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Buchcover: Guus Kuijer: Das Glück kommt wie ein Donnerschlag

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Das Glück kommt wie ein Donnerschlag von Guus Kuijer

erschienen bei Omnibus

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

in mein Bücherregal

So manche traurige Realität prallt auf die Welt der 12-jährigen Polleke. Doch auch im dritten Band zeigt uns das selbstbewusste und lebenslustige Mädchen, wie sie mit den manchmal unbegreiflichen Dingen umgeht, die um sie herum passieren. Und zum Glück gibt es Menschen, die Polleke in diesen schwierigen Zeiten beistehen – vor allen Dingen Consuelo, ihre mexikanische Freundin, kann selbst über den größten Kummer hinwegtrösten.

Die gerade zwölfjährige Polleke macht Bekanntschaft mit einem neuen Mädchen in ihrer Schulklasse. Consuelo kommt aus Mexiko, von dort ist sie vor dem Krieg in die Niederlande geflüchtet. Consuelo, die noch kein Wort niederländisch spricht, verliebt sich auf Anhieb in Pollekes Teddybär Sub. Und damit ist schon mal ein erstes Band geknüpft, denn Sub ist immer dabei, obwohl Pollekes beste Freundin Caro meint, dass Polleke nun kein Mädchen mehr ist, sondern eine junge Frau. Davon will Polleke aber noch nichts hören. Wie kann sie gestern noch ein Mädchen gewesen sein und heute schon eine junge Frau?

Ihr Lehrer, und der Freund von Pollekes Mutter, möchte, dass die beiden Freundinnen Consuelo die niederländische Sprache beibringen. Das mexikanische Mädchen lernt schnell und mit Hilfe eines Lexikons erfahren die Freundinnen, dass Consuelos Vater in Mexiko erschossen wurde.

Der Kontakt zwischen Polleke und Consuelo wird zunehmend enger. Und das Mädchen aus dem fernen Land macht ihrem Namen bei so mancher Notsituation alle Ehre; denn „Consuelo“ bedeutet Trost und den kann Polleke wirklich gut gebrauchen: Nicht genug, dass ihr drogenabhänigiger Vater „Spiek“, den sie sehr vermisst, in das ferne Nepal geht, um dort den Sinn seines Lebens zu finden, auch Mimun, ihr marokkanischer Freund verhält sich in letzter Zeit ziemlich eigenartig. Seit er in seinem Heimatland war, will er von Polleke, seiner „emanzipierten“ Freundin nichts mehr wissen – er soll mit einem Mädchen in seinem Hiematland verheiratet werden. Und zu allem Überfluss wollen ihre Mutter und ihr Lehrer, ein Paar, bei dem wahrlich nicht immer Harmonie herrscht, auch noch heiraten. In all diesen verwirrenden Ereignissen , ist Polleke froh, wenn sie zu ihren Großeltern aufs Land fahren kann. Hier findet sie Ruhe und Abstand zu den Dingen, die auf sie einstürmen. Sie redet mit ihren gläubigen Großeltern über Gott und die Welt, die sie versucht zu verstehen. Immer wenn Polleke bei ihren Großeltern ist, besucht sie ihr eigenes Kälbchen auf dem benachbarten Bauernhof. Hier lebt auch Tom, der sie auf einer rasanten Spritztour auf seinem Mofa einlädt. Polleke spürt wieder sich, das Leben und vergisst über ihren Mut ihre Sorgen. Und ein wenig gefällt ihr auch Tom.

Wieder zu Hause angekommen, versucht Polleke zu verstehen, warum Mimun so anders geworden ist und wie schwierig es für ihn sein muss „nirgends“ zu sein – auch Consuelo ist irgendwie im Nirgendwo gelandet, nachdem sie aus Mexiko flüchten musste. Doch wie bald gerät Polleke selbst in den luftleeren Raum der schlimmsten Albträume! Ein Mann hält mit seinem Auto neben ihr und erklärt, dass ihr Vater schwer verletzt sei und er sie in das Krankenhaus bringen solle. Polleke denkt nur an ihren Vater, als sie einsteigt – ihr wird schnell bewusst, welchen Fehler sie da begangen hat! Polleke findet schließlich doch einen Weg, sich aus der Erstarrung zu lösen und kann sich befreien, ohne dass ihr Schlimmeres zustösst.

Die Tage danach vergehen wie in einem Strudel; Polleke hat dicht gemacht. Sie spürt jedoch, wie sehr ihre wahre Freundin, Consuelo, zu ihr hält und wie sie nun von ihrer Mutter behütet wird. Das wird ihr aber irgendwann zu viel und bittet ihre Mutter über den Psychologen, doch wieder arbeiten zu gehen. Natürlich darf der Psychologe nicht merken, wie Polleke ihn sanft auf die richtige Spur bringt, damit er auch tut, was er soll. Polleke, froh wieder in das „normalen“ Leben zurückgefunden zu haben, erwischt ausgerechnet ihre beste Freundin Caro, wie sie ihren Freund Mimun im Park küsst. Polleke bricht mit beiden. Die Sache mit der Liebe findet Polleke kompliziert und irgendwie begreift Polleke, dass es verschiedene Wege gibt, die Liebe zu finden. Doch vor allen Dingen möchte Polleke Bäuerin werden und Dichterin – vielleicht hat es ja etwas zu bedeuten, dass Tom auch von einem Bauernhof stammt, wie ihr Opa.

„Das Glück kommt wie ein Donnerschlag“ ist bereits das dritte Buch von Guus Kuijer über die kleine Heldin namens Polleke. Mit seinem ersten Buch „Wir alle für immer zusammen“ erhielt der niederländische Autor 2001 den Deutschen Jugend- und Literaturpreis. Im zweiten Buch „Es gefällt mir auf der Welt“ schildert Kuiijer sehr eindrucksvoll Pollekes Kampf um ihren drogenabhänigigen Vater, den sie mit viel Liebe, Geduld und mit einem, für ihr Alter ungewöhlich starkem Verantwortungsgefühl wieder auf die richtige Bahn zu bringen versucht.

Wie auch in den beiden Bänden zuvor, erzählt Polleke von ihrem manchmal gar nicht leichten Leben. Die Geschichte wird in „Ich-Form“ , ganz aus Pollekes Sicht erzählt und lässt uns an so manchem bemerkenswerten Gedanken der kleinen Protagonistin teilhaben. Dabei wirkt die Sprache leicht und sehr direkt, aber auch an so mancher Stelle durchaus anspruchsvoll, denn Polleke fordert uns indirekt auf, die Dinge einmal genauer zu betrachten. Unterstützt wird dies noch ganz wundervoll durch Pollekes Gedichte, die, eingerahmt in kleine Illustrationen, so etwas wie die Quintessenz des jeweiligen Kapitels bilden.

Die stille, alltagsnahe Philosophie, die uns über Polleke vermittelt wird, berührt. Denn Polleke zeigt uns mit ihrer Sicht auf die Dinge eine oftmals ganz neue, kindliche und sehr direkte Art, die Dinge beim Namen zu nennen. Manchen aber, die Polleke noch nicht so gut kennen, wird wohl etwas zu viel „Problematik“ für ein Kinderbuch aufgetischt. Auch mir ging es zunächst so. Ich hatte das Gefühl, dass aber auch alle Brennpunkte unserer modernen Gesellschaft nun in diesem Kinderbuch dargestellt werden sollten: Krieg, Mord, kulturelle Zwänge, Drogenabhängigkeit, versuchter Kindesmissbrauch; dabei sind Trennung der Eltern, Suche nach dem Sinn der Lebens und die Frage nach Gott wohl noch die „harmloseren“ Themen. Doch schon bald zeigt sich, wie geschickt Guus Kuijer seine Botschaften in die vielen Lebensschicksale und -Fragen, die mit Pollekes Leben in Berührung kommen, integriert hat. Die scheinbar unzusammenhängenden Lebensgeschichten schließen sich schließlich zu einem Ganzen zusammen und verbinden sich zu einer Einheit, die die Geschichte um das Erwachsenwerden der Polleke erzählt.

Dabei zeigt Kuiijer auch uns Erwachsenen, dass die oftmals schonungslose Wahrheit über unsere Welt auch nicht vor unseren Kindern Halt macht. Sie müssen sich ebenso mit diesen Dingen auseinandersetzen, wie auch wir. Auf eine andere Weise zwar, doch auch sie müssen nach eigenen Antworten suchen. Genau das zeigt er mit der Figur der Polleke sehr einfühlsam. So, wie er sie erzählen lässt, mal witzig, mal nachdenklich doch stets hellwach und unbestechlich in ihrer Klarheit, glaubt man fast, es gäbe sie wirklich. Auf diese scheinbar lockere Weise gelingt es Guus Kuijer auch selbst an den schmerzhaftesten Punkten stets die „Kurve“ zu kriegen. Er lässt das Zerstörerische nicht Oberhand gewinnen und versucht durch seine intelligenten Spiegelungen Perspektiven aufzuzeigen, die auf besondere Weise tröstlich sind. Am Ende schafft es Guus Kuijer immer, die junge Leserschaft wieder sicher und wohlbehalten abzusetzten. Viele Fragen sind nicht beantwortet, werden vielleicht auch niemals beantwortet, doch es bleibt auf keinen Fall das Gefühl von Hoffnungslosgkeit zurück – im Gegenteil. Denn das Glück kommt wie ein Donnerschlag, als Pollekes geliebter, aber seit Ewigkeiten schweigsamer Bär plötzlich wieder „;spricht“ – noch dazu mit einer sehr wohlbekannten Stimme …

Fazit:

Kinder fühlen sich durch Polleke angesprochen, werden aufgefordert, sich ihre eigenen Gedanken zu den Dingen zu machen und abzuwägen, ob sie Polleke in ihrer Sichtweise zustimmen können. Auf geschickte Weise werden sie so an philosophische Betrachtungen, an die Bedeutung von Nächstenliebe und Toleranz herangeführt, die eng mit unserer Welt verknüpft sind. Wie so oft in Guus Kuiijers Geschichten sind es kleine, unaufdringliche Fingerzeige – nicht moralisch, nicht anklagend – die uns wohl alle nachdenklich machen. Und die Leichtigkeit, mit der Polleke die Welt sieht, beschwingt.

Stefanie Eckmann-Schmechta


Meinungen zu diesem Buch

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danye meint:
ich liebe das buch es ist sehr schön und witztig ich habe das buch selber ich mache jetzt auch eine buchvorstellung von diesem buch bestimmt gefällt das meinen mitschülern genau so wie ich meinen geschwistern finden es auch sehr schön
Marieke meint:
Ich fand diese Buch auch total schön! Ich verstehe nicht warum ihr es langweilig fandet?! Ok es istkein Krimi, aber auch andere Bücher können spannent sein. Ich finde die Geschichte mit Consuela ziemlich traurig! Kurz und knapp: zurzeit gehört diese Bücherreihe zu meinen Lieblingsbüchern! Eine Sache noch kurz zu bemengeln: Das mit dem Teddybären ist nicht so toll, ich meine welches 14 jährige Mädchen macht noch so viel mit einem Teddybären? Okay, er erinnert sie an ihren Vater, aber ihn die ganze Zeit im Arm zu haben ist etwas komisch! Aber trotzdem finde ich das Guus Kuijer ein sehr guter Schrifsteller ist!
Melanie meint:
Ich habe in der Schule eine Buchvorstellung und ich habe das Buch und ich kapiere das Buch nicht wiso steht keine längere Zusammenfassung.
ich hoffe das beim nächsten Buch mehr spannung ist
lg Melanie
manullala meint:
BORING!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Es war so langweilig das ich schon beim ersten kapitel eingeschlafen bin und ich will mein geld zurück und es sollte verboten sein zu lesen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Chrissy meint:
Dieses Buch ist voll der Hammer ....leider weiß ich nicht ob das Buch die erste Serie ist oder nicht bitte helft mir !!!!Leider hab ich noch etwas zu bemengeln.....= ( Ich find es an manchen stellen überhaupt nicht toll wenn es immer nur geht ...."Er sagt....oder sie sagt" Das geht öfters eine Ganze Seite oder mehr ......
gez. Chrissy
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