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Buchcover: Cornelia Funke: Geisterritter

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Geisterritter von Cornelia Funke

erschienen bei Cecilie Dressler

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

in mein Bücherregal

Das hatte Jon gerade noch gefehlt …nicht genug, dass der Elfjährige am Boden zerstört ist, weil ihn seine Mutter wegen ihres neuen Lebensgefährten in ein uraltes Internat abgeschoben hat, er wird auch noch von einem Familienfluch verfolgt – und zwar in Gestalt eines finsteren Reiters, der ihm nach dem Leben trachtet.

Jon, der mit seinem neuen „Stiefvater“ überhaupt nicht zurecht kommt, wird in das Internat nach Salisbury geschickt, wo auch sein verstorbener Vater zur Schule gegangen ist. Jon ist fest entschlossen, bis in alle Zeiten die ganze Welt anzuklagen – vor allem seine Mutter. Seine Zimmergenossen versuchen Jon aufzumuntern, vergeblich. Und dann kommt es noch schlimmer: eines nachts entdeckt er vor seinem Fenster drei finstere, durchsichtige Gestalten – Geister. Sie drohen ihm mit dem Tode und Jon fühlt einen furchtbaren Schmerz in seiner Brust.

Zunächst versucht Jon sein Erlebnis zu verdrängen – doch dann wird er eines abends über das Internatsgelände gejagt. Von drei finsteren Reitern. Sie wollen ihn töten, da er ein Hartgill ist. Dabei ist das der Mädchenname seiner Mutter. Jon, der nur allein die finsteren Reiter sehen kann, verdreht die Version seiner kopflose Flucht so gut es geht, damit er sich vor seinen Mitschülern nicht bis in alle Ewigkeit blamiert. Am Ende glauben seine Mitschüler tatsächlich, er habe nur eine wilde Geschichte erfunden – doch Ella Littlejohn, die bildhübsche Mitschülerin, die alle Jungs anhimmeln, stellt Jon in der Kantine zur Rede. Obwohl Jon zunächst alles abstreitet, kann er schließlich doch nicht umhin, seine Angst einzugestehen.

Ellas Großmutter, Zelda Littlejohn, bei der Ella die meiste Zeit lebt, gibt Geistertouren für Touristen – und kennt sich bestens mit den Gespenstern der Region aus. Sie finden zusammen mit Zelda heraus, dass Lord Stourton, der wegen des Mordes an William Hartgill und dessen Sohn John zum Tode durch den Galgen verurteilt wurde, den Hartgills ewige Rache geschworen hat. Zelda empfiehlt Jon, so weit von Salisbury zu verschwinden, wie nur möglich. Doch Zelda versucht ihn zu beruhigen, er solle den Geist Stourtons und seine Knechte einfach ignorieren und vom Fenster fernbleiben. Leichter gesagt als getan, findet Jon. Gleichzeitig kommt es für ihn überhaupt nicht in Frage, seiner Mutter von den Vorfällen zu berichten und um seine „Versetzung“ zu bitten.

Ella erinnert die Sage um einen Ritter, der in der Kathedrale begraben liegt und vor seinem Tode geschworen hat, jedweden, der ihn um Hilfe bittet, zur Seite zu stehen. Obwohl Jon nicht so recht daran glaubt, lassen sich Ella und Jon nachts in der berühmten Kathedrale von Salisbury einschließen und bitten am Grab des Ritters Willliam Longspees um dessen Hilfe. Und tatsächlich: Der Ritter erscheint Jon und schon bei nächster Gelegenheit bekämpft Longspee den finsteren Geist von Stourton erfolgreich – Jon glaubt, dass er den Lord und seine furchtbaren Knechte für immer losgeworden ist. Doch er irrt sich …

Cornelia Funkes neuer Roman ist eine humorvolle und spannende Erzählung aus dem Geister- und Gespenstergenre. Eingebettet in einer Internatsgeschichte würzt sie das Mysteriös-Gruselige mit einer echten Freundschaftsgeschichte und zahlreichen eigenwilligen und sympathischen Nebenakteuren. Die Hauptpersonen sind zweifellos Jon und seine Freundin Ella deren Freundschaft im Verlauf der Geschichte so manche Berg- und Talfahrt aushalten muss. Wie es in einer klassischen Fantasy-Geschichte der Fall ist, steht die Hauptperson, Jon, am Ende einer rasanten Entwicklung. Nicht nur, dass es ihm gelingt, seinem Geister Ritter ein treuer Knappe zu werden, er versöhnt sich auch mit der Vorstellung dass „der Vollbart“ – wie Jon den neuen Lebensgefährten seiner Mutter nennt – ein Teil seiner Familie wird.

Greifbar und atmosphärisch beschreibt Cornelia Funke mit dem Umfeld der Kathedralschule und der berühmten Kathedrale von Salisbury nicht nur einen idealen, sondern auch realen Schauplatz, durch den eine Reihe von geschichtlich belegten Hintergründen in die Geschichte einfließt. Damit beinhaltet ihr neuester Roman auch den Reiz eines historischen Romans. Am Ende des Buches findet sich ein Glossar der verschiedenen historisch belegten Ereignisse, Orte und Personen, die in ihren Roman stattfinden. Viele der hier auftretenden „Geister“ hat es wirklich gegeben. Allen voran William Longspee, der Cornelia Funke beim Besuch der Kathedrale zu diesem Buch inspiriert hat.

Bekannt durch den für ihn so typischen phantastischen Realismus in seinen Werken, wirken die ganzseitigen Illustrationen von Friedrich Hechelmann wie kleine Kunstwerke; sie zeigen verträumte Naturdarstellungen und verzaubert wirkende Schauplätze. Detailliert und zugleich unwirklich begleitet er die Erzählung, lässt dem Leser an manchen Stationen der Geschichte aber wenig Raum für die eigene Vorstellungskraft. Nicht immer gelingt ihm bei den „harmloseren“ Mitakteuren eine sympathische Darstellung – wie zum Beispiel bei Großmutter Zelda, als sie von einem Hund quer durchs Gesicht geleckt wird. Auch die Darstellung des Geistes eines Chorschülers wirkt durch seine katzenhafte Gestalt, seine langen, knochigen Krallenhände und seine spitzen, gebleckten Zähnen zu surreal und bedrohlich.

Zu Cornelia Funkes Geisterwelt gehören nicht nur die finsteren Häscher, die sie sehr eindrucksvoll beschreibt, auch die „Unglücklichen“ – wie zum Beispiel ebendieser verschlagene Chorjunge – und die „Eigenwilligen“ prägen die Geschichte . Dem stellt sie die edelmütige, wenn auch an ihrem Dasein verzweifelte Geisterwelt in Gestalt von William Longspee entgegen. Durch die Perspektive des Hauptakteurs, Jon, der in seiner knappen und oftmals humorvoll-trockenen Art treffsicher zu beschreiben weiß – also mit einer ordentlichen Prise Galgenhumor – lasten selbst die bedrohlichen Szenen nicht so schwer auf dem Erzählfluss. Vielmehr bleibt dieser, nicht zuletzt durch die schöne Freundschaftsgeschichte zwischen Ella und Jon, in einer positiven Grundstimmung. Die emotionalen Bindungen, die Jon zu Ella und William Longspee entwickelt, sind geprägt durch tiefe Zuneigung und dürfen – gerade als Gegenpol zu den finsteren Begegnungen – ruhig auch etwas sentimental ausfallen.

Dennoch versteht Cornelia Funke es, den Nerv ihrer jungen Leser mit allerlei gruseligen Details zu kitzeln. Die Story, die sie im Laufe des Romans entspinnt, hätte durchaus das Zeug zu einer langen, verschachtelten Familiensaga, die noch viele Generationen zurückgeht. Reizvoll wäre der Gedanke, wenn Jon auch seinen Vorfahren hätte begegnen können. Doch hier hält Cornelia Funke ihre junge Leserschaft im Blick und versteht es, diese Dinge anzudeuten und das höchst ungewöhnliche Internatsabenteuer nicht zu verkomplizieren. Abwechslungsreich und sehr spannend ist ohne Frage der Höhepunkt – der finale Kampf zwischen Gut und Böse. Dann gleitet die Geschichte in ein unbeschwertes und hoffnungsvolles Fahrwasser – für meinen Geschmack ein wenig zu unbeschwert – doch letztlich ist dies genau der richtige Abschluss, um eine stellenweise doch sehr bedrohliche Geistergeschichte zu einen sanften Ende zu bringen.

Fazit:

Ein Internatsaufenthalt wider Willen und eine allzu lebendige Geisterschar – Cornelia Funke verbindet in ihrem neuen Roman beides mit historisch belegten Hintergründen und Schauplätzen. Entstanden ist ein spannendes, gruseliges und zugleich humorvolles Abenteuer, das Jungen und Mädchen ab 10 Jahren sicher nicht mehr so schnell wieder aus der Hand legen werden.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

Heinrich meint:
Dises Buch ist sehr Spannend da es sehr ausfurlich ist und man sich in die lage Jon's versezen kann dadurch kan mann sich unterchidliche Lagen versezer kann.
lara meint:
Hilfesteller meint:
hans meint:
voll spannend aber auch gefühle sind dabei.Ich empfehle dieses buch weiter ,weil es jeder lesen kann,egal welches alter.Ich hatte darüber eine buchvorstellung gehalten - danach wollten es die meisten aus meiner klasse gleich ausleihen
Thomas meint:
Ich finde das Buch super und hätte am liebsten 24 stunden am Tag nur gelesen . Es hat mich so fasziniert. ich habe es 8 mal gelesen und habe trotzdem noch nicht genug.
Meine Lieblings personen sind Zelda und ihr Hund und William Longspee.
Melissa meint:
spannendes Buch das schnell begeistert, es hat mich richtig in seinen Bann gezogen,ich musste die ganze Zeit lesen, es ist echt toll
Lieblingsfiguren: Ella,Jon, Zelda und William Loongspee
Ich liebe dieses Buch !!!!!!!!!!
Anna meint:
Das Buch ist sehr spannend und gruselig zu gleich. Es ist mein Lieblingsbuch, deswegen mache ich eine Buchvorstellung darüber. Meine Lieblingsfigur ist Ella Littlejohn weil sie sehr mutig ist.
Ich liebe es einfach!!!!!!!
Maria Gassmann meint:
Das Buch ist sehr schön, ich lese es schon zum zweiten mal und ich mache darüber eine Buchvorstellung ! Also ich kann das Buch nur weiterempfehlen !!! Also ich weiß nicht was ich noch schreiben soll, weil ich mindestens 200 Zeichen schreiben muss, egal
Viele Grüße
Maria
Colin meint:
Diese Buch lässt mich nicht los ich will immer weiter lesen.Das ist sehr spannend,mann will immer wissen wie es weiter geht und mann kann sich in jon hineinversetzten.
Lieblingsperson ist : Jon Withcroft
tedesca meint:
Ich liebe Kinder- und Jugendbücher von Cornelia Funke, und auch dieses hat mich einmal mehr bestens unterhalten. Die Geschichte war nicht nur spannend, sondern auch so richtig gruselig, aber auf eine nette Art und Weise. Und natürlich mochte ich auch diesmal die liebenwerten Figuren so gern. Alles in allem eine echte Empfehlung für Kinder ab 10, würd ich sagen, in dem Alter sind auch die Protagonisten.

Rainer Strecker liest das Hörbuch, wie immer, sehr angenehm und animiert, das macht das Zuhören dann auch noch zu einem echten Vergnügen.

Was mich, wie immer bei Funke-Produktionen, stört, sind die Musikeinlagen zwischen den Kapiteln, von denen ich mir sicher bin, dass die auch die Kids einfach nur nerven, weil die Musik nicht kindergerecht und vor allem viel zu lang ist. Damit zieht man halt ein Hörbuch ind ie Länge, aber eigentlich würde ich dafür einen Stern dafür abziehen, wär der Rest nicht wirklich 5 Sterne und mehr wert.
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