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Buchcover: Judith Drews: Antons ganze Welt

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Antons ganze Welt von Judith Drews

erschienen bei Beltz und Gelberg

geeignet für Kinder im Alter ab 1 Jahr

in mein Bücherregal

[ab 18 Monaten]

Der kleine, weiße Hase Anton mit seinen roten Wangen zeigt uns seine ganze Welt. Wer, was und warum, das können kleine Bilderbuchschmöker auf ganze 96 Seiten herausfinden.

96 Seiten sind bei einem Pappbilderbuch eine beachtliche Seitenzahl, vor allem für das Lesealter. Doch der klar gegliederte Aufbau erfordert diesen Umfang geradezu, denn Anton wird immer nur bei einer Aktion gezeigt – und es gibt eine Menge aus Antons Alltag zu zeigen und zu erzählen. Eine sehr ruhige und übersichtliche Erzählweise ist das Resultat.

Ganz zu Anfang begrüßt uns Anton mit einer Illustration, die sein Kinderzimmer zeigt. Auf dem Tisch entdecken wir einen Kuchen mit einer Kerze: Aha! Anton ist ein Jahr alt geworden. Dann zeigt uns Anton, wie es aussieht, wenn er fröhlich, wütend oder ein gefährlicher Pirat ist, kurz, er ist einfach: Anton!

Dann stellt Anton Mama und Papa vor, wie auch seine Schwester. Dem Bären, der Anton auf jedem Bild begleitet, hat die Schwester wohl ein Röckchen angezogen – man sieht, dass das dem Bären gar nicht gefällt. Doch zu seiner Familie gehören auch noch Oma, Opa, Antons bester Freund und Antons Haustiere, wovon es ganz schön viele gibt.

Zu „Antons Tag“ leitet zunächst eine Doppelseite ein. Mit Pinguin (der auch häufig auf den Bildern zu sehen ist) und Bär, sehen wir weitere kleine Piktogramme, die Dinge aus dem Alltag eines Einjährigen zeigen: Die Rolle Toilettenpapier mitsamt Halter, die rote Milchkanne mit weißen Tupfen, die hellblaue Zahnbürste oder die rote Hose, die Anton immer trägt. Dann beginnt der Tag: „Anton ist hellwach“. Das sehen wir gleich und damit auch, wie Anton putzmunter in seinem Bett liegt, den Teddy im Arm. Dann geht es auch schon weiter mit den einfachen Kurzbeschreibungen zu Antons Tagesablauf.

Das Kapitel „Anton macht Sachen“ wird erneut mit einer doppelseitigen Illustration aufgemacht, die Anton mit seinen Spielsachen zeigt. Da puzzelt Anton, versteckt sich, kocht und bastelt. Doch „Anton macht noch mehr“: Er hüpft in Pfützen, schaukelt und planscht – alles mit vollem Körpereinsatz.

Diesem Konzept folgen auch die letzten beiden Kapitel, in dem Anton unterwegs ist und an den verschiedenen Orten etwas unternimmt. Aus dem Alltag der Kleinkinder entnommen, zeigen sie Anton beim Einkaufen, beim Turnen, beim Spielen in der Kita oder beim Schmökern in der Bücherei. Am Schluss heißt es „Anton? Anton!“ und der kleine Hase demonstriert, was alles in ihm steckt. Denn er kann ebenso ein schneidiger Rennfahrer sein, wie auch ein fröhlicher Musiker oder eine echte Naschkatze. Natürlich ist Anton auch ein Künstler – wie man sehr gut an seinem Selbstportrait sehen kann – aber vor allem ist er „ein echter Held!“

Ganz aus Sicht der Kinder zeigt die vielseitige Illustratorin Judith Drews Momentaufnahmen aus Antons Alltag. So können Kinder nicht nur Dinge wieder erkennen, sondern auch Situationen mit ihrem Alltag und ihren Gefühlen abgleichen.
Die klaren und schlichten Zeichnungen mit ihren schwarzen, klar abgesetzten Umrissen helfen ihnen dabei; sie können sich leicht mit dem kleinen, munteren Hasen identifizieren.

Judith Drews beschränkt sich in ihren Darstellungen auf das Wesentliche ohne aber dabei die kleinen, sympathischen Details außer acht zu lassen, die für Kinder so wichtig sind. Sind sie mit 18 Monaten noch so jung, dass sie zunächst den groben Kontext wieder erkennen, werden sie im Laufe der Zeit – wenn ihre Welt reicher an Eindrücken wird – immer mehr Details entdecken. Damit ist der kleine Anton mit dem niedlichen Knick im Ohr ohne Frage ein treuer Begleiter durch die Kleinkinderzeit. Durch die klare und große Typografie und durch seine zeitlose Schlichtheit bietet das Konzept alles, was Kinder für ihre ersten Leseerfahrungen brauchen – sogar bis hin zum ersten „Entschlüsseln“ der Buchstaben.

Zwei weitere Titel über Anton, „Anton muss mal“ und „Anton turnt herum“, werden voraussichtlich im September 2010 erscheinen.

Fazit:

Wie so oft sind die einfachen Dinge die Besten. Sehr reduziert, klar und doch aussagekräftig überzeugt das Debüt des kleinen Antons auf ganzer Linie. Der niedliche Sympathieträger mit dem „Knickohr“ macht Kindern das Zuhören, Betrachten, Erforschen, Erzählen und am Ende vielleicht sogar das Lesen ganz leicht.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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