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Buchcover: Der Kinder-Brockhaus: Den Indianern auf der Spur

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Den Indianern auf der Spur von Der Kinder-Brockhaus

erschienen bei Brockhaus

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

in mein Bücherregal

[ab 5 Jahren]

Kulturen fremder Länder und Indianer im Besonderen, haben häufig auf Kinder eine ganz besondere Anziehungskraft. Wer sich also für das Leben der Indianer interessiert, der möchte auch ganz genau bescheid wissen. Mit diesem ausführlichen Nachlagewerk aus der Reihe „Mein erstes Wissen“ bleiben keine Fragen offen.

Auch dieser Kinderbrockhaus ist, wie seine Vorgänger, in vier Themenbereiche gegliedert. Gut strukturiert wird über die einzelnen Indianerstämme, das Alltagsleben, über Nahrung und Kleidung sowie über die Beziehung von Indianern und Weißen berichtet.

Jedes Kapitel wird mit einer Doppelseite zum Thema eingeleitet, die eine Szene aus dem Leben Indianer zeigt. So wird das Thema Nahrung mit dem Ausschnitt bisonjagender Indianer eröffnet. Auf den folgenden Doppelseiten wird die einleitende Szene detailliert erklärt. Die dritte und vierte Seite geht dann in die Tiefe und erläutert für das Thema spezifische Besonderheiten. Auf den darauf folgenden Mitmachseiten wird das vorher erlernte Wissen spielerisch abgefragt, sowie Anregungen zum Basteln, z.B. von Indianermasken, geliefert. Viele Bildaussparungen erlauben einen kurzen Einblick auf die Folgeseiten, unter zahlreichen Klappen kann man wundersame Dinge aus der Welt der „Rothäute“ entdecken. Auch auf die Frage, ob es die Indianer heute noch gibt, hält das Indianer-Lexikon eine Antwort bereit.

Die allererste Doppelseite, den vier Kapitel vorangestellt, zeigt bildlich einen Überblick über alle Themenbereiche. So stellt man sich das Leben der Indianer, spätestens seit der Verfilmung von Winnetou vor. Ein Teil des Volkes jagt den Bisons nach, um für Nahrung und Kleidung zu sorgen, der andere Teil baut Tipis und arbeitet handwerklich, während am oberen Rand des Bildes ein stolz gefiederter Indianer die Szene überblickt und fast unmerklich die Zivilisation in Form einer Eisenbahn ins Reich des Stammes Einzug hält.

Leider ist der Übergang zu den Folgeseiten nicht ganz gelungen, denn hier sieht man das Dorf umziehen und erfährt leider nicht warum. Danach wird man aber schnell entschädigt, wenn sehr ausführlich über die 10 wichtigsten Indianerstämme und deren Leben in den unterschiedlichen Regionen Nordamerikas berichtet wird. Ganz überraschende Details kommen da hinter den vielen, bei Kindern so beliebten, Klappen zum Vorschein. Wer bisher der Meinung war alle Indianer lebten ausschließlich in Tipis, der irrt. Auch im Kapitel „Alltagsleben“ tritt Überraschendes zu Tage, z.B. dass in Ledersäcken gekocht wurde oder Indianer großen Spaß am Saunieren in der Schwitzhütte hatten. Der Dritte Bereich „ Nahrung und Kleidung“ erzählt bei aller Brutalität die Hetzjagd nach Bisons, dass die Indianer sich bei einem Tier entschuldigten, wenn sie es töteten und sich auch bedankten, weil es sie ernährte.

Im letzten Kapitel wird das leicht negativ belastete Thema „der Einfluss der Weißen auf das Indianerleben“ dargestellt. Bereits auf der einleitenden Doppelseite wird nichts beschönigt und gezeigt, wie Europäer mit Indianern schlechte Geschäfte machen. Da werden Felle gegen Alkoholisches und Gewehre getauscht und Indianerkinder begeistern sich an nutzlosen Dingen, wie Spiegel und Glasperlen. Auf den Folgeseiten wird deutlich gemacht, dass die Weißen einen unfairen Kampf führten, um die Bisons für sich allein zu haben. Die Folge war ein grausamer langer Krieg, der zur Vertreibung der Indianer aus ihrem Land führte. Ein gelungenes Kapitel, das nicht übertreibt oder dramatisiert aber auch nichts verschweigt. Das Buch findet seinen thematischen Abschluss in der heutigen Zeit und der Schilderung, wie die Indianer heute leben.

Die Autoren haben eine Begleitfigur namens „Flinke Pfote“ erfunden. Dieser goldige Präriehund, der sich in jeder Szene versteckt und auch textlich durchgehend erwähnt wird, wäre gut dazu geeignet gewesen, etwas stärker durch die Themen zu führen. Da er aber so niedlich anzuschauen ist und optisch recht gut zu den anderen Darstellern passt, fällt es nicht weiter auf, dass er scheinbar keine Funktion hat.

Die Mitmachseiten geben Kindern, aber auch Erwachsenen Anregungen, wie sie das Thema spielerisch umsetzen können. Dabei richten sich die Aufgaben und Bastelanleitungen konsequent an die Kinder. Geht man das Buch Kapitelweise durch, dann sind die witzigen Rätsel gelungene Lernhilfen. Da ein KinderBrockhaus den Umgang mit Nachschlagewerken anregen soll und als solches immer wieder zur Hand genommen wird, hätte auch darauf verzichtet werden können.

Bilder und Klappen sind ausführlich beschrieben. Der Text ist altersgerecht erklärend und nicht zu lang. Die Sprache ist stellenweise sehr modern. Da wird z.B. beschrieben, dass die Indianer sich die „Haare zum Stylen mit Bärenfett“einölten. Schön auch die „Wusstest Du, dass...“ Felder, die regelmäßig auf Außergewöhnliches hinweisen.

Betrachtet man die Gestaltung im Gesamtüberblick, erscheinen die Seiten eher unruhig. Scheinbar führt das Bedürfnis die einzelnen Themenbereiche sehr ausführlich abzudecken und die jeweiligen Inhalte auch bildlich darzustellen dazu, dass der Kinderbrockhaus Indianer leicht unübersichtlich wirkt. Allerdings wüsste ich nicht, auf welche der Informationen ich, zugunsten der Übersichtlichkeit, verzichten wollte. Ganz im Gegenteil. Ein etwas ausführlicherer Bericht zum Thema Kriegsbemalung, im Kinderbrockhaus nur kurz gestreift, hätte mir gefallen. Insgesamt erfährt man einfach richtig viel und ist nach der Lektüre um einiges schlauer was das Leben der Indianer betrifft. Zum Beispiel, dass die sogenannten „Rothäute“, die Indianer, gar keine rote Haut haben, sondern diese Bezeichnung ihrer Kriegsbemalung in roter Farbe zu verdanken ist.

Fazit:

Ein lehrreiches, gut strukturiertes Sachbuch, das ein breites Wissen zum Thema Indianer vermittelt und durch viele schöne Details lange interessant bleibt.

Gabriele Jansen


Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

Hannelore Tiefenbach meint:
ich fands langweilig aber wen es interessiert empfehle ich es gern weiter (= der inhalt war gut nur manchmal war es zu ausfürlich..langweilig.......aber sonst war es super!!!!!!!! :D
ich hoffe ich war nicht zu gemein! aber meinung ist meinung
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