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Buchcover: Zoran Drvenkar: Die Rückkehr der Kurzhosengang

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Die Rückkehr der Kurzhosengang von Zoran Drvenkar

erschienen bei Bloomsbury

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

in mein Bücherregal

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Seit ihrem Fernsehauftritt sind Island, Snickers, Zement und Rudolpho, die Kurzhosengang genannt, Stars. Nun sind sie wieder da, bereit für neue Abenteuer und irrwitzige Geschichten. In Tonprotokollen berichtet das Quartett von seinem Erzfeind, der wüsten PauliGang, seiner Leidenschaft fürs Kino, einem nervenden Fluch, Geistern und Schutzengeln. Zement wird entführt und die Helden können nicht mehr schlafen. Die PauliGang scheint sich die Hände schmutzig gemacht zu haben, aber wer hätte gedacht, dass auch Dostojewski nicht ganz unschuldig ist, an dem nun ausbrechenden Chaos in der kleinen Stadt Okkerville.

Vier Jungen lieben nichts so sehr wie ihre Freundschaft, Bitter Lemon und Pizza. Jeder erzählt aus seiner Sicht von den katastrophalen Ereignisse am 13. und 14. Februar im kleinen Örtchen Okkerville. Island darf anfangen. Die Schule, vormals ein Gefängnis, das wissen alle Leser des ersten Buches, ist durch einen Orkan in alle Himmelsrichtungen geflogen. Niemand ist zu Schaden gekommen, bis auf den Hausmeister. Die Lehrer sitzen jetzt im Supermarkt an der Kasse, in den die Schüler ihre Hefte zum Wochenende bringen müssen oder tragen die Post aus. Nach dem legendären Fernsehauftritt der Kurzhosengang kehren die Elfjährigen aus Toronto zurück. Kein großer Bahnhof empfängt sie, nur Tegebook, ein Polizist, der in seinem zweiten Leben als Werwolf durch die verschneiten Straßen schleicht. Als sich die vier am Mulberry Circle wie immer verabschieden, ist noch alles in Ordnung. Am folgenden Tag kommt Zement nicht zum verabredeten Treffpunkt. Die Spur führt zur gefürchteten PauliGang. Eigentlich ist in der Stadt kein Platz für zwei bedeutende Banden, meinen zumindest PauliEins bis PauliFünf. Die unberechenbaren, schrecklich fluchenden fünf Brüder ( wer denkt da nicht an den Wilden Westen, Lucky Luke und die Daltons) landen immer wieder im Gefängnis und bringen die Polizisten an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Da „in Kanada alles möglich ist“ scheint es so, als sei der phlegmatische Zement entführt worden.

Auf der Suche nach ihrem Freund treffen die Kinder Lothar, Zements Schutzengel, der sich einfach mal von einem Lastwagen überfahren lässt. Ab und zu neigt Island dazu, Lügen zu erzählen. Dann mahnt ihn eine innere Stimme. Das ist sein abwesender Vater, der sozusagen als moralische Instanz fungiert. Aber Island hält sich diesmal an die Wahrheit, Lothar existiert. Aber ein Gespräch mit Lothar führt nicht weiter. Island erinnert sich an seinen Fluch, mit dem ihn eine alte Frau vor Jahren belegt hat. Nun kommt er endlich auf die Idee, sich bei allen Leuten, denen er schlimme Dinge angetan hat, zu entschuldigen. Die Liste der Personen ist nicht lang und doch wird er vom Fluch nicht erlöst. Zoran Drvenkar schöpft aus einem Fundus an Lausbubenerinnerungen und erzählt eine haarsträubende, ausufernde Geschichte nach der anderen, baut Erzählstränge auf und um sie einfach irgendwo fallen zu lassen und sich rasant neuen Ereignissen zu widmen. Zement bleibt jedenfalls verschwunden.

Nun ist Rudolpho an der Reihe und darf seine Version vortragen. Rudolpho lebt mit seinem frustrierten Papa allein. Der Junge nimmt die Beine in die Hand, wenn sein Vater ausrastet. Aber Rudolpho stellt sich auch vor seinen Erzeuger, wenn andere schlecht über ihn reden. Für Rudolpho ist sein Vater der„; traurigste Menschen auf der ganzen Welt“;. Die Spur führt immer wieder zu den fünf Paulijungen. Sie locken die Kurzhosengang hinterhältig zur Eishütte und lassen sie in dem Glauben, dass Zement in einem Sack gefangen gehalten wird. Allerdings stehen die Paulis beim Treffpunkt mit diesem Sack genau neben einem Eisloch. In all dem Wirrwarr fällt der Sack ins eisige Wasser. Ohne einen Moment zu zögern, springen drei Kurzhosenjungen in die Tiefe. Das hätte beinahe in einer Katastrophe enden können, wenn Tegebook sie nicht gerettet hätte. Im Sack lag allerdings nicht Zement, sondern einer der Paulis als Lockvogel. Die Paulibrüder geben im Gefängnis unter Druck zu, dass sie von einem Unbekannten telefonisch den Auftrag erhalten haben, Zement zu entführen. Schuld an allem ist diese Fernsehsendung, denn Zement hat dort behauptet, dass er Geister sehen kann und in der Lage ist, vorausschauend zu sagen, wann jemand sterben wird. Allerdings hat nicht nur ein Unbekannter die Paulis angerufen, sondern gleich zwei. Herausgefunden hat das Tegebook beim Zurückverfolgen der Anrufe. Natürlich erzählt er den Jungen, die das scheinbar kaum ängstigt, seine Entwicklungsgeschichte zum Werwolf.

Das ist Gruselstoff für Snickers, der nichts so sehr liebt wie Horrorfilme. Jetzt erzählt er den Fortlauf der Geschichte. Snickers hat sich an die Fersen von PauliEins gehängt, um Informationen aus ihm herauszupressen. Da PauliEins am Fensterbrett hängend die Kurzhosengang belauscht hat und dann in die Tiefe geplumst ist, jagt Snickers den in Gips eingelegten PauliEins durchs Krankenhaus. Dort berichtet ein Barkeeper (?), er habe Zement am Sonntag im Kino gesehen. Doch Snickers vergisst diese so wichtige Aussage, denn ins Kino gehen die vier Jungen immer zusammen. Großer Fehler! Dann stellt sich heraus, dass Mario, der Inhaber der Eisdiele, Zement entführen wollte, weil er immer in der Angst lebt, seinen Bambinis könnte ein Unheil zustoßen. Als geborener Macho kann er nicht frei über seine Befürchtungen und Depressionen sprechen. Die Kurzhosengang ist entsetzt. Am meisten ärgert sie, dass sie aus Solidarität mit ihrem Kumpel nun kein Eis mehr bei Mario essen können. Auch der Bestatter Faltermann scheint mit PauliZwei unter eine Decke zu stecken und hatte zumindest Entführungsabsichten ausgesprochen. Und auch Magma, der kleine Bruder von Zement, ist ein Kandidat auf der Liste, denn er ist neidisch auf seinen berühmten Bruder, der alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Endlich ist Zement an der Reihe, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Denn alles ist ganz anders und eigentlich beginnt an dieser Stelle eine völlig neue Geschichte. Im kleinen Okkerville ist inzwischen das Haus der Metzgerfamilie Pauli in die Luft geflogen, die PauliGang scheint dahinter zu stecken. Eine Statue ist verschwunden, die des bekannten amerikanischen Schriftstellers Richard Brautigan, der einmal durch die Stadt gefahren ist. Zements Erzählung beginnt damit, dass der Geist des toten Hausmeisters den Jungen warnt, dass die PauliGang hinter ihm her ist. Zement versteckt sich in den Trümmern der Schule und entdeckt dabei einen unterirdischen Gang und trifft die Geister Alexei und Iwan. Sie sind die Geister der Filmvorführer, die sich die Brüder Karamasow nennen und nun ihre weit zurückliegende Auswanderergeschichte nach Kanada zum Besten geben. Zement soll den Brüdern helfen, endlich zu sterben. Allerdings müssen sie vorher noch die Statue des amerikanischen Brautigan gegen die des besonders geschätzten Dostojewski ersetzen. Die Brüder lieben nichts so sehr wie Filme und Bücher. Zement soll mit der Kurzhosengang beim Austausch helfen. Die Statuen werden dann nicht mit Hilfe der Kurzhosengang heimlich transportiert, sondern dank Lothars Initiative. Zement taucht auf und die Jungen der Kurzhosengang sind wieder zusammen.

Die Tonbandprotokolle enden und Vic und Yves, die „geistigen Väter“ dieser verwirrten Story kommen ins Spiel. Denn kaum hat sich Zement von den Brüdern Karamasow verabschiedet, wird er in ein Auto gezerrt und diesmal wirklich entführt. Wer zuschlägt und auch die PauliGang für seine fiesen Ränkespiele benutzt, kann nicht verraten werden, denn diese neue Story ist einfach zu verwickelt. Auf jeden Fall steht Zement zumindest mit seinen Freunden am zugigen, eisigen Abhang mit der Pistole vor der Nase. Gemeinsam werden die vier Stars das schon schaffen. Wie gut, dass sie einen Werwolfpolizisten kennen.

Das Kinderbuch „Die Kurzhosengang“ erhielt 2005 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Andreas Steinhöfel, der Übersetzer aus dem kanadischen Englisch, von dem in Wahrheit allerdings nur die Fußnoten und das Vorwort sind, hüllte sich noch vor einem Jahr auf Fragen hin in Schweigen. Die kanadischen Autoren waren nicht zur Frankfurter Buchmesse angereist, um Ruhm und Preisgeld einzuheimsen, denn nichts, aber auch gar nichts, ist an diesem Buch und seinem 425 Seiten starken Nachfolgeband wahr. Die fiktiven Autoren haben sich angeblich in einer Buchhandlung kennen gelernt. Weder gibt es dieses ewig verschneite Örtchen an der Küste Ontarios in Kanada, noch die authentisch wirkenden Tonbandprotokolle, noch Kinder, die solche Namen tragen. Zoran Drvenkar ganz allein und kein Autorenteam hat sich diese verrückte Jungenbande ausgedacht. Der Autor singt ein Hohelied auf die Freundschaft und haucht seinen Figuren mit viel Humor und einem Quentchen Wehmut ein eigenes Leben samt biographischem Hintergrund ein. Die vier Musketiere halten zusammen, sie sind das Dreamteam, dass die abgefahrensten Abenteuer gemeinsam besteht und auf immer und ewig zusammenbleiben wird. Das autonome Leben der elfjährigen Helden, die sich in Lei Toos Bakery treffen, ihre Pancakes essen und dann ins Kino gehen, hat etwas. Die Jungenbanden geben Geborgenheit, Vertrauen und jeder wird akzeptiert wie er ist. Eine eigener Kosmos, den niemand durchdringt. Doch diese heile Welt hat auch ihre Kratzer. Island spricht mit seinem Vater, der, als er acht Jahre alt war, abgehauen ist. Rudolpho lebt allein mit seinem Papa, der seinen Frust über sein eintöniges Leben auch an seinem Sohn auslässt. Zement wirkt in seinen Reaktionen wie schaumgebremst, weil er sich mit seinem Schutzengel Lothar erst mal austauschen muss. Und Snickers arbeitet seine Ängste in der Welt der Horrorfilme ab. Die widersprüchlichen Temperamente und die fast selbstverständliche Akzeptanz der Transzendenz in der Geschichte geben dem Buch eine widerborstige Grundhaltung und reichlich Gelegenheit zu Situationskomik, bizarrem Humor und heiterer Absurdität. Eine zentrale Rolle spielt die Kinoerfahrung der Jungen. Zoran Drvenkar geht souverän mit seinem schriftstellerischen Handwerk um und setzt alle Mittel gekonnt ein. Er schreibt ironische Dialoge, hält die Geschichte in der Schwebe zwischen Heldenepos und Slapstick, denkt sich gute Pointen und Gags aus, wendet sich an den Leser, Polizeiprotokolle fließen ein, Zeitungsausschnitte helfen weiter und er findet für jeden Jungen seinen eigenen Ton.

Dieser Perspektivwechsel kommt in der Hör-CD „Die Kurzhosengang“ (Hörcompany) durch die vier Sprecher Andreas Fröhlich, Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Gustav Peter Wöhler hervorragend zum Ausdruck.

Was Zoran Drvenkar mit seinem Pseudonym Caspak & Lanois zu seiner angeblichen Kritikerschelte oder der Tatsache, dass er „immer weniger mit der Kinder- und Jugendbuchszene anfangen konnte“, veranlasst hat, ist mir nicht so ganz klar. Die Kurzhosengang erinnert ein wenig an die Jungentruppe aus Zoran Drvenkars hervorragendem biographischen Debütroman „ Niemand so stark wie wir“, mit dem der aus Kroatien stammende Autor, der seit seinem dritten Lebensjahr in Westberlin lebte, vor gut fünf Jahren auf sich aufmerksam gemacht hat.

Fazit:

Wenn Kinder möchten, dass ihr Leben „so aufregend ist wie ein Western, so spannend wie ein Tag mit König Arthus und so rätselhaft wie ein Krimi, aber nicht so öde wie ein Piratenfilm“, dann sollten sie auf jeden Fall dieses Buch lesen – und davor oder danach den ausgezeichneten Vorgängerband „Die Kurzhosengang“, erschienen im Carlsen Verlag.

Karin Hahn


Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

Andrea Kowkezky meint:
Ich finde das Buch so geil, geiler gehts nicht mehr.
Ich fasse es nicht.
Manche denken es ist total langweilig weil sie sich nur den Titel ansehen doch dabei ist es so geil das kann man nicht beschreiben.
Arin meint:
ich hab dieses geile buch schon gelesen und ich muss sagen ,,GEHT'S NOCH GEILER'' ich hab den ersten teil auch schon gelesen. wundert euch nicht wenn da keine punkte, beistriche oder rechtschreib fehler sind ich bin nicht gerade ein großer fan von der gramatik
Frederic(11) meint:
das buch ist sehr gut ich liebe die Geschichte und ihr habt recht es hat Victor Caspac und Yves Lanois es wäre schön wenn sie einen film oder ein Neuses Buch machen würden.Ich könnte es nur weiter empfehlen.
jaroslav meint:
ich fand das erste buch besser und lothar könnte wieder zu den andren mitgliedern gehen auch wen ein paar zenen wegfallen wurden, wer das nicht schlimm den es waren dort nur des mit endschuldiungen und dem eis also konnten ungefähr 100-200 seiten ersparrt werden.


Also ich wurde es nur leseraten (bucherwurmen)emphelen und naturlcih die das 1.Teil gelsesen haben. --
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DAVID W. meint:
Ich mag dieses Buch sehr! Ich und meine Klasse haben es in Deutsch gelesen! Ist sehr spannend!!!!!!!! Die Pauligang(1-5) sind fies aber manchmal auch ziemlich lustig!!!! Hoffendlich kommt noch ein Buch von der Kurzhosengang heraus!!!!!!!!
NaDdL. meint:
des buch is subba ich habe es mit meiner klasse den ersten teil gelesen und muss sagen , ich bin begeistert!

Ach ja und achem:

Wir haben in der schule auch bücherkisten gemacht und referate!!!

xD ;=) ;=P
Achem Maiworm meint:
Ich finde das Buch und das erste Buch sehr gut und witztig. Ich habe das erste Buch zum Geburtstag bekommen und kannte es erst gar nicht, aber alsich das Buch gelesen hatte wollte ich unbedigt das zweite lesen. Ich habe auch schon ein REferat gehalten und eine Bücherkiste gemacht. Das hat wirklich Spaß gemacht.
Karina (13 Jahre) meint:
oh Gott ist das albern. Hast du die Rezension überhaupt gelesen? Selbst wenn da ein paar Fehler gemacht worden sind, ist die Kritik gut und es steht da, das man dieses Buch lesen sollte.
Das ist doch wohl am wichtigsten. Dieses Buch und der Vorgängerband sind sehr spannend und wunderbar zu lesen. Ich empfehle aber vor allem die Hörbuchversionen, die sind wirklich klasse!

Und jemand sollte deiner Schwester beibringen, dass es Dinge gibt, bei denen es sich lohnt zu weinen und das irgendwelche Gerüchte sicherlich kein Grund sind!
Bundschuh Marina meint:
Das was sie da schreiben ist Quatsch. Bestimmt hat dieses Buch nicht dieser Übersetzer Zoran Drvenkar geschrieben sondern ganz sicher Victor Caspac und Yves Lanois. Ich (12) bin nämlich ein großer Fan der Kurzhosengang, sowie meine Schwester(10). Und wir wissen ALLES, aber auch wirklich ALLES über die Kurzhosengang.
Was nicht stimmt was sie da schreiben ist:
-Die PauliGang sind auf keinen Fall Brüder, die sehn sich ja nicht mal ähnlich.
-Die Autoren Victor Caspac und Yves Lanois haben das Buch geschrieben und NICHT Zoran Drvenkar, dieser Übersetzer.

Okay, das war jetzt nicht so viel, aber was ich da schon alles im Internet gelesen hab... Voll den Schmarrn gibts da. Wenn ich das meiner Schwester erzählen würde, die würde in Tränen ausbrechen!!

Marina Bundschuh
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