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Buchcover: Louis Baum: Matti Maus und das unheimliche Monster

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Matti Maus und das unheimliche Monster von Louis Baum

erschienen bei Bloomsbury

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

in mein Bücherregal

Matti Maus: der Name ist Programm. Louis Baum erzählt die warmherzige Geschichte einer kleinen Maus, die in ihren Träumen von einem unheimlichen Monster gejagt wird. Viele Ratschläge nimmt Matti Maus an, um wieder gut schlafen zu können. Doch am Ende liegt die Lösung weder im Sportprogramm noch im Trinken einer warmen Milch …

Matti Maus hat Angst: Vor der unheimlichen Schranktür auf dem Weg in sein Bett und vor einem unheimlichen Monster, das ihn in seinen Träumen verfolgt. Jede Nacht das gleiche Spiel. Matti Maus sucht Hilfe bei der Mutter, die ihm zu einer warmen Milch vor dem Schlafengehen rät. Doch das hilft nicht. Auch trotz der verschiedenen Tipps seiner anderen Familienmitglieder, wie Frischluft ins Zimmer lassen oder vorm Schlafengehen Sport treiben, kommt das Monster jede Nacht zurück in seine Träume.

Matti beschliesst eines Tages, sich seinen Ängsten zu stellen und macht den Anfang bei dem unheimlichen Schrank, an dem er immer nur schnell vorbeihuscht. Jetzt wirft er einen Blick hinein und entdeckt dort nur harmlose Wäschestücke. Von dieser Erkenntnis ermutigt, beschliesst Matti vor dem Einschlafen, sich auch das Monster in seinem Traum einmal genauer anzusehen. Und tatsächlich: Als Matti im Traum stehenbleibt und sich umdreht, hört das Monster auf, ihn zu jagen. Und es kommt noch besser: Das Monster ist gar kein Monster, sondern entpuppt sich als kleine Feldmaus. Sie hat jede Nacht versucht, Matti zu wecken, um mit ihm zu spielen.

Beinahe jedes Kind wird von Zeit zu Zeit von Angstträumen geplagt, die sich dann den ganzen Tag über auswirken können. Nicht selten sind es diffuse Ängste vor grossen Schatten. Sie wirken auf die Kinder immer dann besonders bedrohlich, wenn Dunkelheit sie umgibt, sprich, wenn sie zu Bett gehen. Es ist gut, wenn die Familie den kleinen Ängstling auffängt und unterstützt indem sie mit ihm redet. Aber manchmal hilft auch der bestgemeinte Einfall nicht.

Die kindliche Fantasie steht hier ganz im Mittelpunkt von „Matti Maus und das unheimliche Monster“ und die ist sowohl Hauptauslöser der Ängste von Matti als auch der Schlüssel zur Lösung. Denn am Ende scheint Matti Maus zu verstehen, dass er sich selbst der Angst stellen muss um diese wichtige Erfahrung zu machen, um gestärkt aus dieser Situation hervorgehen zu können. Die kindliche Neugier hilft Matti, den ersten eigenen Schritt zu machen. Er findet heraus, dass die kleine Feldmaus die Verursacherin der schrecklichen Schatten ist. Diese wird zu guter Letzt ein neuer Freund. Von jetzt an haben die beiden neuen Freunde ein neues Lieblingsspiel: Unheimliche Monster, ein Schattenspiel, in dem sie selbst vor einer Lampe Monster spielen.

Louis Baum macht mit seiner Geschichte deutlich, wie wichtig der offene Umgang mit Ängsten ist. Der in London lebende Autor erzählt seine warmherzige Geschichte mit einfühlsamen Worten und einer guten Portion Dramatik, damit seine kleinen Leser an Mattis Seite bleiben. Daraus entsteht ein schöner Spannungsbogen, der durch ein sehr rundes Happy-End seinen Abschluss findet.

Die Illustrationen von Sue Hellard fallen durch ihre niedlich-harmonische Atmosphäre auf. Besonders Matti mit seinem spitzen Näschen, den grossen runden Ohren und seinen Knopfaugen ist ein „herziger“ Anblick. Trotzdem spiegeln Sue Hellards Illustrationen das Wechselspiel der Gefühle auf schöne, jedoch überhaupt nicht oberflächliche Weise wider. Zwischen Angst, hier meist in dunklen und eintönigen Farben dargestellt, und der Geborgenheit innerhalb der Familie mit ihrer Zuversicht und dem Verständnis, in überwiegend warmen Pastelltönen, kann der Zuhörer diese Geschichte und die Stimmungen gut nachempfinden.

Da kein Rat der Familie Matti hilft, werden die Schatten des vermeintlichen Monsters immer grösser und bedrohlicher und geben der Geschichte somit auch optisch einen tollen Spannungsbogen. Die harmonische Atmosphäre der übrigen Bilder geben dem kleinen Betrachter aber genug Verschnaufpausen, die Spannung gut auszuhalten. Sicherlich wird sich so manches Kind in Matti wiedererkennen. Und vielleicht gibt dieses Buch den richtigen Anstoss zur Angstüberwindung.

Fazit:

„;Matti Maus und das unheimliche Monster“ ist eine warmherzige Geschichte mit einer guten Portion Spannung; gefühlvoll und überzeugend wird es von den ansprechenden Illustrationen begleitet. Der Plott dieser Geschichte ist Louis Baum besonders gelungen; denn er zeigt, dass Ängste buchstäblich zu kleinen Feldmäusen werden können, wenn man sich ihnen nur stellt.

Sylke Wilmer-Gruchmann

 

Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

Gabriela Kühnemund meint:
Dieses Buch ist mir zufällig in die Hände gefallen, vor ca. 2Wochen habe ich es meiner Enkelin (2Jahre) als Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen und seit dem ist es Lieblingsbuch. Warum? Ich habe keine Ahnung, es gefällt ihr und das ist wichtig. Imemr wieder muss das Buch vorgelesen werden oder über die Bilder neu erzählt, mehrmals am Tag und vor dem Schlafen in jedem Fall. Von all den Büchern die schon vorgelesen wurden hat ihr noch keines so gut gefallen.
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