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Buchcover: C.J. Busby: Froschzauber

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Froschzauber von C.J. Busby

erschienen bei Boje

geeignet für Kinder im Alter ab 8 Jahren

in mein Bücherregal

Max Pendragon wünscht sich nichts sehnlicher, als ein Zauberlehrling zu werden. Doch sein Vater, der raubeinige Sir Bertram, will aus ihm einen Ritter machen. Es gilt, den Zauberernachwuchswettbewerb in diesem Jahr zu gewinnen, um seinen Vater umzustimmen. Aber da ist auch noch sein ärgster Widersacher, Adrian Hogsbottom, dem es immer wieder gelungen ist, Max´ Zauberkünste zu sabotieren.

Max will auf keinen Fall Ritter werden – das Fechten, Schlagen und Stechen ist einfach nichts für ihn, besonders, wenn er sich dabei auf einem Pferd befindet. Seine jüngere Schwester Olivia hingegen würde liebend gerne das Ritterhandwerk erlernen. Doch für ein Mädchen ist das nicht möglich, also muss Max ihr gelegentlich Unterricht geben, was seine Verzweiflung nicht gerade mildert. Als er sich in dem alten Kellergewölbe daran macht, einen Zaubertrank zu brauen, der ihn beim nächsten Zauberernachwuchswettbewerb zum Sieger machen soll, wird er von Olivia gestört. Es kommt zu einem Gerangel und – schwupp! Landet eine Flüssigkeit in dem Kessel, die eigentlich nicht dort hinein gehört hätte. Mit einem lauten Knall werden Max, Olivia und die Ratte Grimm von der bläulichen Flüssigkeit getroffen. Und ehe sie sich versehen können, sind sie zu kleinen bunten Fröschen geworden.

Nach einer gewissen Orientierungslosigkeit – die die ebenfalls verwandelte Ratte, Grimm, bestens zu kommentieren weiß – müssen sie ein Gegenmittel brauen. Dazu aber benötigen sie Pfeffer aus der Küche. Max muss in die Höhle des Löwen, denn das Regiment in der Küche schwingt keine schlimmere als die Köchin Mudfoot. Wie soll ein Frosch an diesem Ungetüm vorbei, das damit droht alles und jeden in den Kochtopf zu stecken? Doch nachdem der schusselige Drache Adolphus seine Rettungsmission gründlich vermasselt hat, müssen sie feststellen: Miss Mudfoot liebt Frösche und drückt dem armen Max einen dicken Kuss auf. Und wie im Märchen „Der Froschkönig“ macht es Wuuusch! – und siehe da: Max ist wieder ein Junge …

Plötzlich begreift Max, dass sein Missgeschick ein echter Glücksfall ist. Mit dem Froschzauber wird er ganz sicher auf dem Wettbewerb gewinnen! Als sie auf Burg Camelot, dem Austragungsort, eintreffen, kommen Max und Olivia kaum dazu ihren Zauber noch einmal zu üben. Sie werden abermals von Adrian Hogsbottom hereingelegt, noch bevor der Wettbewerb überhaupt angefangen hat. Durch Zufall erfahren sie aber, dass eine schlimme Verschwörung im Gange ist, die König Artus in den Krieg zwingen soll: Der Prinz eines befreundeten Staates soll entführt werden und Adrain Hogsbottom steckt ganz tief mit in dem Komplott. Nun gilt es nicht nur seine (Frosch-) Haut zu retten, sondern auch das Königreich.

Die englische Autorin C.J. Busby braut mit ihrem „Froschzauber“ eine turbulente Mischung aus Märchen, Rittern, Drachen und Zauberern. Dass dabei so manches Klischee aufs Korn genommen wird, versteht sich fast schon von selbst – und ist nebenbei auch originell umgesetzt. Sehr humorvoll und temporeich nimmt die Geschichte so Anlauf. Busby´s filmreife Schilderungen ihrer Hauptdarsteller, wie zum Beispiel der ziemlich sarkastischen Ratte Grimm, sind wirklich gelungen. Auch der treue Drache Adolphus, der nicht gerade eine Leuchte ist und selbst beim Fliegen ständig Flügel und Füße durcheinanderbringt, ist das ganze Buch hindurch ein unterhaltsamer Begleiter. Der findige Max und die mutige Olivia zeigen sich als gelungene Identifikationsfiguren. Damit spricht das Buch sowohl Jungen als auch Mädchen an.

Die pointierten Dialoge werden Lesern ab acht Jahren zweifellos eine Menge Spaß bereiten. Bei dem lebhaften Schlagabtausch – gerade was die trockene Art Grimms betrifft, die Dinge beim Namen zu nennen – überrascht es nicht, dass die Übersetzung aus dem Englischen von keinem anderen als Wieland Freund stammt, dem Autor von „Törtel, die Schildkröte aus dem McGrün“, in dem die tierischen Darsteller ebenfalls ziemlich wortgewandt und geistreich miteinander agieren.

Im weiteren Verlauf finden sich die witzigen Dialoge jedoch seltener. Das ist schade, denn die Idee, dass die Kinder nach dem Froschzauber in der Lage sind, mit ihren „Haustieren“ zu sprechen, macht die Geschichte gerade für Kinder interessant. Mit dem Wechsel zum Schauplatz „Camelot“ erhält die Geschichte mehr und mehr den Überbau der „König-Artus-Sage“. Alte Legenden und sagenumwobene Darsteller, wie der Zauberer Merlin oder Lady Morgana, sowie die höfischen Intrigen stehen nun im Mittelpunkt und nehmen der Geschichte ein wenig die anfängliche Leichtigkeit. Dies ist auch dadurch bedingt, dass C.J. Busby deren Verlauf mit langen, teilweise auch verschachtelten Sätzen und einer etwas gestelzten Wortwahl schildert, die den humorvollen Unterton aufrecht erhalten soll.

Was allerdings noch aus dem Froschzauber heraus alles gelingen kann, bringt die englische Autorin sehr einfallsreich auf den Punkt und es zeigt sich am Ende, dass es nicht egal ist, wer wen küsst. An diesem Punkt angelangt, findet die Geschichte wieder zur anfänglichen Stärke zurück und überlässt seinen überaus sympathischen Helden das Feld.

Fazit:

Bei verzauberten Fröschen ist es nicht egal, von wem sie geküsst werden. Das, und viele andere witzige Begebenheiten finden sich in C.J. Busby´s „Froschzauber“. Max und seine Schwester Olivia starten mit großem Knalleffekt und viel Situationskomik. Erst einmal müssen sie aber das Königreich von König Artus retten, bevor sie mit ihrem „Froschzauber“ auftrumpfen können.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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