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Buchcover: Sabine Hirler: Wer hat an der Uhr gedreht?

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Wer hat an der Uhr gedreht? von Sabine Hirler

erschienen bei Coppenrath

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

in mein Bücherregal

[ab 5 Jahren]

Zum Mitmachen und Nachvollziehen regt uns dieses Buch an, und erfüllt so auf solide Art und Weise seinen eigentlichen Zweck: Das Erlernen der Uhr. Hier darf gedreht, gewürfelt, gefragt und sogar selbst kontrolliert werden.

In einer großen Villa wohnt Tante Hortensie mit ihrer riesigen Uhrensammlung. Eines Nachts wird sie dort um Mitternacht von dem Gespenst Gundolf dem Listigen besucht, ohne dass sie davon etwas mitbekommt. Dieser stellt, um die Geisterstunde zu verlängern, alle Uhren um eine Stunde zurück. Als Tante Hortensie am nächsten Morgen aufwacht, bemerkt sie zunächst nichts davon. Doch im Tagesverlauf gerät so einiges durcheinander. Schließlich kommt sie sogar zu spät nach Hause, um ihre Nichte Lilli und ihren Neffen Max Willkommen zu heißen, die ihre Tante für eine Woche besuchen möchten. Gemeinsam stellen sie fest, dass alle Uhren, sogar die der Sammlung, falsch laufen. Anhand einiger Fußspuren, die aus dem Kamin im Turmstübchen kommen, erkennen sie, dass jemand die Uhren vermutlich absichtlich verstellt hat. Sie beschließen Nachtwache zu halten. Und tatsächlich kommt um Mitternacht erneut Gundolf. Alle erschrecken sich zuerst fürchterlich, müssen dann aber doch heftig lachen. Gundolf stellt sich vor und erklärt, warum er die Uhren verstellt hat. Max schlägt ihm vor, die Geisterstunde zu überziehen und zu schauen, was passiert. Und es passiert nichts. So feiern alle ein wenig und Gundolf wohnt seitdem bei Tante Hortensie.

Dieses Buch lebt nicht durch seine eigentliche Geschichte, aber animiert auf schöne Art und Weise, sich mit dem Erlernen der Uhrzeit, dem Uhrenlesen auseinander zu setzen. Jede erwähnte Uhrzeit (und das sind einige) ist durch ein anderes Schriftbild hervorgehoben. Neben den Textpassagen befinden sich Klappen, die das Bild einer Uhr mit entsprechend dargestellter Uhrzeit verbirgt. Der Zuhörer kann also die erwähnte Uhrzeit auf der beiliegenden Pappuhr einstellen, und mithilfe der zugeklappten/aufgeklappten Uhr kontrollieren. Das ist gut durchdacht und ermöglicht die aktive Auseinandersetzung mit diesem Buch.Vielleicht ist das Kind sogar schon in der Lage Zahlen zu lesen, und kann sich so völlig selbstständig mit dem Thema beschäftigen.

Das ergänzende Poster ist mit zusätzlichen Erklärungen versehen: Welche verschiedenen Uhren hat es schon gegeben? Und wie funktionieren diese? Außerdem lassen sich auch hier wieder Übungen finden, die das neu erlangte Wissen vertiefen können. Das „Tüpfelchen auf dem i“ bildet das Würfelspiel, das sich auf der Posterrückseite befindet. Wer es bis dahin nicht verstanden hat, sollte es lieber später noch einmal versuchen. Am Buch und dem zusätzlichen Material liegt es vermutlich nicht.

Dass die Zeichnungen und die eigentliche Handlung nicht vollständig überzeugen, soll hier zwar erklärt, aber nicht in den Vordergrund gestellt werden. Tante Hortensie wirkt z.T. eher wie die Oma der beiden Kinder und etwas zu düster. Das Gespenst lässt den Betrachter vielleicht tatsächlich etwas erschrecken, weil er so antiquiert daher kommt, so dass sich z.B. ein kleiner Junge, der einem Kind ähnlicher ist, eher geeignet hätte. Es bleibt aber schließlich, wie eingangs beschrieben, ein gut durchdachtes Buch. Zumal es ein Buch ist, das man sicher zielorientiert kauft. Und der Käuferintention kann es allemal gerecht werden.

Fazit:

Mit „Wer hat an der Uhr gedreht?“ geben uns Sabine Hirler und Silvio Neuendorf ein sinnvolles, didaktisch ausgereiftes Buch. Lässt man sich darauf ein, vergisst man schnell die Zeit …

Anke Bergen-Mens

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