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Buchcover: Bill Bryson: Eine kurze Geschichte von fast allem

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Eine kurze Geschichte von fast allem von Bill Bryson

erschienen bei Cbj-Verlag

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

in mein Bücherregal

Bill Brysons „Eine kurze Geschichte von fast allem“ ist als Ausgabe für Erwachsene bereits ein Weltbestseller. Der cbj-Verlag präsentiert nun eine gekürzte Ausgabe für junge Leser ab 10 Jahren. Noch immer stolze 225 Seiten im Großformat und ein silbern glänzender Einband machen zumindest schon mal neugierig. Schauen wir mal rein …

Zugegeben, den gleichnamigen Weltbestseller von Bill Bryson, der bis dato vor allem bekannt für seine amüsanten Reiseberichte war, habe ich (noch) nicht gelesen. Aber auch in der vorliegenden Ausgabe für junge Leser erwartet uns wirklich jede Menge faszinierendes Wissen – und soviel gleich vorweg, vor allem auch viel Bill Bryson.

Ganz sicher erzählt Bill Bryson nicht eine Geschichte von fast allem, aber immerhin von wirklich viel und vor allem von viel bedeutsamen Dingen und Aspekten der Wissenschaft. Er nimmt uns mit zu Wundern des Universums, der Erde und der Entstehungsgeschichte des Menschen. 700 Buchseiten wurden dabei in der Ausgabe für junge Leser auf knapp 200 Seiten reduziert. Aber nicht nur die kürze der Informationen, auch die übersichtliche Struktur sind auf das junge Publikum zugeschnitten. In sechst übergeordnete Themengebiete werden die einzelnen Kapitel gegliedert: Verloren im Weltall, Die Grösse der Erde, Eine neue Zeit beginnt, Ein gefährlicher Planet, Das Leben, Auf dem Weg zu uns. Jedes Kapitel wird auf einer Doppelseite präsentiert und spricht das junge Publikum teils schon durch sehr gelungene Überschriften oder Fragestellungen an: Wer ist da draußen? Was wiegt die Erde? Die Erdbeule, Die Steineklopfer, Die Bettdecke der Erde, Wie lang kannst du bleiben? Der großformatige Band ist zudem reich bebildert, illustriert und cartooniert; dies nicht nur als optisches Beiwerk, sonder auch, um Zusammenhänge und komplexe Themen einfacher darzustellen.

Bill Brysons humorvoller und wunderbar naiver Blick auf wirklich wichtige Fragen über die Welt ist einfach ansteckend. Selten ist es so leicht, Wissen zu konsumieren, zu verstehen und darüber wieder Neugier zu entwickeln. Mal konzentriert auf einen Punkt, mal beinahe abschweifend schwadroniert Bill Bryson federleicht durch die großen Themen der Wissenschaft und unserer Entstehungsgeschichte, hält sich kurz an markanten Punkten auf, entlockt ihnen die notwendigsten Information, um gleich weiter zu brausen durch die Phänomene unseres Universums. Nur eines vermeidet er an jeder Stelle: den jungen Leser zu langweilen oder mit Information zu überladen. Ohne es zu merken, blättern also auch wir weiter, staunen über die Dinge dieser Welt und müssen erkennen, wie wenig wir doch wissen und wie klein wir in diesem gigantischen Kosmos sind.

In Bill Brysons lockerem und unterhaltsamem Erzählstil scheint dabei die eigene Faszination über die gewonnenen Erkenntnisse und die Freude über die Beantwortung zahlreicher Fragen zu stecken. Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass der Ausgangspunkt seines Buches die persönliche Enttäuschung über eine „Begegnung“ mit einem Wissenschaftsbuch in der Kindheit war. So ergänzen auch stets anschauliche Beispiele und Vergleiche den informativen Text.

Am Ende seiner Geschichte macht Bryson auf den Eingriff des Menschen in den sensiblen Kreislauf des Lebens und die Verantwortung aller für den Fortbestand der Erde aufmerksam – und obwohl wir am Ende des Buches eine ganz ordentliche Reise durch Raum und Zeit unternommen haben, sagt er: „Das Dasein des modernen Menschen macht weniger als 0,01 Prozent der Erdgeschichte aus – so gut wie nichts – aber selbst um so kurze Zeit zu existieren, ist eine nahezu unendliche Kette von Glücksfällen nötig. Eigentlich stehen wir ganz am Anfang. Und das Kunststück besteht darin zu verhindern, dass es ein Ende mit uns hat. Das aber erfordert mehr als eine Reihe glücklicher Zufälle.“

Fazit:

Das macht richtig Spaß! Bill Bryson wirkt auch – oder vielleicht erst recht – in gekürzter und „verjüngter“ Form und beweist, wie unterhaltsam das große Wissen dieser Welt sein kann. Für alle neugierigen Kinder und solche die es werden wollen, ist „Eine kurze Geschichte von fast allem“ einfach uneingeschränkt zu empfehlen – und für Erwachsene sowieso. Bill Brysons Sachbuch, das ganz sicher Wissen schafft, darf gerne den Weg in Schulbibliotheken finden und es bleibt vielleicht nur noch die Frage, ob das Buch nicht auch als ergänzende Schullektüre eingesetzt werden kann …

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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