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Buchcover: Ullrich Hortense: Die Häschenschule

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Die Häschenschule von Ullrich Hortense

erschienen bei Thienemann

geeignet für Kinder im Alter ab 6 Jahren

in mein Bücherregal

Hasenjunge Max lebt in der Großstadt und sein Lebensinhalt ist cool zu sein und Gangster zu werden. Bei einer seiner coolen Mutproben verschlägt es ihn in die Häschenschule, ja, genau die, wo die Osterhasen ausgebildet werden und in der es auch in diesem aktuellen Buch nicht viel weniger oldfashioned zugeht als man es aus dem Klassiker kennt. Bevor Max schnell wieder Richtung Stadt verschwinden kann, nehmen ihn die Lehrer unter seine Fittiche, er findet Freunde und am Ende muss er beweisen, dass er wirklich cool und mutig ist und verhindern, dass die Füchse das goldene Ei klauen.

Kaum jemand, der sie nicht kennt, die Häschenschule aus dem altgedienten Klassiker. Leider, muss man sagen, denn so voller schwarzer Pädagogik, Geschlechter-Klischees, Zucht, Ordnung und Gehorsam steckt kaum ein anderer Klassiker. Der Struwwelpeter vielleicht noch, aber der liegt immerhin nicht hübsch aufgemacht regelmäßig zu Ostern und zum Schulanfang auf den Büchertischen in den Läden. Und findet Käufer, Vorleser, Zuhörer, die vor lauter Nostalgie gar nicht merken, was sie da lesen. Wenn sie es doch merken, umso schlimmer.

Deswegen finde ich es unabhängig ob es jetzt ein großartiger literarischer Wurf ist oder nur ein normales Buch zum Film schon mal gut, dass es die Häschenschule jetzt in neu gibt. Und dass es eine Version gibt, auf die sich klassikerversessene Großeltern vielleicht auch einlassen können, wenn es denn unbedingt was mit Häschen sein soll.

Klischees gibts noch genug, im Buch wie auch im Film, zum Beispiel sind nach wie vor die armen Füchse die Bösen. Und die eigentliche Osterhasenschule ist genauso bieder wie früher, die Mädchen haben Röckchen an und die Jungs Hosenträger und alle sind weitgehend lieb und anstellig. Neue Klischees gibt es auch: die Lehrerin Hermine, die ihre Weisheiten aus Möhren liest und die kleinen Hasen mit Yoga, Atmung und Achtsamkeit auf den richtigen Weg bringen will: Der Weg zum Osterhasen beginnt in seinem Inneren. Und natürlich Hasenjunge Max, der aus der Großstadt kommt, der Sachen sagt wie Krass, Digger oder Chill, Alter und den es bei einer Mutprobe in den Häschenwald verschlägt wo er, wie das Problemkind auf dem Internat nach und nach zu einem guten Jungen geläutert wird, mit seinen kriminellen Freunden am Ende nichts mehr zu tun haben will. Sondern den angehenden Osterhasen hilft, das goldene Ei und damit das Osterfest zu retten und am Ende selber gerne Osterhase wäre.

In all dieser routiniert nacherzählten Animationsfilm-Action kommt heraus, dass früher nicht alles besser war (oder schlechter) und heute nicht alles schlechter ist (oder besser), es ist einfach anders, aber perfekt ist es selten. Das Buch ist im gut lesbaren Lesefutter-Kinderroman-Stil geschrieben, zum Vorlesen geeignet und auch zum Selberlesen. Auf jeder Seite ein Bild aus dem Film und mit den Stimmen im Ohr und den Szenen vor Augen macht das Lesen doppelt Spaß.

Fazit:

Dieses Buch hat wie der aktuelle Film von der alten Häschenschule nicht viel mehr als Zitate und das ist auch gut so. Schwarze Pädagogik und Genderklischees brauchte und braucht kein Kind; routiniert gemachte Animationsfilme und Bücher über Osterhasenprüfungen zwar auch nicht unbedingt, aber wenn der Klassiker so überlebt und in einer neuen Generation weiterlebt, warum nicht. Spaß machen beide, der Film und das Buch.

Sigrid Tinz

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