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Buchcover: James Krüss: Der Reisepudel Archibald

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Der Reisepudel Archibald von James Krüss

erschienen bei Boje

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

in mein Bücherregal

„Wenn Einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“

Warum sollte dieses Sprichwort, das definitiv bei Menschen zutrifft, nicht auch bei reisenden Tieren den Nagel auf den Kopf treffen?

Denn schließlich besteigt der Pudel Archibald eines Tages kurz entschlossen sein altes Auto und verlässt Paris, seine Heimatstadt, um immer der Nase nach die Welt zu erkunden. Zunächst verschlägt es ihn nach Bern, dann Rom, anschließend nach Madrid, Athen, nach Istanbul, Moskau, Prag, Amsterdam und London.

Und tatsächlich entdeckt Archibald in jeder der europäischen Städte etwas Einzigartiges, etwas zum Erzählen. Daher wird jede Reisestation von einem achtzeiligen Reim begleitet, der die Stadt und ausgewählte Besonderheiten kurz vorstellt.

So isst Archibald in Russland Kaviar und in Berlin Buletten, trinkt er in Warschau Wodka und fährt er in Istanbul (im Buch noch Konstantinopel genannt) über den Bosporus und trinkt Kaffee. Auf seiner vorletzten Station (Amsterdam) lernt er dann eine Pudeldame kennen – „das Fräulein Pudelgunde“ – mit der er noch nach London fährt und sie anschließend mit zurück nach Paris nimmt, um dort mit ihr und mit zehn Pudelchen „grad wie im Paradies“ zu leben.

Mit James Krüss liegt man eigentlich immer richtig. Die Werke des Wortakrobaten sind längst Kinderbuchklassiker und werden nach wie vor gern von Jung und Alt in die Hand genommen. Schließlich bekommt man beim Lesen sofort gute Laune und kann bereits bei der ersten Wiederholung die fröhlichen Verse mitsprechen.

Diese hat in der vorliegenden Neuauflage der Illustrator Günther Jakobs zusätzlich bildlich gekonnt eingefangen. Auf stimmungsvollen farbigen Doppelseiten sieht man einen lebendigen Pudel, der jede Station auf seiner Reise in strahlenden und lebendigen Farben erlebt. So wie James Krüss textlich Traditionen und Lebensgefühle beschreibt, illustriert Jakobs sie stimmig und lässt seine Leserinnen und Leser in ganz unterschiedliche Landschaften und Szenerien eintauchen: der goldene Glanz Istanbuls ist hier ebenso zu sehen und zu spüren wie die klare Bergluft der Schweiz.

Günther Jakobs Illustrationen vermischen dabei nostalgische Elemente aus der Entstehungszeit des Textes mit modernen Details: nicht nur Archibalds Auto wirkt antik, auch andere Autos sehen recht ursprünglich aus, ebenso wie das Riesenrad des Praters, gleichwohl auf der Londoner Doppelseite des Millenium Eye zu sehen ist.

Da das Original bereits 1960 geschrieben wurde und die Neuauflage sich an den Oroginaltext hält, tauchen in ihr Wörter auf, die heute nicht mehr verwendet werden oder die nicht mehr zeitgemäß sind. Aus diesem Grund werden „Konstantinopel“, „Zigeuner“ und „Tschecheslowakei“ am Ende des Buches erklärt.

Fazit:

Wenn die Reiselust ruft und das Fernweh plagt, dann könnte eine Erste-Hilfe-Maßnahme sein, sich mit Archibald ins rote Auto zu setzen und auf eine Tour quer durch Europa aufzubrechen.

Sigrid Tinz

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