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Buchcover: Erhard Dietl: Der Bär auf dem Seil

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Der Bär auf dem Seil von Erhard Dietl

erschienen bei Omnibus

geeignet für Kinder im Alter ab 6 Jahren

in mein Bücherregal

Alltägliche, fantastische, nachdenkliche, lustige und hintergründige Kurzgeschichten zum Vorlesen finden sich in Erhard Dietl´s kleinem illustrierten Sammelband. Der in München lebende, bereits vielfach ausgezeichnete Autor, ist in vielen Familien sicherlich bereits bekannt als der Schöpfer der Olchis aus Schmuddelfing, über deren „;oberolchiges Leben“ wir auch hier etwas erfahren.

Es beginnt aber mit der Geschichte von Theo, dem Angsthasen. Angst hat er so ziemlich vor allem und jedem. Eines Tages aber hat er eine Idee: er kauft sich eine King-Kong-Maske und fühlt sich ab sofort richtig stark. Seine Angst ist verflogen, bis er sich vor seinem Spiegelbild erschreckt. Zum Glück ist da ja Zorro, der King-Kong kurzerhand besiegt …

Neben der Vielfältigkeit der Themen, Charaktere und Stimmungen, machen gerade die etwas tiefsinnigeren Erzählungen den Charme der Geschichtensammlung aus. So z.B. in der Titelgeschichte „;Der Bär auf dem Seil“. Der große Bär hat den kleinen Mäusen im Wald lange Zeit jeden Tag Kunststücke vorgeführt, bis Sie sich so sehr daran gewöhnten, dass sie sich gar nicht mehr für den Bären interessierten. Der Bär wanderte aus und fand schließlich die große Bärenliebe. „;Rocko, der Propeller-Vogel“ verdient mit seiner Erfindung -eben einem Propeller – viel Geld. Denn er nutzt die Begeisterung seiner Mitvögel aus, die so gerne auch einmal Hubschrauber sein wollen. Jeder Flug muss teuer bezahlt werden. Das richtige Fliegen aber hat der Propeller-Vogel, eben gerade wegen seiner Erfindung, gar nicht gelernt und als er eines Tages beinahe von einer Katze erwischt wird, stehen ihm die anderen Vögel hilfreich zur Seite, um ihm das Fliegen beizubringen – ganz ohne Bezahlung versteht sich. In Anlehnung an das bekannte Märchen erfahren wir von „;König Vogelfrei“: Der entdeckt einen wunderschön singenden Vogel, möchte ihn für immer bei sich haben und steckt ihn daraufhin in einen goldenen Käfig. Dem Vogel soll es an nichts fehlen und er bekommt das beste Futter. Aber der Vogel singt einfach nicht mehr. Der König ist ratlos und schmeißt den Vogel schließlich aus seinem Käfig, worauf dieser in Freiheit wieder beginnt zu singen. Der König denkt einen Moment nach und beschließt, sein grundlegend Leben zu ändern.

Die Wendungen und Plots der Kurzgeschichten sind nicht immer vorhersagbar und überraschen auch mal durch ihren verschmitzten Seitenhieb oder ihre treffsichere kleine Botschaft, können aber auch manchmal durch ihr etwas abruptes Ende fragende Blicke hervorrufen. Für jüngere Kinder wird sich auch ganz sicher der eine oder andere Erklärungsbedarf ergeben, bevor es dann zur nächsten Geschichte weiter geht. Erhard Dietl greift auf eine durchweg alltagsnahe und leicht zugängliche Sprache zurück. Zahlreiche farbige Illustrationen aus der Feder des Autors begleiten die Erzählungen. Auch hier finden sich der lockere Stil und die humorvolle stets unterhaltsame Stimmung wieder. Gerade für jüngere Zuhörer bieten sie genügend Motivation, der Geschichte weiter zu lauschen.

Fazit:

Der humorvoll bebilderte Vorlesespaß von Erhard Dietl ist vor allem, Dank seiner abwechslungsreichen Zusammenstellung an Kurzgeschichten, ein schöner Langeweilevertreiber im Taschenbuchformat.

Stefanie Eckmann-Schmechta


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