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Buchcover: Grit Poppe: Joki und die Wölfe

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Joki und die Wölfe von Grit Poppe

erschienen bei Peter Hammer

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

Im Wald fühlt sich Joki zuhause. Was Tiere angeht, kann ihm keiner etwas vormachen. Er spricht zu ihnen und beobachtet ihre Verhaltensweisen ganz genau. Doch als seine beste Freundin Sanja ihm von merkwürdigen Spuren berichtet, die von Wölfen stammen sollen, hält er sie für komplett verrückt.

Natürlich weiß er, dass es in Deutschland wieder Wölfe gibt. Aber doch nicht in seinem Wald? Das Spannendste, was ihm dort begegnet, sind zum Beispiel die Ameisen, die Nahrung auf gewundenen Straßen zu ihrem Nest transportieren; oder auch die Wildschweine, die in Rotten die Erde umwühlen. Doch Wölfe? Nein, sowas wäre ihm garantiert nicht entgangen. Außerdem hat Joki ganz andere Sorgen: Seine Mutter ist von ihrem neuen Freund schwanger und zu allem Überfluss will sie mit Joki zu ihm auf den Bauernhof ziehen. Eigentlich ist Knut ganz in Ordnung, wenn er nicht ein Gewehr hätte, mit dem er ab und zu im Wald auf die Jagd geht. Das mag Joki so gar nicht. Zudem hat sein Vater, der sich seit Monaten in Guatemala aufhält, lange keinen Brief mehr geschrieben. All das macht ihm zu schaffen. Da kann er kein unsinniges Gerede von irgendwelchen Wölfen gebrauchen. Stattdessen radelt er lieber zum Teich im Wald, wo er Ruhe vor all dem Stress und den Veränderungen findet.

Im gleichen Wald lebt in einer Erdhöhle eine Wolfsfamilie: während der Vater auf die Jagd geht, behütet die Wolfsmutter ihre Jungen. Eines von ihnen sticht besonders hervor: Schwarzohr, das stets kleiner und schwächer als seine Geschwister war. Eines Tages macht sich Schwarzohr auf, um mit seinen Brüdern und Schwestern die nähere Umgebung zu erkunden. Doch lässt er sich zu leicht von all den spannenden Dingen, die ihm begegnen, ablenken und es kommt, wie es kommen muss: er verläuft sich. Nun muss der kleine Welpe schauen, wie er zurechtkommt und begibt sich dabei nichtsahnend immer tiefer in den Wald hinein. Völlig entkräftet kommt er schließlich an den Teich, zu dem auch Joki später stößt.

So kommt es also zur Begegnung zweier verlorener Seelen – ein Wolf, weit entfernt von seiner Familie, und Joki, der sich unverstanden fühlt. Kurzerhand nimmt Joki Schwarzohr mit, und ein kleines Abenteuer beginnt. Schnell stellt er fest, dass der Welpe viel zu klein ist, um alleine überleben zu können, und dass es eine Familie geben muss, die ihn sucht. Daher beschließt er, Schwarzohr zu ihr zurückzubringen, woraus sich eine wilde Reise durch den Wald entwickelt. Dabei erlebt der Leser das ganze Buch hindurch abwechselnd die Sicht von Joki und jeweils einem der Wölfe – der Mutter, dem Vater oder Schwarzohr. So wird eine besondere Bindung mit den Tieren ermöglicht, die nicht überspitzt menschlich dargestellt werden, sondern tierische Züge behalten.

Grit Poppe hat eine liebevolle Hommage an die freilebenden Wölfe in Deutschland geschrieben. Die Autorin hat sich sehr viele Gedanken gemacht und man merkt, dass einiges an Recherche darin steckt. Die abwechselnden Sichtweisen haben mir besonders gefallen, wobei die der Wölfe vor dem jeweiligen Kapitel mit manierlichen Pfotenabdrücken gekennzeichnet waren.

Ich persönlich bin ein großer Verfechter von freilebenden Wölfen und habe mich in dem Buch sehr bestätigt gefühlt. Das Thema wird auf liebevolle Art aufgegriffen, sodass schon die Kleinsten herangeführt werden können. Positiv dabei ist, dass am Ende noch einige Infos zu den Wölfen zu finden sind, sowie Quellen, wo man sich informieren kann.

Joki als hauptsächlicher Protagonist kam sehr sympathisch und lernbegierig rüber, sodass ich ihn gerne begleitet habe. Auch Sanja empfand ich als erfrischend frech und einen guten Gegenpol zu Joki. Leider hat sie keine so große Rolle gespielt.

Fazit:

Der Wolf gehört nach Deutschland und wer da noch skeptisch ist, der sollte sich vielleicht dieses Buch zur Hand nehmen. Denn es ist nicht nur eine schöne Kindergeschichte, sondern auch für Erwachsene sehr lehrreich.

Julian Hübecker

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