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Buchcover: Birgitt Carstens: LernSpielZwerge - Im Kindergarten

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: LernSpielZwerge - Im Kindergarten von Birgitt Carstens

erschienen bei Loewe

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

in mein Bücherregal

Die beiden Zwerge Zwick und Zwack erleben im Kindergarten so einige spannende Dinge, die die Kinder anhand von Rätseln, Aufgaben, Suchbildern und Spielen nachvollziehen können. Ein Ideenreiches und niedliches Heft, für gemeinsame Stunden.

Zwick und Zwack sind zwei kleine Zwerge, die den Kindergarten besuchen und dort so manches alltägliches Abenteuer erleben. Sie machen all das, was ein Kindergartenkind auch im Laufe eines Tages erlebt. Ihr Tag beginnt mit dem Weg zum Kindergarten, dem Umziehen an der Garderobe und geht weiter mit dem Frühstück. Jeweils eine DINA 5 Seite ist einer Einheit gewidmet. Eine kurze textliche Einleitung und Erklärung zeigt den Kindern spielerisch, was zu tun ist. So müssen diese mit einem Stift den Weg suchen und nachzeichnen, Rucksäcke richtig zuordnen, Handlungsabläufe erkennen und beschreiben oder Veränderungen auf dem Bild erkennen.

Die Kinder werden hier dazu angehalten, genau hinzuschauen, Zusammenhänge und Abfolgen zu erkennen und das ganze Bild zu überblicken. Die visuelle Wahrnehmung wird angemessen gefördert, ebenso wie räumliches Denken.

Die kindlich gezeichneten Bilder sind nicht überhäuft und die klaren Begrenzungen dienen dem Verständnis. So ist es selbst jüngeren Kindergartenkindern möglich, die Aufgaben zu lösen. Der Schweregrad der Aufgaben ist für das Kindergartenalter angemessen, so dass sich die Kinder nicht überfordert fühlen und viel Spaß an dem Heft haben können, da sie wenig Frustration erleben.

Nach dieser ganzen Anstrengung ist erst einmal eine Pause nötig. So lautet die nächste Aufgabe einen „Hampelmann“ zu machen, um wieder neue Kräfte für die nächsten Aufgaben zu sammeln. Immer wieder tauchen in dem kleinen Heft diese so genannten „Bunten Pausen“ auf. Die Kinder sollen hier durch körperliche Aktivität wieder frei gemacht werden für neue kognitive Anforderungen und den Eltern wird erläutert, wie wichtig für Kinder ein Wechsel aus Konzentration und Entspannung ist. Hier wird der Ehrgeiz mancher Eltern, die Kinder kognitiv zu überfluten, bereits gelungen im Keim erstickt und das Heft erhält so eine äußerst kindgerechte Basis.

Weiter geht es nun, indem Zwick und Zwack im Spiel so richtig aktiv werden. Sie spielen Kasperletheater, tauchen ins Land der Märchen ab und haben im Sandkasten ihren Spaß. Die Kinder werden in diesem Zusammenhang aufgefordert, den Kasperlepuppen ein Kleid zu malen, Zwick und Zwack im Märchenland wieder zu finden, der Prinzessin wieder zu einer heilen goldenen Kugel zu verhelfen und im Sandkasten Formen wieder zu erkennen.

Da alle Bereiche, in denen die beiden Zwerge sich aufhalten, für eigentlich jedes Kindergartenkind alltäglich sind, entsteht eine hohe Identifikation mit der eigenen Person und Umwelt. Die Kinder werden in den Aufgabenstellungen direkt per „Du“ angesprochen und haben die Möglichkeit, viele Erlebnisse aus ihrer eigenen Welt in das Heft einzubeziehen. Hierzu dient z.B. die ";Zauberseite am Ende des Buches. Sie kann parallel zu den einzelnen Seiten aufgeschlagen werden und auf einigen Seiten ist unten eine Aufgabe, die das Kind dort erfüllen kann.

Die Zauberseite ist aus beschichtetem Papier und lässt sich mit einem wasserlöslichen Stift immer wieder aufs Neue beschriften. Die Kinder werden hier aufgefordert, z. B. ihre eigene Sandburg zu malen, das Puppentheater durch ein Krokodil zu ergänzen oder die eigene Kindergartentasche zu malen. Auf diese Weise wird zusätzlich die eigene Kreativität und Phantasie des Kindes gefördert und nicht nur nach den vorgegebenen Schemata gearbeitet. Denn was nützt es, wenn ein Kind zwar alle dargestellten Aufgaben und Fragen richtig beantworten kann, selber aber nicht in der Lage ist, etwas zu konstruieren und auf eigene Lebenssituationen anzuwenden? Diese Gefahr besteht leider, besonders bei stark kognitiv ausgelegten Vorschulheften, sehr schnell.

Durch diese Ergänzung wird dies in dem Heft sehr gelungen umgangen und auch Eltern wird immer wieder deutlich gemacht, wie wichtig es für ihr Kind ist, ganzheitlich zu lernen und die Welt mit allen Sinnen zu erfahren. Abschließend wird das Heft mit einer ganzen Reihe an Ideen sehr gelungen ergänzt. Hier werden Kinder in ihrer Welt aktiv und stellen Bezug zwischen sich und den Zwergen her. Des Weiteren werden sie zur intensiven Auseinandersetzung mit und Wahrnehmung von ihrer eigenen Umwelt angeregt. Eltern können auf diesem Wege gut beobachten, wie weit die Fähigkeiten ihres Kindes in der praktischen Umsetzung der Aufgaben gehen und wie weit ein Kind in der Lage ist selber zu gestalten.

Zwick und Zwack erleben aber noch viel mehr. So geht es als nächstes auf den Spielplatz, wo es ein wildes Sockendurcheinander gibt, anschließend wird gemalt, doch leider fallen alle Farben aus dem Kasten und müssen von den Kindern wieder neu aufgeklebt werden. Hilfe brauchen die Zwerge auch beim Anmalen der Bonbonkette und beim Verteilen. Hier werden logische Reihenfolgen erkannt und das Sortieren geübt.

Ein Puzzle und ein Dominospiel zum Ausschneiden in der Mitte des Buches ergänzt es und laden zum Spielen ein.

Fazit

Eine gelungene Mischung aus kindergartengerechten Aufgaben, die Kinder ganzheitlich fördern, sowohl kognitiv, wie auch grob- und feinmotorisch, als auch sprachlich und die Phantasie anregend. Dieses Heft kann man bedenkenlos, selbst an äußerst ehrgeizige Eltern, weiterempfehlen, da ihnen hier zum Glück nicht die Möglichkeit gegeben wird, ihr Kind rein kognitiv auf die Schule zu trainieren.

Dorothee Langer

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