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Buchcover: Klaus Baumgart: Laura und der Freundschaftsbaum

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Laura und der Freundschaftsbaum von Klaus Baumgart

erschienen bei Baumhaus

geeignet für Kinder im Alter ab 6 Jahren

in mein Bücherregal

Dass die Freundschaft eine zarte Pflanze ist und bei guter Pflege sogar bis in den Himmel wachsen kann, zeigt Klaus Baumgart mit seinem Buch „Laura und der Freundschaftsbaum“. Zusammen mit Claudia Neudert erzählt er in seiner „Laura´s Stern“-Reihe für Erstleser eine Freundschaftsgeschichte über Laura und ihre Freundin Sofie: Laura steckt in einem echten Gewissenskonflikt, als sie sich zwischen der Loyalität zu ihrem Bruder und dem Vertrauen ihrer Freundin entscheiden soll. Ein schwieriger Fall, doch Laura´s Stern weiss wie immer Rat …

Laura und ihre Freundin Sophie freuen sich über den kleinen Baum, der mitten in des Hausmeisters Rosenbeet wächst. Im Herbst haben sie die Kastanie gepflanzt und nun zeigen sich die ersten zarten Blättchen. Sie stellen sich bereits vor, wie sie später hoch oben in den Ästen des Kastanienbaumes sitzen werden und sich endlos unterhalten können. Als Sophie kurz ins Haus geht, um etwas zu holen, kommt Lauras kleiner Bruder Tommy in den Hof und schiesst seinen Ball so hoch wie es geht in die Luft. Doch als der Ball wieder herunterfällt, landet er ausgerechnet mitten auf dem kleinen Kastanienbaum. Laura ist furchtbar erschrocken. Als sie vorsichtig den Ball von dem Bäumchen nimmt, sieht sie, dass da absolut nichts mehr zu machen ist. Tommy tut es sehr leid und bittet Laura, nichts davon Sophie zu sagen. Er befürchtet, sie würde nie wieder mit ihm spielen wollen. Laura verspricht ihrem kleinen Bruder, ihrer Freundin nichts davon zu verraten – fühlt sich aber gar nicht wohl dabei. Als Sophie wieder in den Hof kommt, entdeckt die das Unglück und ist entsetzt. Natürlich fragt sie Laura, was geschehen ist. Und Laura? Sie stottert irgendeine Ausrede daher und wird rot. Sophie merkt sofort, dass ihre allerbeste Freundin sie belügt und will nichts mehr mit Laura zu tun haben.

Einige Tage gehen ins Land und Laura geht es schlecht. Sophie spielt nur noch mit anderen Kindern und unterhält sich noch nicht einmal mehr mit Laura. Kurz vor Sophies Geburtstag ist Laura restlos verzweifelt. Sie holt das Geburtstagsgeschenk für ihre beste Freundin hervor: Eine Giesskanne. Doch wofür sollte Sophie die noch brauchen? Und würde sie Laura überhaupt noch auf ihrem Geburtstag haben wollen?

Klaus Baumgart erzählt in seiner Freundschaftsgeschichte von der manchmal schwierigen Balance zwischen Vertrauen und Eigenständigkeit. Die Unsicherheit Lauras in dieser verfahrenen Situation spiegelt er dabei sehr einfühlsam wider.
Die Symbolik des kleinen Baums, der für die Freundschaft der beiden Mädchen steht, passt hier ausgesprochen gut und Kinder lernen, dass auch eine Freundschaft gepflegt werden muss. Nur wenn sie stark genug ist, kann sie auch dann noch Bestand haben, wenn es stürmisch wird und der andere einmal unverständliche Wege geht.

Die harmonische Kolorierung und die weiche Strichführung sind auch in diesem Buch für Erstleser charakteristisch für Klaus Baumgarts Figuren. Seine Bilder strahlen, ebenso wie seine Geschichten, viel Ruhe aus und das, ohne dabei jemals langweilig zu wirken. Die warme Atmosphäre von Lauras Umgebung wird wunderbar eingefangen, unterstützt von den Glitzereffekten des Sterns – dabei glitzert und funkelt aber nicht nur Lauras Stern: wer am Ende genauer hinsieht, erkennt, dass auch das Bäumchen ein wenig von dem Zauber des Sterns abgekriegt hat.

Denn natürlich hat der kleine Stern hier wieder seine Zacken im Spiel. Mit Tommy´s tatkräftiger Unterstützung und den guten Tipps des Sterns, findet Laura einen Weg, sich ihrer Freundin wieder anzunähern. Sophie, die sich wohl auch ihre Gedanken gemacht hat, findet nämlich keinen Weg mehr aus ihrer Schmollecke. Natürlich ist Sophie gar nicht mehr sauer auf ihre Freundin und hat selbst die Sorge, dass Laura mit einer solchen Zicke nichts mehr zu tun haben will. Aber besonders Tommy macht seinen Fehler wieder gut; nicht nur, dass er hilft einen zweiten kleinen Baum heranzuziehen; er hat auch den Mut, Sophie die Wahrheit zu sagen.

Fazit:

Klaus Baumgart zeigt in „;Laura und der Freundschaftsbaum“ erneut sein Gespür für die alltäglichen Sorgen und Nöte der Kinder. Es sind gerade seine leisen Töne, die Kinder einfühlsam einladen, sich auf die Reise in Lauras Welt zu begeben. Dabei unterscheidet sich diese Welt kaum von der ihren – wäre da nicht der kleine glitzernde Stern, der Laura mittlerweile ein verlässlicher Kompass in schwierigen Situation wie dieser ist. Der Stern gibt den Erzählungen ihren fantastischen Reiz und ist gleichzeitig der Garant dafür, dass am Ende immer alles gut ausgehen wird.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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