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Buchcover: Das Wimmel-Wörterbuch

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: von

erschienen bei Duden

geeignet für Kinder im Alter ab 3 Jahren

in mein Bücherregal

Spielerisch neue Wörter lernen? Wenn kleine Leser Zeki und Marie durch den Tag begleiten, geht das wie im Flug.

Zeki und Marie sind Freunde. Sie wohnen nebeneinander, gehen in den gleichen Kindergarten und treffen sich danach auf dem Spielplatz oder beim Einkaufen. Zeki hat einen größeren Bruder, der Emre heißt und Marie einen kleineren mit dem Namen Ole. Die Betrachter des Wimmel-Wörterbuchs begleiten Zeki und Marie durch einen Tag in ihrem Leben. Die beiden stehen morgens auf, duschen und ziehen sich an, bevor sie in den Kindergarten gehen. Dort erleben sie zusammen mit den anderen Kindern große und kleine Abenteuer, bauen eine Eisenbahnstrecke, singen und malen, schlafen und essen. Auf dem Spielplatz treffen sie sich anschließend wieder, dort wartet das große Piratenschiff darauf, erobert zu werden. Doch nicht nur das. Auch die Matschstrecke übt wieder eine ganz besondere Faszination aus. Doch nun müssen sie noch einkaufen. Marie ist mit Papa und Ole unterwegs und darf den Wagen schieben. Zekis Mutter kann sich im Supermarkt nicht entscheiden, wie viele Kirschen sie kaufen soll, während Emre schon mal den Apfel wiegt. Anschließend sind alle auf dem Bauernhof zu finden. Der gehört den Großeltern von Marie und Ole. Pferde, Kühe, Schweine, Hunde, Katzen, Schafe, Hühner und Kaninchen gibt es dort – also immer viel zu tun. Abends, zurück in der Stadt, gehen beide Familien durch die abendliche Stadt spazieren, denn an einem lauen Sommertag will keiner früh ins Bett.

Insgesamt stellt das vorliegende Buch sechs Themen auf jeweils zwei Doppelseiten vor, die durch Gucklöcher in der mittleren Seite miteinander verbunden sind. So wird auf der ersten Doppelseite, der Wimmelbildseite, großformatig das Thema vorgestellt und das Wimmelbild gezeigt. Gucklöcher verweisen jedoch schon auf die nächsten zwei Seiten, den bebilderten Wortschatzseiten. Auf diesen sind Aufgaben, Fragen und einzelne herausgehobene Substantive oder Verben zu finden. Aber auch die Wimmelbildseiten sind bereits mit einer Aufgabe versehen, denn dort sind am rechten Rand sechs oder sieben Gegenstände abgebildet, die die Kinder auf dem großen Bild entdecken müssen. Blättert man um, umkreisen die Gucklöcher andere Bilder der Doppelseite, die mit der jeweiligen Entsprechung unterschrieben sind. Hier werden vor allem Situationen hervorgehoben, die anschaulich Verben des Alltags darstellen, wie „sich anziehen“, „sich verkleiden“ oder „bezahlen“.

Weiterführende Fragen auf den Wörterbuchseiten animieren dazu, sich die Bilder unter einer ganz bestimmten Fragestellung anzusehen und sich darüber auszutauschen, warum z.B. der große Junge auf dem Spielplatz weint. Ganz nebenbei entdecken die Kinder so immer wieder neue Sachen, deren Bezeichnung ihnen bis dahin vielleicht fremd war. Zusätzlich gibt es Fragen, die über das reine Auffinden von Dingen oder Situationen im Buch hinausgehen, wie beispielsweise: „Wer lebt alles in deiner Familie?“ oder „Backform und Badewanne beginnen beide mit “B„. Kennst du noch mehr Wörter, die so anfangen?“, über die Eltern und Kinder miteinander sprechen können.

Die dafür verwendete direkte Anrede motiviert die kleinen Betrachter und verstärkt ihren Ehrgeiz, die gestellten Aufgaben zu lösen. Zusätzlich sind auf der Wörterbuchseite ergänzende Illustrationen abgebildet, die das Thema der vorherigen aufgreifen. So sind z.B. in der Szene „Unterwegs“ auf der Wimmelseite ein Krankenwagen, ein Hubschrauber, ein Bus und eine Feuerwehr zu sehen. Auf der Wörterbuchseite wird diese Ausführung um einen LKW, ein Polizeiauto, einen Zug, ein Flugzeug und ein Müllauto ergänzt. Neben dieser Vervollständigung von Sinneinheiten werden auch Gegensatzpaare bildlich dargestellt, wie leer und voll oder sauber und schmutzig.

Schön ist, dass nicht nur Zekis und Maries Familie auf den Seiten immer wieder auftauchen, sondern dass es auch Nebenfiguren gibt, die ihren Tag begleiten. Sei es der Briefträger, der bereits morgens die Post bringt und sich abends im See am Bauernhof die Füße kühlt, oder der Marienkäferkönig, ein kleiner Junge, der sich als Marienkäfer mit einer Krone verkleidet hat und nach dem Kindergarten auch den Spielplatz besucht und abends kurz vor dem Schlafengehen in seinem Zimmer gesichtet wird. Diese verknüpfenden Elemente lassen das Buch mehr als Einheit erscheinen, da sie dem Betrachter ermöglichen, eine ganze Geschichte anstatt nur einer Szene zu erfahren und so das Interesse beibehalten wird.

Da Wimmel-Wörterbücher naturgemäß über wenig Text verfügen, sind die Illustrationen bei ihnen besonders wichtig. Stefanie Scharnberg gelingt es im vorliegenden Buch, das Leben der Personen in wenigen Szenen überzeugend darzustellen. Die Mimik und Gestik der Figuren ist den jeweiligen Situationen angemessen, sei es, dass die Leute hektisch rennend auf die Uhr schauen oder ein kleines Kind jauchzend auf einer Wippe sitzt. Dank der Vielzahl der abgebildeten Personen und Situationen gibt es auch nach langem Betrachten immer noch ein weiteres Detail zu entdecken. Die Farbigkeit ist fröhlich und bunt, mit warmen, leuchtenden Farben, ohne jedoch überladen zu wirken.

Wimmelbücher erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit bei kleinen Lesern. Sie holen die Vielfalt des Lebens direkt ins Kinderzimmer und es gibt darin immer wieder neue Dinge zu entdecken, über die man mit Mama und Papa gleich reden muss. Wimmelbücher zur Sprachförderung einzusetzen, hat sich daher bewährt. Sie machen den Spracherwerb zu einem Spiel, da neue Wörter aus unterschiedlichen Situationen ganz nebenbei gelernt werden. Um Kinder in ihrer Welt abzuholen und sie auf Augenhöhe anzusprechen, greifen die meisten Bücher dieser Art alltägliche Themen auf, die im Erlebnishorizont der Kinder liegen.

Fazit:

„Das Wimmel-Wörterbuch“ aus dem Duden-Verlag ist in seiner Konzeption und Umsetzung solide, kann jedoch kleinere Kinder durch die Zusatzangebote überfrachten. Auf jeden Fall aber werden Kinder ihren Spaß mit den Gucklöchern haben!

Claudia Goldammer

 

Meinungen zu diesem Buch

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kleinen Lesern. Sie holen die Vielfalt des Lebens direkt ins Kinderzimmer und es gibt darin immer wieder neue Dinge zu entdecken, über die man mit Mama und Papa gleich reden muss. Wimmelbücher zur Sprachförderung einzusetzen, hat sich daher bewährt. Sie machen den Spracherwerb zu einem Spiel, da neue Wörter aus unterschiedlichen Situationen ganz nebenbei gelernt werden. Um Kinder in ihrer Welt abzuholen
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