große Gefahr gerät, als er sich auf einem Rummelplatz verläuft, oder ob Coreys Mutter kurz vor der Entbindung steht. In dem großen Herz des Hundes ist viel Platz – bis zum Schluss.

Der australische Erfolgsautor Michael Gerard Bauer erzählt eine Familien- und Kindheitsgeschichte die, eng verwoben mit einem ganz besonderen Hundeleben, urkomisch, spannend und sehr berührend zugleich ist. Dabei versucht Michael Gerard Bauer kein sorgloses Familienidyll um die Freundschaft zwischen Corey und Matti aufzubauen, sondern, im Gegenteil, bleibt mit seinen Geschichten nahe an der Lebenswirklichkeit vieler Familien. Und genau das – diese aufrichtigen Geschichten – fesseln Leser/innen ab 8 Jahren auf Anhieb. Sehr geschickt lässt Bauer einige Fragmente seiner Geschichten gleich zu Anfang effektvoll hervortreten, so dass Kinder sich sofort angesprochen fühlen – sie lassen sich von der Unmittelbarkeit in Coreys Erzählweise mitreißen und werden neugierig auf das, was Corey ihnen andeutet.

In einzelnen Kapiteln gegliedert, wirken die Episoden aus Mister Mattis Leben wie einzelne Kurzgeschichten, die sich leicht und mühelos lesen lassen. In jeder einzelnen schafft er einen guten Spannungsbogen und belohnt seine Leser mit einer unerwarteten Wendung. Innerhalb des Buches gelingt es ihm, noch eine zusätzliche Spannungskurve aufzubauen, die sich bis zum Schluss hinzieht. Der australische Autor versteht es bestens, die Bindung, die der Leser im Laufe der einzelnen Episoden zu diesem sympathischen Gespann aufgebaut hat, zu festigen. Dabei finde ich es wieder einmal erstaunlich, woher Michael Gerard Bauer seine Ideen nimmt, die so glaubwürdig und so nahe am Leben erscheinen.

Der Ich-Erzähler Corey zeigt sich als feinfühliger Junge, der vieles, rückblickend betrachtet, anders mit seinem besten Freund machen würde – aber das meiste würde er gerne wieder genauso erleben. Vor allem die Bindung und die Geborgenheit, die Mister Matti dem Jungen schenkt, trifft Bauer mit Coreys Art, seine Gefühle und Gedanken zu äußern, auf den Punkt.

Obwohl Mister Matti ganz im Fokus von Coreys Erzählungen steht, erfahren wir doch eine Menge von dem Familienleben und den Problemen, die die junge Familie zu bewältigen hat. Nicht nur in Coreys Leben ist der große Vierbeiner eine unumstößliche Konstante – ein Stück Sorglosigkeit, die er mit seinen treuen, braunen Hundeaugen immer wieder aufs Neue unter Beweis stellt. Matti ist für die ganze Familie ein Bindeglied und ein verschwiegener Zuhörer gleichermaßen.

So begleitet Mister Matti die Familie durch alle Höhen und Tiefen, die er aber auch selbst durchmacht. Von den witzigsten Begebenheiten bis hin zu den traurigsten Momenten, erzählt uns Corey von einem erfüllten Hundeleben.

Wie bei vielen Büchern, die sich um den allerbesten Freund in Kindertragen – und anderen Lebenslagen – drehen, erspart auch Michael Gerard Bauer seinen Lesern/Leserinnen nicht das Ende von Mister Matti. Dabei schiebt er sehr geschickt eine Geschichte vor, die den Leser darauf vorbereitet, dass Mister Matti nun einmal nicht ewig leben kann. So darf man sich etwas gewarnt aber doch entspannt noch einmal zurück lehnen und wieder ein paar witzige Geschichten aus Mister Mattis Hundeleben genießen. Mister Matti ist für viele Überraschungen gut, ihn kriegt nichts so schnell klein.

Und auch wenn das Ende unvermeidbar ist, Michael Gerard Bauer entlässt seine Leser/innen nicht mit einem traurigen Ende. Er zeigt ihnen vielmehr, einen hoffnungsvollen Ausblick, der auch Mister Matti gut gefallen hätte: Die Familie rückt wieder enger zusammen.

Fazit:

Mister Matti ist ein wunderschönes Buch, weil es so humorvoll, ernsthaft und aufrichtig zugleich ist. Micheal Gerard Bauer erzählt mit der „Stimme“ des 8-jährigen Corey so mitreißend, dass Kinder sofort in den Bann der Geschichten um einen großen, weißen Vierbeiner gezogen werden. Sie können mit Corey, lachen, staunen und mitfühlen.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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