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Buchcover: Jonathan Emmett: Was glitzert da im Schnee

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Was glitzert da im Schnee von Jonathan Emmett

erschienen bei Annette Betz

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

in mein Bücherregal

Wenn der Schnee die Welt verzaubert, lockt das manchmal auch das eine oder andere Tier an die Oberfläche, das sonst um diese Jahreszeit eigentlich schläft.

Mühsam buddelt sich Maulwurf seinen Weg ins Freie. Brrr, ist es da kalt. Und die Erde so hart. Verwundert blickt er sich um. Alles ist weiß und sieht so verzaubert aus. Also beschließt Maulwurf, die Gegend zu erkunden und sich den neu entdeckten Schnee genauer anzusehen. Schon rutscht er einen Hang hinunter und landet holterdipolter direkt an einem Baum. Neben ihm steckt ein wunderbares glitzerndes Ding im Schnee und Maulwurf ist sich sofort ganz sicher, dass er einen Diamanten gefunden hat. Freudig schultert er seinen kalten Fund, um ihn nach Hause zu tragen. Er beeilt sich und schnauft durch den Schnee nach Hause. Besorgt ist er aber auch, denn sicher besitzt sein Diamant magische Kräfte. Wie sonst könnte er seine Form verändern? Doch als er fast zu Hause angekommen ist, sind seine Hände nass und leer und der Diamant verschwunden. Da tauchen seine Freunde Igel, Eichhörnchen und Hase auf. Traurig erzählt Maulwurf ihnen vom Verschwinden seines Zauberdiamanten und führt die drei Freunde bis zu dem Baum, an dem er ihn gefunden hat. „Das sind Eiszapfen“ verrät Igel ihm und deutet nach oben. Über und über sind die Äste des Baumes mit Eiszapfen behängt und Maulwurf muss einsehen, dass es doch kein Zauberdiamant war. Doch dann strahlt die Wintersonne durch die Eiszapfenäste hindurch und lässt den Baum in goldenem Glanz erstrahlen. Und diesem Zauber kann sich keiner der vier Freunde entziehen.

Wer kennt es nicht, dieses erstaunte und leicht verzauberte Gefühl, dass einen auch mit vielen Jahren Lebenserfahrung noch überfällt, sobald der erste Schnee gefallen ist und die sonst so bekannte Welt um einen herum gänzlich verzaubert. Wie muss es da erst Lebewesen gehen, die zwar schon mehr oder weniger viele Jahre auf dem Buckel haben, aber irgendwann zufällig in ihren ersten Schnee geraten? So, wie Maulwurf in der vorliegenden Geschichte. Und da die Welt gleich ganz anders aussieht, liegt es auch auf der Hand, dass noch mehr Wunder geschehen können. Also warum sollte man nicht plötzlich auch einen Diamanten finden können? Die nun folgende, rührenden Schilderung vom Versuch des Maulwurfs, den „Diamanten“ in seine Höhle zu schleppen, verdeutlicht erwachsenen Lesern sehr bildlich, wie die Welt mit Kinderaugen aussieht und Dinge, die scheinbar selbstverständlich erscheinen, ganz neu bewertet und gedeutet werden. So wie Maulwurf, der bis dahin noch nie etwas von Eiszapfen gehört hatte und erst durch seine Freunde den Fund richtig einordnen kann, brauchen Kinder Erwachsene, um die Welt zu entdecken und zu begreifen. Doch auch, wenn alles scheinbar verstanden und erklärt ist, hält die Natur immer wieder Wunder bereit und sei es die Abendsonne, die einen Baum voller Eiszapfen mit ihren Strahlen verzaubert.

Für die passende Illustration dieser schönen Geschichte wählte Vanessa Cabban großflächig weiße Bilder, auf denen der kleine Maulwurf frohgemut die Freuden des Schnees entdeckt. Es ist wirklich herrlich anzusehen, wie der kleine schwarze Maulwurf inmitten des vielen Weiß durch den Wald stapft. Gestik und Mimik sind dabei sehr überzeugend gezeichnet und verleihen dem kleinen Kerl einen liebevollen Charakter, so dass man ihn eigentlich aus dem Buch heraus knuddeln möchte. Auf den vielen Doppelseiten gelingt es der Illustratorin gut, ein ansprechendes Gegensatzpaar zwischen der weißen Weite und dem kleinen schwarzen Pelzträger zu zeichnen, das dennoch Vertrauen erweckend ist und Geborgenheit vermittelt. Durch sanfte Aquarellfarben wird das für die Handlung wichtige Lichtspiel sehr plastisch illustriert. Besonders ansprechend sind für Kinder auch die glitzernden Schneeflocken auf dem Buchumschlag, die den Titel noch einmal bildlich darstellen. Leider wurde dieses Element im Inneren des Buches nicht weiter geführt, obwohl ihm dadurch noch einmal mehr Wertigkeit verliehen worden wäre.

Fazit:

Warmherzige Erzählung über das Entdecken der Welt und jene kuriosen Missverständnisse, die dabei entstehen können. Dass es aber trotz aller Erklärungen immer noch kleine Wunder gibt, ist dabei eine schöne Botschaft

Claudia Goldammer

 

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