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Buchcover: Eoin Colfer: Tim und das Geheimnis von Knolle Murphy

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Tim und das Geheimnis von Knolle Murphy von Eoin Colfer

erschienen bei Beltz und Gelberg

geeignet für Kinder im Alter ab 8 Jahren

in mein Bücherregal

Kinderbuch des Monats (10.2005). Ein Zwangsaufenthalt in einer Bücherei mit dem Bewegungsspielraum, der nicht größer ist als ein Bettvorleger, beaufsichtigt von einem wahren Drachen in Gestalt einer Bibliothekarin – und das auch noch in den Ferien ...scheint wirklich mehr Strafe zu sein, als sogar die Brüder Tim und Marty es verdient hätten.

Tims Eltern wird es zu viel: Zu viele Nachbarskinder, zu viel alltäglicher „Vandalismus“, den sie ertragen müssen, zu viel Lärm, zu viel Streit. Da liegt es doch nahe, der „Großen-Bruder-Hälfte“ -die anderen drei jüngeren Brüder sind für derartige Massnahmen noch zu klein – eine Auszeit zu erteilen. So kommen die Eltern überein, dass Tim und sein Bruder Marty nichts anstellen können, solange sie ein Buch lesen. Dass Lesen obendrein auch noch bildet, stellt dabei einen eher zweitrangigen Nutzen dar.

Nun ist es aber so, dass Tim und Marty die Bücherei als einen höchst gefährlichen Ort fürchten. Besser gesagt, die dort unter hartem Regiment herrschende Bibliothekarin: Miss Murphy.Der Einwand, den Tim zaghaft vorbringt, dass Miss Murphy ein Luftgewehr habe, in dessen Lauf eine ganze Kartoffelknolle passe und dass sie bekanntermaßen damit auf Störenfriede schiesse, erhählt von ihren Eltern keine, dem Ernst der Lage entsprechende, Würdigung. Auch real existierende Opfer, die Miss Murphy bereits „abgeknollt“ hat, treffen nicht auf die erhoffte Sensibilität der Eltern.

So begeben sich Tim und Marty an den Ort wo „ernste Männer ernste Bücher lesen“ und wo das Lachen von Kindern sehr ungern wahrgenommen wird. Eines ist klar: Sie werden dort irgendwie ihre Zeit absitzen – so ein langweiliges Zeug wie etwa Lesen kommt gar nicht in Frage. Die erste Begegnung mit Miss Murphy verläuft, gelinde gesagt, den Erwartungen entsprechend. Das gesamte Auftreten der Dame gewaltigen Ausmasses verheißt den Jungen nichts gutes; der mit Stempeln bestückte Revolvergürtel, den Miss Murphy um ihre üppigen Hüften trägt, schwächt diesen Eindruck nicht gerade ab. Sogleich werden die Jungen mit den unbarmherzigen Regeln der Bücherei vertraut gemacht. Und so erklärt ihnen Miss „Knolle“ Murphy, dass es Ihnen nur erlaubt sei, sich im Bereich der Kinderbücher aufzuhalten. Das heisst im Klartext: Sie dürfen den Teppich vor dem Kinderbuchregal auf keinen Fall verlassen. Jeder noch so geringe Verstoss wird sofort entdeckt und streng geahndet.

Aber die Jungs nehmen die Herausforderung mit Sportsgeist und mit einer gehörigen Portion Galgenhumor an. Da die berüchtigte Bibliothekarin Kinder nicht als kleine, niedliche Geschöpfe wahrnimmt, sondern als gerissene kleine Banausen vor denen man stets auf der Hut sein muss (trachten sie doch nur danach, die wohlgeordnete Bücherwelt auf den Kopf zu stellen) finden Tim und Marty in „Knolle Murphy“ eine wirklich ernst zu nehmende Gegnerin. Nur aus dem „murphschen“ Mangel an Vertrauen lässt sich erklären, warum die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes bei ihr nichts zu lachen haben und auf einen winzigen Teppich begrenzt sind. Eine diskriminierende Behandlung, die den Aufstand regelrecht provoziert. Und so fühlt Marty sich ganz offen herausgefordert und beschliesst, das zu tun, was Bibliothekare am meisten ärgert, nämlich Bücher verstellen. Auf raffinierte Weise schlängelt sich Marty lautlos in verbotenes Terrain. Doch „Knolle“ ist nicht von gestern und sie trickst Marty gleich zweimal aus.

Ein gezielter Wurf mit dem Stempel, der einem echten Revolverhelden zur Ehre gereicht hätte, ist „Knolles“ Meisterstück auf dem Weg zur gegenseitigen Akzeptanz. Nun geben sich Tim und Marty geschlagen, es herrscht Ruhe vor dem Kinderbuchregal. Viele lange, endlos erscheinende Nachmittage verbringen die beiden Jungen auf dem kleinen Teppich. Sie kennen dessen Muster genau, meinen sogar, dass es sich schon auf ihrem „Allerwertesten“ verewigt hat, haben Löcher in die Luft geschaut und sich sogar darüber gestritten, wem die Luft in ihrem gemeinsamen Zimmer gehört. Bis eines Tages Tims gelangweilter Blick auf einer Zeile haften bleibt …

Eoin Colfer schreibt derartig spannend und unterhaltsam, mit soviel Humor und Sinn für Situationskomik, dass ich das Buch selbst nicht mehr aus der Hand legen konnte, ehe ich wusste, wie die Geschichte enden würde. Selbstverständlich habe ich, ganz wie Tims und Martys Eltern, nicht geglaubt, dass Miss Murphy die Jungen „abknollen“ würde. Aber wer weiß das schon so genau? Mit diesem Zweifel und Tims ganz authentisch-kindlichen Beschreibungen, aus dessen Sicht die gesamte Geschichte erzählt wird, folgen wir den vielen kleinen spannenden Scharmützeln, die sich die beiden Parteien liefern. Dabei wird nicht mit Tagträumen, Angstfantasien und überaus amüsant dargestellten Gefühlen Tims gespart. Bei allem Humor wirkt Tims Erzählung – aus seiner Sicht zumindest – todernst und das macht die Sache wiederum so komisch.

Ein rundum gelungenes Buch, das ich nur weiterempfehlen kann, weil es so leicht, so ohne jede Anstrengung erzählt ist. Weil es gute Laune macht und uns vorführt, wie zwei Jungen und eine -wohl doch nicht so durch und durch humorlose – Bibliothekarin das ganz normale Leben mit einem Augenzwinkern meistern.

Fazit:

Ein ganz wunderbares Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite spannend, witzig und originell ist. Eoin Colfer gelingt das Meisterstück, sein hoch angesetztes Niveau bis zum Ende durchzuhalten. Er weiß Tims Gedanken- und Erlebniswelt so lebhaft darzustellen, dass wir zu keinem Zeitpunkt das Interesse an dem kleinen „Schwerenöter“ verlieren. So ist es auch dem Autor zu verdanken, dass wir uns nie wirklich über Tims Sorgen lustig machen – dafür fühlen wir viel zu sehr mit ihm -wir schmunzeln aber, schütteln mit dem Kopf und grinsen in uns hinein. Wir waren und sind auch nicht anders, nur haben wir es vielleicht noch nicht so betrachtet …

Stefanie Eckmann-Schmechta

Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

Sara Michelini meint:
#mima meint:
ezaldien meint:
HamburgLäuft meint:
Gut einfach Gut !!!
Gut einfach GUt!!!
Gut einfach Gut !!!
Sccccccccccccccchhhhönnn das buch
sehhhhhhrrrrrr schönnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn
sehr sehr schönnnnnnnnnnnnnnnnnn
Kiko Naou meint:
Wir mussten das Buch auch in der Schule lesen ich find es nicht sehr spannend. Weil es aus meiner Sicht für Kleinkinder geschrieben wurde damit sie lesen....was bei 14 jährigen nicht besonders klappt ich meine nichts schlechtes über dieses Buch aber was denken sich die Lehrer bitte?! Denken die sich ernsthaft wir lesen diesen Mist?!
CRAZY meint:
das buch ist langweilig aber bei ein paar stellen ist es sehr lustig
z.b. dort wo knolle murphy , marty einen stempel auf den arm gestempelt hat wo drauf stand
ICH LIEBE BARBY!!!

das buch ist o.k
ich würde nicht sagn das es SCHEISSE ist so wie
"Marvin schindzielorz"
DU must es nicht übertreiben !!!!!
Marleen Heisterkamp meint:
Das Buch war sehr lustig und es waren
wizigesprüche da drin.

Eine zeile war echt heftig: sie hat ein Luftgewehr unter ihren Scheibtisch.

Tim hat vier brüder der älteste war Marty die beiden mussten in der Bücherrei.
emine meint:
ich finde das buch sehr toll habs in ein tag fertig gelesen jfipouhjewtglihdfgno7erb g0qo837zfnpasg98zqnprt9g83qtgb6q9zfu8nsog9lzzm73wß9t6z709bwer8ufzhmpas98tfzepng9z783fmpqpo8znß8gz9ergfoqwertzuioopüasdfghjklöäyxcvbnm
Gabriela meint:
Geschichte spannend- Knolle Murphy anfangs gehasst, am ende des Vorlesens gemocht! Überraschung stand den Kinder ins Gesicht geschrieben.
Zum Vorlesen super.
Mädchen wie Jungs fanden das Buch lustig.
Tim Weller (10) meint:
Ich war genauso wie Tim ich wollte auch nicht lesen bis ich einen spannenden Krimi gelesen habe.Danach wurde ich ganz scharf drauf.Das Buch hat mir gut gefallen weil es spannend war.Und weil es ein bisschen lustig war.
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