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Buchcover: Marian de Smet: Kleiner Bruder zu verkaufen!

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Kleiner Bruder zu verkaufen! von Marian de Smet

erschienen bei Lappan

geeignet für Kinder im Alter ab 3 Jahren

in mein Bücherregal

Ein kleiner Bruder kann ganz schön nervig sein- ein richtiges „Mini-Monster“! Da kann einem schon einmal der Gedanke kommen, ihn einfach zu verkaufen oder zu verschenken. Wie es ist, wenn dieser ungeheuerliche Gedanke plötzlich Wirklichkeit wird, erzählt die lustige Geschichte „Kleiner Bruder zu verkaufen“.

Lisa ist genervt! Zuerst war ihr kleiner Bruder ein niedliches Baby, aber jetzt ist er zu einem „Mini-Monster“ herangewachsen, das ihr Spielzeug kaputtmacht und ihr in der Badewanne nur den ungemütlichen Platz auf dem Stöpsel lässt. Genug ist genug, denkt Lisa und will den kleinen Bruder nur noch loswerden. Aber in den Briefkasten passt er nicht hinein, aus dem Mülleimer holt ihn Mama wieder raus und kaufen will ihn auch niemand! Dann kann Lisa ihn doch noch an Benno, einen Jungen in ihrem Alter verschenken, denn Benno hat sich schon lange einen kleinen Bruder gewünscht. Lisa ist zufrieden- endlich kann sie in Ruhe spielen, malen und kneten. Am allermeisten aber genießt sie am Abend ihr ungestörtes Schaumbad, bis sie plötzlich daran denken muss, wie lustig es eigentlich auch immer mit dem kleinen Bruder in der Badewanne war und wie schön sie nach dem Baden zusammen gekuschelt haben. Jetzt vermisst Lisa den kleinen Bruder ganz heftig und macht sich große Sorgen, ob es ihm auch gut geht. Schnell zieht sie sich wieder an und läuft zu Benno. Der hat inzwischen schon genug von dem Kleinen, denn der hat auch Bennos Spielzeug nicht verschont. Glücklich umarmt Lisa ihr Mini-Monster und will ihn nicht mehr hergeben.

Ältere Geschwister kennen das gut: der kleine Bruder oder die kleine Schwester können ihnen manchmal noch so auf die Nerven gehen- sind sie dann aber wirklich mal nicht da, vermisst man sie ganz fürchterlich.

Zu diesem klassischen Kinderbuchthema haben die Autoren Marian De Smet und die Illustratorin Marja Meijer die lustige Geschichte „Kleiner Bruder zu verkaufen“ geschrieben. Dabei stehen die heiteren Illustrationen eindeutig im Vordergrund. Lisas Geschichte wird in erster Linie von den großen, jeweils über eine Doppelseite reichenden Bildern erzählt. Diese sind in bunten frischen Farben gehalten und wirken sehr lebendig. Dem Betrachter wird das Gefühl vermittelt, mitten im Geschehen zu sein.

Besonders auffallend sind die überdimensionalen Köpfe der Figuren. Das wirkt zum Einem künstlerisch originell, zum Anderen wird so der Blick auf die Gesichter gelenkt, die ganz viel über die Personen verraten. Da wird fast spürbar, wie genervt Lisa und wie übermütig der kleine Bruder ist. So wird zum Beispiel schon auf der ersten Doppelseite eindrucksvoll gezeigt, was die arme Lisa mitmacht: der kleine Bruder sitzt zwischen zerrissenen Zeichnungen und einer umgekippten Vase und hat offensichtlich Lisas Puppe gerade einen Arm abgebissen. Den abgebissenen Arm noch zwischen den Zähnen, sieht er wirklich wie ein kleines Monster aus. Nichts erinnert mehr an das niedliche kleine Baby auf dem Foto an der Wand. Witzig sind auch kleine Details wie der Gesichtsausdruck der Puppe oder der Katze, die sich erschrocken die Tatze vor die Schnauze hält.

Das gesamte turbulente Geschehen und vor allem auch Lisas Sinneswandel, als sie später, nachdem sie den Bruder endlich losgeworden ist, mit der ungewohnten Ruhe gar nichts mehr anzufangen weiß, und ihren kleinen Bruder ganz schrecklich vermisst, lässt sich aufgrund der aussagekräftigen Zeichnungen auch schon für kleinere Kinder nachvollziehen. Unterstützt wird das Verständnis natürlich auch vom Text, der in einer knappen Sprache gut passt, aber neben den dominierenden Bildern nur eine überwiegend begleitende Funktion hat. Ein wenig mag es die Erwachsenen irritieren, dass die Mutter zwar auftaucht, um ihren Sohn davor zu bewahren, in einen Abfalleimer gestopft zu werden, aber nicht in Erscheinung tritt, wenn er zum Verkauf angeboten oder verschenkt wird. Aber da die Geschichte ganz aus der Sicht von Lisa erzählt wird, dürfen wir uns damit wohl beruhigen, dass die Mutter im Hintergrund anwesend gewesen sein mag …

Fazit:

Ein alt bewährtes Kinderbuchthema wird hier recht kurzweilig interpretiert. Die lustigen Bilder dürften auch schon kleine Leser ab drei Jahren ansprechen, ältere Kinder können sich vielleicht schon aus eigener Erfahrung in Lisas Situation hinein versetzen. Allerdings ist die Umsetzung nicht so außergewöhnlich, dass sie die fehlende Originalität des Themas wirklich wettmachen kann.

Angela Martini


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