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Buchcover: Julia Boehme: Lukas im Kindergarten

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Lukas im Kindergarten von Julia Boehme

erschienen bei Baumhaus

geeignet für Kinder im Alter ab 3 Jahren

in mein Bücherregal

In dem fröhlich-bunten Bilderbuch für alle Kindergarten-Neuzugänge, oder jene, die es bald werden wollen, wird die Geschichte vom kleinen Lukas und seinem plüschigen Löwen-Freund Leo erzählt. Beide müssen ihren ersten Tag im Kindergarten meistern und, ganz klar, neue Freunde finden.

Es ist der Abend vor Lukas´ erstem Kindergartentag. Lukas kann noch nicht einschlafen und er berichtet seinen Stofftieren von dem aufregenden Tag, der ihm bevorsteht. Er erzählt ihnen, dass er dort viele Freunde haben würde – aber die hat er ja noch nicht, erinnern ihn Teddybär und Co. Da haben sie eine gute Idee: Lukas kann sie ja alle mitnehmen, dann wäre er nicht so allein und hätte dort bereits eine ganze Menge Freunde.

Am nächsten Morgen muß es dann schnell gehen, so dass Lukas nur noch Leo, seinen Löwen, schnappen kann – und schon brausen sie auf dem Fahrrad zum Kindergarten. Im Kindergarten angekommen, verabschiedet sich Mama schnell von Lukas – trotz seiner zugeflüsterten Bitte, dass sie doch noch ein wenig bleiben solle.

Im Morgenkreis begrüßen die Kinder Lukas und einen weiteren Neuzugang: Moritz. Moritz aber scheint sich noch gar nicht wohl zu fühlen und sitzt nur still da. Als alle spielen dürfen, möchte der freche Löwe Leo auf dem Feuerwehrauto fahren und Lukas setzt ihn auf das rote Gefährt. (Leo macht das gewaltigen Spaß, wie man an seinem breiten Löwenlächeln sehen kann.) Schließlich hilft Lukas mit, den Tisch für das Frühstück zu decken.

Als er zum Feuerwehrauto zurückkommt, entdeckt er dass Leo verschwunden ist! Lukas sucht überall, aber Leo ist zunächst nicht zu finden. Schließlich entdeckt er Moritz – mit seinem Leo! Moritz erklärt dem aufgebrachten Lukas, dass Leo mit Max, seinen Plüschhund, gehen wollte, weil er sich so alleingelassen fühlte. Lukas versteht offensichtlich und entschuldigt sich bei seinem kleinen Löwen. Und da ihre Plüschtiere so gerne miteinander spielen möchten, gehen die beiden Jungen mit nach draußen und spielen gemeinsam.

Dann, für die Kinder ganz unerwartet, wird Moritz von seiner Mutter abgeholt. Lukas ist ein wenig traurig, besonders Leo hat etwas dagegen, dass der Plüschhund Max schon gehen muss. Im nächsten Moment ist aber Lukas Papa zur Stelle und begrüßt ihn freudig. Sofort will er wissen, ob Lukas bereits neue Freunde im Kindergarten gefunden hat. Ja, Leo hat einen Freund gefunden, erzählt ihm der Junge. Nur Leo? Sein Papa wundert sich. Da dreht sich Moritz, schon fast aus der Tür, noch einmal um und verabschiedet sich von Lukas. „Bis morgen!“ Ruft Lukas zurück und freut sich, dass er offensichtlich auch einen Freund gefunden hat.

Sehr kurzweilig und manchmal etwas knapp erzählt uns Julia Boehme die Geschichte vom ersten Tag ganz ohne Mama und Papa, an einem fremden Ort mit vielen fremden Menschen. Sie findet dabei das nötige Interesse ihrer jungen Zielgruppe, geht aber nicht tiefer in die emotionalen Schichten eines solchen Einschnitts in das bisherige „Kinderdasein“. Der Kindergarten gehört mit zu den markantesten Stationen der Kindheit und des Wachstums: Hier lösen sich die Kinder zum ersten Mal – wenn auch für einen kurzen Zeitraum- ganz von ihren Eltern – und die Eltern von ihren Kindern. Für beide Seiten kein leichter Schritt. Da wirkt die Begebenheit vor dem Einschlafen ein wenig schnell erzählt, als die Stofftiere Lukas vorschlagen, doch in den Kindergarten mitzukommen. Lukas findet, dass dies eine gute Idee ist. Aber ohne einen weiteren Gedankengang, ein Auseinandersetzen mit dem neuen „Rettungsanker“ des kommenden Tages, kann Lukas sofort einschlafen. Hier wären ein paar mehr Worte über die Gedanken- und Gefühlswelt Lukas ´ sicherlich hilfreich gewesen.

Lukas bleibt in dieser Geschichte generell nicht viel Zeit zum Verarbeiten und er hat ja noch Glück, denn er gehört, oberflächlich betrachtet, wohl zu den Kindern, die sich nicht so viele Gedanken machen und lieber aktiv werden. Der kleine Moritz aber, der lieber allein auf seinem Stuhl mit seinem Stoffhund im Arm sitzenbleibt, hat es da schwerer. Die Kindergärtnerin kümmert sich – jedenfalls der Geschichte nach – nicht sehr viel um die Neuzugänge, lediglich als es um das Tischdecken geht, spricht sie beide an. Moritz möchte lieber nicht – Lukas „geht ins Handeln“ und hilft mit. Vieles wird in dieser Geschichte nicht gesagt oder beschrieben, das muß es für uns Erwachsene auch nicht, aber für die Kinder, die sich den Unsicherheiten und der Fremdheit noch gegenübersehen, wäre es sicherlich ein Trost zu erfahren, dass die beiden Kinder, die schließlich Freunde werden, ganz ähnliche Gefühle wie sie haben und diese auch in Worte gefasst werden können. Gefühle wie Angst, Unsicherheit, Wut können sie anhand von Geschichten erkennen und lernen so mit der Zeit, sie auch zu benennen.

Dagegen sind aber einige humorvolle Gedankengänge Lukas´ durchaus zu finden, wie zum Beispiel seine Verwunderung darüber, dass sein Vater einmal „Klein“ gewesen sein soll – nein, daran würde er sich schließlich doch erinnern.

Trotz des großen Anteils an wörtlicher Rede, wirkt die Sprache aber ein wenig einfarbig und monoton. Für leseerfahrene Kinder könnte dies schnell zum „Abschalten“ führen, wären da nicht die ansprechenden, bunt-fröhlichen Illustrationen, die natürlich die Neugierde wecken.

Denn sehr schön ist in dieser Gesichte allerdings die Annäherung der beiden Jungen über ihre Stofftiere. Für die beiden Jungen sind die Tiere quicklebendig und in den Illustrationen versteht es Kerstin Völker sehr gut, diese, für die Kinder unumstößliche Tatsache, amüsant und lebendig wiederzugeben. Mit sicherem, dynamischen Strich erweckt Kerstin Völker, Lukas Welt mit vielen, unseren Kindern bekannten, Gegenständen und Begebenheiten zum Leben. Die Comicartigen Darstellungen mit ihren kräftigen und klaren Farben, sind logischerweise nicht sehr detailliert und wirken in ihrem Ausdruck hier und da ein wenig oberflächlich – sie schaffen es aber dennoch, die wichtigsten emotionalen Regungen wie Angst, Wut oder Freude wiederzugeben.

Fazit:

Dieses Buch macht ohne Umwege und auf humorvoll erzählte Weise, dem einen oder anderen Kindergarten-Neuling Mut für die erste Zeit in der fremden Umgebung. Es gibt außerdem eine gute Anregung, wie ein liebgewonnener Teil von zu Hause immer dabei sein kann. Zu leichte Kost aber für leseerfahrene Kinder, denn die werden hier die Feinheiten, die eine Gesichte so besonders machen,vermissen. Für alle anderen aber ist es auf alle Fälle ein unterhaltsames Buch mit ansprechenden und fröhlichen Illustrationen.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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