3. Zeittafel der Sprachentwicklung

Das Tempo, mit dem ein Kind lernt ist individuell und von vielen Faktoren abhängig. Zeittafeln wie diese sind nur ein Anhaltspunkt, wobei Abweichungen von anfänglich einigen Wochen und später einigen Monaten durchaus im Rahmen sind. Sollten größere Abweichungen auftreten oder die Entwicklung des Kindes stehen bleiben oder sogar rückläufig sein, sollte in jedem Fall Kontakt mit dem Kinderarzt aufgenommen werden.

Stationen der Sprachentwicklung

Was können Eltern tun?

Die Schwangerschaft

Bereits im Mutterleib trainiert das Kind Körperteile, die für den Spracherwerb grundlegend sind. Lippen, Zunge und Gaumen sind im Einsatz, wenn es am Daumen lutscht und Fruchtwasser schluckt. Ab dem 5. Monat nimmt das Baby Stimmen und Geräusche von außen wahr. Bewegen Sie sich soviel wie möglich. Hierdurch werden das Gleichgewichtsorgan des Kindes und seine Wahrnehmung geschult. Reden Sie mit Ihrem Kind, erzählen Sie ihm Geschichten und singen Lieder. Achten Sie darauf, welche Geräusche Sie umgeben und vermeiden Sie Streit und Geschrei.

Die Geburt

Die Atmung des Babys stellt sich mit dem ersten Schrei um und das Kind nimmt so zum ersten Mal Kontakt mit seiner Umwelt auf. Schreien bleibt für einige Zeit auch die erste Möglichkeit dies zu tun.  …

1. Monat

Das Baby kann bereits in den Lauten variieren. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, spielen Sie mit Ihm, singen Sie ihm etwas vor während sie es füttern und wickeln. Suchen Sie Blickkontakt zu Ihrem Kind.

2. Monat

Das Kind beginnt zu lallen, zu gurren und zu quietschen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, spielen Sie mit Ihm, singen Sie ihm etwas vor während sie es füttern und wickeln. Suchen Sie Blickkontakt zu Ihrem Kind. Zeigen Sie Freude über die Laute, die es macht, erwidern und wiederholen Sie diese.

3.-6. Monat

Es werden alle möglichen Laute gebildet, das Baby beginnt zu lachen dreht sich nach Geräuschen um und reagiert auf Gesang. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, spielen Sie mit Ihm, singen Sie ihm etwas vor während sie es füttern und wickeln. Suchen Sie Blickkontakt zu Ihrem Kind Zeigen Sie Freude über die Laute, die es macht, erwidern und wiederholen Sie diese. Zeigen Sie Ihrem Kind Gegenstände, die kontrastreich sind und betiteln Sie diese.

6.-9. Monat

Hier beginnt die zweite Lallphase. Das Plappern nimmt deutlich zu, Doppelsilben und Gebärden werden gebildet und einzelne Wörter verstanden. Bei rückläufiger Entwicklung ist eine Hörstörung wahrscheinlich! Sprechen Sie mit Ihrem Kind, spielen Sie mit Ihm, singen Sie ihm etwas vor während sie es füttern und wickeln. Suchen Sie Blickkontakt zu Ihrem Kind Zeigen Sie Freude über die Laute, die es macht, erwidern und wiederholen Sie diese. Betiteln Sie zunehmend Gegenstände, des direkten Umfeld des Kindes in kurzen Sätzen. Sprechen Sie Ihr Kind oft mit Namen an. Gestikulieren Sie und machen Sie Bewegungsspiele, Winken, Kniereiter etc., und ermuntern Sie Ihr Kind zur Nachahmung.

10.-12. Monat

Bestimmte Lautkombinationen werden erstmals bestimmten Dingen und Kategorien zugeordnet. So werden z.B. alle Tiere mit „WauWau“ bezeichnet. Das Kind bildet also erste Wörter und Lautimitationen, äußert Wünsche und Gefühle aufgrund der Stimmlage. Des Weiteren sollte es in der Lage sein, den Mund überwiegend geschlossen zu halten, Speichel herunter zu schlucken und einen Löffel mit Zunge und Lippen abzulecken. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, spielen Sie mit Ihm, singen Sie ihm etwas vor während sie es füttern und wickeln. Stellen Sie einfache Fragen. „Wo ist der Ball?“ Lassen Sie Ihr Kind Gegenstände holen, so können Sie spielerisch herausfinden, ob Ihr Kind Begriffe richtig zuordnet und Sie versteht. Schauen Sie erste einfache Bilderbücher an, und benennen Sie, was Sie sehen. Benutzen Sie auf keinen Fall die Babysprache, sondern die richtigen Bezeichnungen und sprechen Sie in ganzen Sätzen.

12.-18.Monat

Das Kind beginnt in Einwortsätzen zu sprechen und Dingen differenzierte Wörter bzw. Laute zuzuordnen. So sollte das Kind in der Lage sein, Personen seines direkten Umfeldes, seine eigene Person und sein Lieblingsspielzeug mit einem bestimmten Laut betiteln. Es kennt inzwischen 10 bis 20 Wörter, versucht Lieder mit- bzw. nach zu singen. Vieles von dem, was man zu ihm sagt und von ihm will, versteht das Kind bereits. Spielen Sie intensiv mit Ihrem Kind und kommentieren Sie dabei alles, was Sie tun. Zeigen Sie Ihrem Kind, was man mit den Spielsachen alles machen kann. Spielen Sie einfache Versteckspiele, verstecken Sie sich oder Gegenstände, während Ihr Kind zuschaut und lassen Sie es dann suchen. Schauen Sie vermehrt Bilderbücher an, möglichst mit kontrastreichen, klaren Bildern und erzählen Sie was Sie sehen. Singen Sie viel und machen Sie Reime und Kniereiter.

1 ½ – 2 Jahre

Das Kind lernt nun vermehrt in Zwei- bis Dreiwortsätzen zu sprechen, wobei es bereits auf einen Wortschatz von 20 bis 50 Wörtern zurückgreifen kann. Besonders Wörter mit Konsonanten wie M, B, P, D, F, L, N, T, W sollte es bilden können und auch Eigenschaften, wie schön, lieb, heiß, weich sollte es einzuordnen und zu benutzen wissen. Wünsche können in dieser Phase bereits differenzierter geäußert werden. Das Nachahmen von Tierlauten macht ihm Spaß und direkte Bezugspersonen können bereits mit Namen angesprochen werden. Ebenso sollte es in der Lage sein, feste Nahrung zu kauen. Fragen Sie bei Büchern nach bestimmten Dingen auf den Bildern und lassen Sie sich diese von Ihrem Kind zeigen. Erzählen, wiederholen Sie, was Sie aktuell, im Laufe des Tages mit Ihrem Kind erlebt haben. Korrigieren Sie Ihr Kind nicht, wenn es ein Wort falsch ausspricht, sondern wiederholen Sie dieses im nächsten Satz korrekt und erweitern Sie diesen, z.B. durch Eigenschaften, die diese Sache besitzt.

2-3 Jahre

Erste Doppelkonsonanten und kompliziertere Lautverbindungen wie CH, GL, kurze Sätze, Warum-Fragen, Verben und Pronomen erweitern nun die Sprache des Kindes. Es sollte sich selber zunächst mit Vornamen, dann mit „Ich“ betiteln können. Farben lernt es zunehmend zu erkennen und zu benennen, es führt Selbstgespräche mit Puppen und Tieren und erkennt einfache Handlungen auf Bildern. Malen Sie mit Ihrem Kind und bieten Sie ihm viel Material zum experimentieren. Wiederholen Sie vergangene Erlebnisse und erinnern Sie an bereits erzählte Geschichten. Fragen Sie Ihr Kind, was es gemacht hat. Schauen Sie kurze Geschichten an und lesen Sie viel vor. Lassen Sie Ihr Kind diese wiederholen. Spielen Sie einfache Spiele, wie Vater-Mutter-Kind, einkaufen gehen etc. und kommentieren Sie jeden Handlungsschritt.

3-4 Jahre

Schwierige Konsonanten wie R sollte das Kind lernen. Gelegentlich kann ein Entwicklungsstottern auftreten Lassen Sie Ihr Kind eigene Erlebnisse erzählen und fragen Sie dabei nach weiteren Details. Lesen Sie umfangreichere Geschichten, aber mit klarer einfacher Handlung und von Bildern unterstützt und besprechen Sie diese. Kommentieren Sie Ihr Handeln und begründen dies. Suchen Sie intensiven Dialog mit Ihrem Kind, erzählen Sie von eigenen Erlebnissen und hören Sie gut zu.

4-5 Jahre

In diesem Alter sollte das Kind bis auf das S alle Laute korrekt bilden können. Es kennt bereits mehr als 2000 Wörter, kann bis 10 zählen und kann Fragen grammatikalisch richtig formulieren. Ebenso die korrekte Pluralbildung, einfache Sätze, z. T. mit Nebensätzen, einfache Vergangenheitsformen, das Erzählen von Erlebnissen in zeitlich richtiger Reihenfolge und das Beschreiben von Zusammenhängen in Bilderbüchern gehören in diesen Zeitraum. > Suchen Sie intensiven Dialog mit Ihrem Kind, erzählen Sie von eigenen Erlebnissen und hören Sie gut zu. Sprechen Sie über alltägliche Dinge, stellen Sie in Büchern und in der Realität komplexere Beziehungen her und begründen Sie Vieles. Lassen Sie Ihr Kind zu Bildern eigenen Geschichten erfinden. Ermutigen Sie Ihr Kind zum Äußern von Bedürfnissen gegenüber vertrauten Personen und nehmen Sie ihm dies nicht vorweg. Lassen Sie Ihr Kind telefonieren. Der Medienkonsum sollte so gering wie möglich gehalten werden (max. 30 min pro Tag) Lassen Sie Ihr Kind vorgelesene Geschichten wiederholen und erfragen Sie Details.

5-6 Jahre

Die Lautbildung sollte abgeschlossen sein. Sätze, inklusive der Nebensätze, sollte das Kind grammatikalisch korrekt bilden können. Es kann Artikel und Pluralformen, sowie korrekte Grammatik in der Vergangenheitsform anwenden und somit die Umgangssprache sicher beherrschen. Nutzen Sie Bildkarten, auf denen Handlungen zu sehen sind, um sie von Ihrem Kind in die richtige Reihenfolge legen zu lassen und zu kommentieren. Lassen Sie Ihr Kind Geschichten weitererzählen und Geschichten zu Bildkarten erfinden. Erfragen Sie hierbei Zusammenhänge und Begründungen. Lesen Sie vereinzelt kurze Geschichten ohne Bilder vor und lassen Sie das Kind diese wiederholen. Fragen Sie nach Erlebnissen aus der Vergangenheit und achten Sie darauf, ob diese im richtigen zeitlichen Ablauf dargestellt werden. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind sich mit einer Sache mindestens 15 bis 25 min intensiv beschäftigen kann.

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