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Buchcover: Dagmar Geisler: Die Tintenkleckser - Mit Schlafsack in die Schule

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Die Tintenkleckser - Mit Schlafsack in die Schule von Dagmar Geisler

erschienen bei dtv

geeignet für Kinder im Alter ab 6 Jahren

in mein Bücherregal

Die Tintenkleckser halten zusammen, sind pfiffig und gewitzt und einfach die beste Klasse der Welt. Das finden nicht nur die 17 Kinder selber, auch Frau Fauser, ihre neue Klassenlehrerin, hält ziemlich viel von ihnen. Nicht umsonst lässt sie sich auf das Abenteuer einer Lesenacht in der Schulbücherei ein.

Denn wer sonst würde das freiwillig mit lauter aufgeregten Drittklässlern wagen? Neben jeder Menge Vorlesegeschichten stehen auch ein Mitternachtspicknick auf dem Plan sowie die Übernachtung im kuscheligen Schlafsack mitten in der Bibliothek. Doch kurz, bevor sie die aufgeregten Bande aus dem Unterricht nach Hause entlässt, um ihre Übernachtungssachen zu holen, behauptet Jana-Ina weinerlich, dass ihr jemand einen kleinen weißen Gummi-Tiger aus der Federmappe gestohlen hat. Ein Dieb unter den Tintenklecksern? Das können sie sich selbst nicht vorstellen, ebenso wenig wie Frau Fauser. Doch trotz deren mahnender Blicke scheint niemand etwas über den Verbleib des Tigers zu wissen oder sagen zu wollen. Unter den enttäuschten Blicken ihrer Lehrerin gehen die Kinder betrübt nach Hause, um ihre Sachen für die Lesenacht zu packen. Vor allem Mia hat es ungewöhnlich eilig, das Schulgelände zu verlassen, so dass Ben, der denselben Heimweg hat, sich ziemlich beeilen muss, um sie noch einzuholen.

Denn Mia treibt das schlechte Gewissen an. Schließlich war sie es, die den Tiger entwendet hat. Allerdings nicht Jana-Ina sondern Zilly, ihrer besten Freundin. Denn Zilly hatte, seitdem sie den Tiger im Zirkus gewonnen hatte, nichts Anderes mehr im Kopf und Mia und die Pläne der beiden für die Lesenacht anscheinend völlig vergessen. Hinter einer Grünpflanze hat Mia den Tiger versteckt und wollte ihn Zilly später zurückgeben, doch da war er von dort verschwunden. Und nun ist er aus Jana-Inas Federmappe verschwunden obwohl Mia weder eine Ahnung hat, wie er dorthin gekommen war, noch, wo er jetzt sein könnte.

Bedrückt packt Mia ihre Übernachtungssachen und trottet wieder zurück in die Schule. Schwer beladen mit Schlafsack und Rucksack dort angekommen, hört sie zufällig, wie sich drei Jungs ihrer Klasse darüber unterhalten, dass der Tiger unbeabsichtigt in Frau Fausers geliebtem Aquarium gelandet sei, als sie Jana-Ina nur ein bisschen ärgern wollten. Aus der Hand wäre er ihnen gerutscht und läge nun am Boden neben Frau Fausers empfindlichen Fischen. Mia bleibt die Luft weg in Anbetracht dieser Entdeckung. Schnell formt sich ein Plan in ihrem Kopf, in dem sie allerdings weder die nächtlichen, dunklen Gänge der Schule, noch leuchtende Augen im Flur, weder lauter unheimliche Geräusche, noch andere Kindern, die einen ähnlichen Plan wie sie verfolgen, berücksichtigt hat.

Tja, wie löst man ein Problem, das zunächst nur ein kleiner Denkzettel werden sollte und sich dann irgendwie verselbstständigt? Denn schließlich hatte Mia nichts wirklich Böses im Sinn, als sie den neuen Schatz ihrer besten Freundin kurzzeitig verschwinden lassen wollte – doch letztendlich gefährdet sie damit ungewollt die Lesenacht der ganzen Klasse. Also Augen zu und durch, irgendwie muss sie das wieder in Ordnung bringen. Natürlich ist auch ein bisschen Glück dabei, als sie zufällig hört, wo der Tiger abgeblieben ist, aber was zählt, sind ihr Mut und ihre Entschlossenheit, das Problem zu lösen und wieder Frieden zu stiften. Und zwar ohne andere Kinder der Klasse anzuschwärzen und ziemlich auf eigene Faust.

Der erste von mittlerweile zwei Bänden (ein dritter ist in Vorbereitung) um die Tintenkleckser ist ein ziemlich spannender und unterhaltender Einstieg in die turbulente Gefühlswelt der pfiffigen Drittklässler. Nicht nur Mias Mut steht im Vordergrund, auch Bens Entschlossenheit, seiner Freundin in der misslichen Lage zu helfen, ist schön herausgearbeitet. Überhaupt sind die Hauptfiguren im vorliegenden Auftakt überzeugend, authentisch und lebendig geschildert, so dass es leicht fällt, in ihre Gedanken- und Gefühlswelt einzutauchen, in den dunkeln Gängen mit zu fiebern und sie in ihrem Vorhaben still anzufeuern. Dagmar Geisler ist es gelungen, ein beliebtes Thema der Kinderliteratur als leicht zu lesende, gut verständliche und packende Geschichte zu erzählen, die dennoch nicht zu spannend für Kinder dieses Lesealters ist.

Die kurzweilige Handlung wird in 17 Kapiteln erzählt, die sich aufgrund der angemessenen Länge auch sehr gut zum Selberlesen eignen. Zudem wird die Geschichte immer wieder von grafischen Elementen und teilweise comicartigen Illustrationen in schwarz, weiß und blau aufgelockert, so das kleine Leser auch optisch immer wieder etwas entdecken können. Gleich auf dem Vorsatz wird vielversprechend gezeigt, wo sich die Schule und andere Orte in der Umgebung befinden – Bezeichnungen wie „der Teufelsfelsen mit der Höhle“ oder „der hohle Baum“ lassen auf weitere spannende Abenteuer hoffen. Ziemlich am Anfang der Geschichte wird außerdem erläutert, wie die Tintenkleckser zu ihrem Namen kamen und jeder Schüler der Klasse auf einer einleitenden Doppelseite mit Bild, dem Namen und einem typischen Merkmal vorgestellt. Mit all diesen Informationen ausgestattet, steht dem Abenteuer mit den Tintenklecksern nichts mehr im Wege. Wer trotzdem noch mehr Informationen zu ihnen möchte, wird auf: www.die-tintenkleckser.de fündig.

Fazit:

Die Schulzeit ist ohne Frage eine für alle spannende Zeit, Doch bei den Tintenklecksern ist sie vielleicht noch ein bisschen spannender. Wem es also in der eigenen Klasse zu langweilig ist, sollte bei Mia, Ben, Zilly und den anderen hineinschnuppern.

Claudia Goldammer, Oktober 2016

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