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Buchcover: Dan Walker: Zoya - Heldin der Lüfte

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Zoya - Heldin der Lüfte von Dan Walker

erschienen bei Thienemann

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

in mein Bücherregal

Luftpiraten? Die kennt Zoya nur aus Büchern. Doch als das Waisenmädchen von einer Bande von Himmelsdieben entführt wird, gerät sie in ein Abenteuer, das ihr allen Mut abverlangt. Spannend bis zur letzten Seite erzählt Dan Walker die turbulente Geschichte von Zoya, dem sagenumwobenen Luftschiff „Dragonfly“ und einem vergessen geglaubten Schatz.

Zum achtundachtzigsten Mal ist Zoya in Mr. Whycherleys Büro eingebrochen. Dieses Mal, um ihren Anhänger zurückzuholen, der nach einem von Zoyas Streichen konfisziert wurde. Und wieder einmal wird Zoya vom gutmütigen Mr. Whycherley erwischt, der ihr die milde Strafe aufbürdet, mit den kleinen Kindern des Waisenhauses ins Museum für Luftschifffahrt zu gehen.

Auf die Kleinen hat Zoya wenig Lust – die Luftschiffe interessieren sie hingegen brennend, schließlich hat sie bereits alles über Luftpiraten und Himmelsdiebe gelesen.

Doch der Ausflug ins Museum endet tragisch – als Zoya und die anderen Kinder zurückkehren, hat das Fliegerheer das Waisenhaus umstellt und Zoya sieht zu, wie der tote Mr. Whycherley aus dem Gebäude getragen wird. Zutiefst erschüttert fällt ihr Blick auf einen Mann mit hohem schwarzen Zylinder, der mitten im Getümmel zu ihr rüber starrt – oder hat sie sich das nur eingebildet?

Als sie schließlich erfährt, dass Luftpiraten in das Waisenhaus eingedrungen sind und nach einem bestimmten Kind gesucht haben – Zoya DeLarose – ist sie starr vor Schreck. Doch ihr bleibt keine Zeit, um die Geschehnisse zu verarbeiten, denn sie wird von einer vermeintlichen Gruppe des Fliegerheers in Sicherheit gebracht – zumindest denkt sie das – bis man ihr einen Sack über den Kopf stülpt und alles schwarz wird.

Als sie wieder aufwacht, befindet Zoya sich an Bord eines Luftschiffes. Im Handumdrehen knackt sie das Schloss ihres Verlieses und versucht mit einem gewagten Sprung vom Luftschiff zu entkommen – was Beebee, ein riesiger Kerl von Luftpirat verhindert – und sie zum Kaptain schleppt. Kaptain Vaspine entpuppt sich als Oberhaupt der „Dragonfly“, einem berühmten Luftschiff das reiche Schiffe ausraubt und die Beute unter den Armen verteilt. Zoya erfährt, dass Vaspine sie gerettet hat – denn sie ist nicht einfach irgendein Waisenkind, sondern die Tochter der legendären Luftpiraten Jupiter und Domenica, die vom grausamen Lendon Kane ermordet wurden. Vaspine versprach Zoya zu beschützen und versteckte sie zehn Jahre lang in Mr. Whycherleys Waisenhaus. Nun ist Kane auf der Suche nach Zoya, denn er braucht ihren Anhänger, der in Wahrheit der Schlüssel zu einer geheimen Schatzkammer ist.

Um sich vor Kane zu schützen muss Zoya nicht nur ihre Ängste überwinden, sie braucht auch die Unterstützung der gesamten Mannschaft. Bald schließt sie Freundschaft mit Bucker, dem Sohn der Kampftrainerin Rosie und Beebee, dem großen starken Hünen, der sich nichts sehnlicher wünscht, als dass ein Vogel auf seiner Hand landet. Rosie lehrt sie mit dem Schwert zu kämpfen und Bucker steht ihr treu zur Seite.

Doch dann beginnt Lendon Kanes Jagd auf Zoya und die Dragonfly und Kane ist bereit über Leichen zu gehen um sein Ziel zu erreichen …

Spannendes Lesefutter für Jungs und Mädchen

Die dreihundert Seiten sind schnell gelesen – in knackigem Tempo erzählt Dan Walker Zoyas Geschichte und reißt die Leser schnell mit in ein atemberaubendes Abenteuer, das für Jungs und Mädchen gleichermaßen empfehlenswert ist. In der fremden Welt, die Walker erschafft, ist der Himmel voller Luftschiffe, Meteoritenstürme erschweren den Piraten das Leben und es gibt Unterricht im Schwertkampf. Das Waisenmädchen Zoya ist ein wildes und mutiges Mädchen, aber sie hat auch Ängste, die sie überwinden muss. Obwohl sie sich sehr fürchtet, stellt sie sich dennoch tapfer den Herausforderungen mit denen sie konfrontiert wird. Und genau das macht Zoya so authentisch und damit auch sympathisch. Die Geschichte ist spannend bis zur letzten Seite und flüssig zu lesen. In leicht verständlicher, lebensnaher und humorvoller Sprache schreibt Dan Walker chronologisch und ohne Umschweife. Die noch recht große Schrift schreckt auch die jungen Leser nicht ab, die sich lange Geschichten oft noch nicht zutrauen.

Leider bleiben Zoyas Gefühlswelt und die Charaktere der übrigen Figuren dabei noch etwas zu oft im Dunkeln, was dazu führt, dass die Figuren teilweise eindimensional wirken. Auch erfährt man, bis auf wenige Ausnahmen, wenig über Zoyas Aussehen oder das Aussehen der Piraten. Dies trägt ebenfalls dazu bei, dass die Identifikation mit den Charakteren erschwert wird. Die gut durchdachte Handlung, die fesselnd und ereignisreich voranschreitet, wiegt diese Aspekte aber wieder auf. Sensiblere Gemüter sollten sich jedoch darauf einstellen, dass es zwei Todesfälle unter den Sympathieträgern der Geschichte gibt.

Fazit:

„Zoya – Heldin der Lüfte“ ist ein fesselnder Abenteuerroman, der für Jungs und Mädchen gleichermaßen zu empfehlen ist. Flüssig und spannend geschrieben entführt das Buch die Leser in eine fremde Welt in der Luftschiffe, Schwertkämpfe und geheime Schätze der Wirklichkeit angehören und in der sich ein mutiges Mädchen großen Herausforderungen stellt. Die Hauptdarstellerin Zoya wird zur „Heldin der Lüfte“ und überwindet ihre Ängste. Damit macht sie eindrucksvoll vor, was viele Leser sich wünschen: den Mut zu haben, für das zu kämpfen, woran man glaubt!

Pia Bosch

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