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Buchcover: Monika Czernin: Lisa, Prinzessin über Nacht

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Lisa, Prinzessin über Nacht von Monika Czernin

erschienen bei Hanser

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

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Stell dir vor, dein Wunsch geht in Erfüllung und du verbringst ein paar Tage deiner Ferien in einem alten Schloss. Und dann stell dir vor, du befindest dich plötzlich in einer Zeit, da das Schloss in seinem alten Glanz erstrahlt. Für Lisa und Alex wird diese Zeitreise Wirklichkeit und stellt sie vor eine große Aufgabe: Sie müssen einen Anschlag abwehren, anderenfalls gibt es kein Rückfahrticket in die Gegenwart …

„In Rokoko-Schlössern froren die Leute, bis ihnen die Zähne klapperten.“ Bei der kalten und klammen Atmosphäre, die während der Führung durch Schloss Glücksburg herrscht, heben die Worte von Herrn Kämmerer nur das hervor, was Lisa bereits am ganzen Körper spürt. Und das, obwohl es Sommer ist und sie gerade ihre Ferien in einem weiteren Teil des königlichen Anwesens verbringt. Ein wenig enttäuscht ist sie nach dem Rundgang irgendwie schon. Dennoch übt das Gebäude einen unbeschreiblichen Reiz auf sie aus. Es gibt ihr einfach das Gefühl, dass es immer noch lebt und nur scheinbar dem Verfall preisgegeben ist …

Lisas Gefühle täuschen nicht. Als sie sich neugierig von der Gruppe davon schleicht, um den Garten des Schlosses zu erkunden, landet sie in einem verwilderten Garten, in dem ein verfallener Brunnen steht. Weil sie den Blicken von Alex, dem bestaussehenden Jungen der Feriengruppe ausweichen will und unverwandt in den Brunnen starrt, erkennt sie, dass sie plötzlich ganz anders aussieht. Ihre Frisur, ihr Teint und ihre Kleidung entsprechen einer längst vergangenen Mode. Auch Alex´Spiegelbild sieht verändert aus und als er sich vorbeugt, um sich genauer zu betrachten, fallen beide kopfüber in den Brunnen. Für einen Moment steht die Zeit still. Als die beiden wieder aus dem Brunnen auftauchen, hat sich ihre Umgebung vollkommen gewandelt. Das, was alt und schäbig war, erstrahlt nun wieder in neuem Glanz.

Da entdeckt Lisa ein Mädchen, das in ihrem Alter sein muss. Es ist Elisalex, die Tochter des Fürsten von Glücksburg. Als sie zu Alex und Lisa spricht, begreifen sie erst, dass sie wohl im Rokoko gelandet sein müssen. Fasziniert von Elisalex´ fürstlichem Benehmen und ihrer grazilen Art, fühlen sie sich der jungen Prinzessin gleich verbunden. Als Elisalex ihnen mitteilt, dass es am Abend ein rauschendes Fest geben wird, zu dem auch das Wunderkind Mozart ein Konzert geben wird, sind die beiden sprachlos.

Doch die Freude über das großartige Erlebnis wird beim Zusammentreffen mit dem geheimnisvollen Bibliothekar Herrn Kämmerer schnell gedämpft. Er kennt den wahren Grund ihrer Zeitreise. Lisa und Alex müssen am kommenden Tag, während des Konzerts, ein Großfeuer auf Schloss Glücksburg abwehren. Andernfalls wird damit Unheil über das Anwesen gebracht und das würde auch bedeuten, dass ihr Rückfahrticket in die Gegenwart erlöschen wird.
Lisa und Alex müssen sich so schnell wie möglich mit den Gegebenheiten und den intriganten Gespinsten im Schloss vertraut machen, um die Übeltäter überlisten.

Mit ihrem Debüt als Kinderbuchautorin hat Monika Czernin mit „Lisa, Prinzessin über Nacht“ ein unterhaltsames sowie mitreißendes Werk geschaffen, das nicht nur „krönchenbegeisterten“ Lesern gefällt. Wie der Titel bereits andeutet, handelt es sich eher um ein Buch für Mädchen, wenngleich der Junge Alex eine ebenso tragende Rolle wie Lisa spielt. Beide Charaktere spiegeln das Verhalten von Kindern im Alter von 9 bis 10 Jahren wider. Mit iPhone und Digitalkamera ausgestattet, wirken sie zudem ziemlich modern. Lisa wird eher als wissbegieriges aber vorsichtiges Mädchen dargestellt; Alex ist ein bodenständiger Junge, der bei den vielen Ereignissen den Überblick behält, sich Lisa gegenüber mutig zeigt und gerne kleine Sticheleien austeilt. Positiv herauszuheben ist der durchgehend freundliche Umgangston und die rücksichtsvolle Art der beiden, so dass sie sich während der ganzen Geschichte als Kinder präsentieren, die man sich als Freunde nur wünschen kann.

Czernin schreibt ihr Werk in kindgerechter Sprache, lässt jedoch französische und lateinische Wörter und Floskeln einfließen, die die Etikette der damaligen Zeit widerspiegeln. Mit ihren ausführlichen Beschreibungen schafft sie es, die Unterschiede des Rokoko und der Gegenwart zu verdeutlichen und es gelingt ihr, den Haupterzählstrang der Zeitreise mit Nebenerzählungen zu ergänzen, so dass viele Interessengebiete junger Leser angesprochen werden. Geschichtlich interessierte Kinder werden an den Erläuterungen zum Rokoko Freude haben, wiederum andere werden von der Begegnung Elisalex´ mit Mozart angesprochen werden. Die Ausführungen zur Lebensweise einer Prinzessin sowie zur immer stärker vertrauten Beziehung zwischen Lisa und Alex werden hingegen kleine Romantikerinnen zum Weiterlesen anspornen. Nicht zuletzt die Tatsache, dass dieses Buch von einer „echten“ Gräfin geschrieben wurde, lädt zum Träumen in ein Fürstenschloss wie Schloss Glücksburg ein.

Die bunte Mischung aus Themen und Inhalten macht „Lisa, Prinzessin über Nacht“ somit zu einem anregenden Buch, das zum Weiterlesen anspornt und Lust auf eine fortsetzende Erzählung macht – besonders über die gerade begonnene Freundschaft zwischen Lisa und Alex.

Fazit:

„Lisa, Prinzessin über Nacht“ nimmt die Leser mit auf eine Zeitreise, die so umfangreich beschrieben wird, dass man dieses Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen möchte.

Ina Kolöchter

 

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