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Buchcover: Wilfried Gebhard: Wo ist Lisa? Wo ist Kai?

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Wo ist Lisa? Wo ist Kai? von Wilfried Gebhard

erschienen bei Lappan

geeignet für Kinder im Alter ab 3 Jahren

in mein Bücherregal

Bei Lisa und Kai wimmelt es wirklich und man bekommt direkt Lust, sich auf die Suche nach den beiden zu machen.

Lisa und Kai sind die besten Freunde und unzertrennlich. Daher sind sie umso trauriger, dass nun die großen Sommerferien begonnen haben und sie sich drei Wochen nicht sehen können. Sie wissen nämlich noch nicht, was ihre Eltern arrangiert haben: Spätestens am Urlaubsort sollen sich die beiden wieder treffen, um die Ferien gemeinsam zu verbringen.

So machen sich beide Familien früh morgens auf den Weg und erleben auf ihrer Anreise jede Menge lustige und interessante Dinge. Oft denken sie daran, was der andere jetzt wohl gerade macht oder wo er ist und ahnen dabei gar nicht, wie nah sie einander eigentlich sind. Beide sind auf jedem Bild zu sehen, treffen sich dennoch erst am Ende des Buches.

Auf der Ritterburg und im Amphitheater machen beide Familien eine große Pause, denn dort gibt es jede Menge spannender Dinge zu entdecken. Die erste Nacht machen die Familien einen Zwischenstopp in einer kleinen Stadt und beim Abendspaziergang glaubt Lisa Kai gesehen zu haben. Papa zuckt daraufhin nur mit den Schultern.

Endlich am Zeltplatz angekommen, nimmt Lisa ihre Schwimmente und marschiert zum Meer. Das ist wirklich riesig und was man dort alles so machen kann! Auch Kai ist inzwischen am Strand und lässt seinen Drachen steigen. Und dann passiert es: Kai läuft rückwärts und stolpert über Lisa. Endlich haben sich beide wieder. Die Freude ist riesengroß. Einen besseren Urlaub hätte es wirklich nicht geben können.

Ein überaus heiteres Buch, das besonders durch seine tollen Wimmelbilder besticht und von einem sehr passenden Text begleitet wird. Es macht richtig Spaß Lisa und Kai in ihrer fröhlich – frechen Art zuzuschauen.

Die Sätze sind kurz und deutlich formuliert, wodurch das Verständnis auch bei kleinen Kindern gegeben ist und diese so Strukturen des Satzaufbaus erkennen und erlernen können. Aufgrund der Wortwahl und der stilistischen Darstellung ist es möglich, einen hohen persönlichen Bezug zu dem Buch aufzubauen. Grund hierfür ist die starke Verbalisierung der Gedanken und Gefühle von Lisa und Kai und der hohe Anteil an wörtlicher Rede. Die intensive Freundschaft zwischen Lisa und Kai wird im Text sehr deutlich und in Kombination mit den Bildern kommt insgesamt eine warme und sehr freundliche Stimmung auf.

Pro Seite gibt es nur ca. fünf Sätze, die aber völlig ausreichen, da sie sehr gehaltvoll sind und die Bilder keine weiteren Erklärungen nötig werden lassen. Zumal zu Beginn eines jeden Textes die jeweilige Situation mit einem Satz sachlich und ausreichend erläutert wird und so ein guter Bezug zum Gesamtbild hergestellt wird. Anschließend wird kurz beschrieben, was das Besondere und Tolle an diesem Ort ist und was Lisa und Kai so alles erleben. Hierbei wird Bezug zu sachlichen Themen genommen. Papa erzählt, dass im Amphitheater früher die alten Römer und Gladiatoren gegen wilde Tiere gekämpft haben. Kinder können an dieser Stelle und auch bei der Besichtigung der Burg etwas über geschichtliche Hintergründe erfahren und im Bild viel dazu entdecken.

Dadurch, dass die Texte so kurz, unmissverständlich und gehaltvoll sind, regen sie zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem meist doppelseitigen Bild an. Die Kinder können weitere Interpretationen finden und viele weitere kleine Geschichten und Szenen entdecken. Differenziertes Wahrnehmen und selektives Sehen werden so angeregt und können durch das Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst!“ noch verbessert werden. Kinder mit Sprachschwierigkeiten werden auf diese Weise vermehrt zum Sprechen angeregt, zumal wenig vorgeben ist und es kein Richtig oder Falsch gibt.

Lisa und Kai sind auf jedem Wimmelbild zu finden. Sie tragen fast immer die gleiche Kleidung, wie zu Beginn des Buches, wodurch sich ein gewisser Wiedererkennungswert ergibt. Dennoch ist es nicht ganz einfach sie zu entdecken. Doch diese „Knobelei“ erhöht die Spannung. Erkennbar ist auch, wie unterschiedlich die beiden die gleiche Situation erleben.

Die Bilder haben jeweils eine flächige, zarte Hintergrundfarbe, was sehr angenehm auf das Auge wirkt, da es zusätzlich viele bunte Details gibt. Lustige Missgeschicke gibt es immer wieder zu entdecken, wie z.B. ein Schwimmer, der ein Paddel an den Kopf bekommt oder einige Männer, die verzweifelt versuchen ein Zelt aufzubauen.

Das letzte Bild, auf dem Lisa und Kai gemeinsam surfen, wird nicht von Text begleitet. Es besteht daher die Option, eine individuelle Geschichte zu erfinden, was die zwei noch alles erleben könnten, wodurch wieder die Phantasie und Sprechfreude angeregt wird.

Für unterwegs, so wie vom Autor gedacht, eignet sich das Buch aufgrund des Formates aber nicht.

Fazit

Bei Lisa und Kai wimmelt es wirklich. Es gibt Unmengen spannender Dinge zu entdecken und man kann das Gefühl bekommen, selbst ein Teil des Buches zu sein.

Dorothee Langer

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