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Buchcover: Mauricio De Sousa: Pelezinho

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Pelezinho von Mauricio De Sousa

erschienen bei Rieder

geeignet für Kinder im Alter ab 6 Jahren

in mein Bücherregal

Pelezinho ist ein kleines fußballbegeistertes Comicmännchen, und am liebsten mit seinen Kumpels auf dem Bolzplatz: Kicken, Kloppen, Mädchen ärgern. Mit dabei: der kleine Hund Rex und auch das ein oder andere echte Abenteuer.

Dicke, kleine, große, dunkelhäutige, blonde Comic-Kinder, das ist die quirlige Fußballbande von Pelzinho; das hellbraune Kerlchen mit dem kleinen Haarspieß und den großen Ohren, das ist er selbst. Er spielt grandios und – das ist der wahre Kern der Geschichte – aus ihm wird mal ein Weltstar werden. Denn das Vorbild für Pelezinho ist die brasilianische Fußballlegende Pelé, mittlerweile 73 Jahre alt, aber früher 26 brasilianischer Meister, dreimal Weltmeister, über tausendfacher Torschütze, Fußballer und Sportler des Jahrhunderts.

Die kleinen Fußballfans von heute interessieren sich mehr für Ronaldo und Ribery, Götze, Dante und Boateng, und auch dass das Buch wahrscheinlich nur auf deutsch existiert, weil es sich im Fahrwasser von WM 2014 und Olympia 2018 in Brasilien gut auf den Verkaufstischen präsentieren lässt, dürfte sie kalt lassen oder dass es schon 1977 im Original entstanden ist.
Aber:
Kumpels und Kicken sind nach wie vor Kinderalltag, auch das Gerangel zwischen feind-freundschaftlich verbundenen Fußballcliquen oder das Thema Mädchen ärgern und wie die sich ärgern lassen. Hier finden sich die Kinder also nach wie vor gut wieder. Für Pele kann man hoffen, dass seine echte Kindheit nicht ganz so bewegt war, denn in den Geschichten geht es deutlich lustiger, spannender und handgreiflicher zur Sache als nachmittags auf dem Bolzplatz der örtlichen Grundschule. Pelezinho hat einen Hund, auch der mischt fleißig mit, es gibt untereinander und von und mit anderen Fußballkids ordentlich was auf die Mütze, einen Zahnarztbesuch und eine neue Brille, Kriminelle, die eine Talentraubmaschine erfunden haben, Einbrecher, Entführer und einen Banküberfall, den Pelezinho natürlich vereitelt. Wäre ja noch schöner, dass die Ganoven das eisern für einen neuen Ball zusammengesparte Geld klauen!

Mal haben die Geschichten nur ein, zwei Seiten, mal zehn oder zwanzig.
Das Buch ist für Grundschulkinder – und zum Selberlesen. Inhaltlich verstehen die netten Geschichten zwar schon kleinere. Aber ein Comic lässt sich schlecht vorlesen – mit dem Finger die Sprechblasen abzufahren und zu sagen jetzt sagt der hier: „Na warte“ und dann der „Hä“ und dann „UUGG“ und dann die anderen „Hahahaha“. Und ohne den Text und ohne das typische lautmalerische Comicvokabular, mit dem Bewegung, Gefühle, Sinneseindrücke dargestellt werden, funktioniert ein Comic schlecht. Bilder und Wörter müssen einfach so ineinander greifen, dass im Kopf des Lesers die eigentliche Geschichte wie von selbst entsteht: wenn Pelezinho auf dem einen Bild den Ball schießt und auf dem anderen der Einbrecher wie vom Blitz getroffen am Boden liegt, dann steht nirgends, ist nirgendwo zu sehen, dass Pelezinho den Einbrecher abgeschossen hat. Aber es ist allen klar. Oder der Fußballroboter, der Pelezinho auszustechen versucht: da sieht man immer nur den Roboter, wie er mit verdrehten Augen um sich selbst kreiselt und mit Armen und Beinen rudert und nicht weiß wie ihm geschieht. Pelezinho ist nicht einmal zu sehen – nur eine weiße, fluffige Luftspur, die von allen Seiten um den Roboter herumtanzt. Wie will man das vorlesen?

Diese Geschichte im Kopf, die mit wenigen Bildern erzeugt wird, ist übrigens ein wichtiger Grund, warum Comiclesen so vielen so viel Freude macht. Natürlich schafft das nicht jeder Comic – sie müssen auch gut und gekonnt sein und funktionieren. Aber für Pelezinho ist das natürlich kein Problem.

Fazit:

Fußball, Action, Kumpels, Witze – all das als kleine Comicgeschichten zu einem Buch gebunden. Ein super Jungsbuch, das aber auch allen anderen Spaß macht, die zufällig mal reinlesen, ob Schwester, Mutter oder Opa. Und weil es in Brasilien spielt – dem Gastland der nächsten WM – wird es sicherlich viele kleine Freunde finden in den kommenden Monaten.

Sigrid Tinz

 

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