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Buchcover: Leo Lionni: Frederick und seine Mäusefreunde

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Frederick und seine Mäusefreunde von Leo Lionni

erschienen bei Beltz und Gelberg

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

in mein Bücherregal

224 Seiten voller Poesie und Lebensweisheiten in unverkennbarer Leo Lionni-Manier lassen Vorfreude auf graue Herbsttage und kuschelige Winterabende aufkommen. Denn nicht nur die Lesekinder werden sich genussvoll zurück lehnen und diese gelungene Zusammenstellung, bestehend aus sieben Mäusegeschichten, in sich aufsaugen.

Die Geschichte von „Frederick“, der wohl bekanntesten Maus aus Leo Lionnis Mäusefamilie, bildet den Auftakt in diesem Buch. Sechs weitere Geschichten vermitteln Lebensweisheiten auf eine ganz eigene, poetische und anrührende Art und Weise. Da ist zum Beispiel die Geschichte „Alexander und die Aufziehmaus“. Alexander, eine ganz gewöhnliche Feldmaus, beneidet seinen Freund Willi, eine Aufziehmaus. Willi wird von der kleinen Anne geliebt, gehegt, und gepflegt und genießt in vollen Zügen den Luxus, der ihn umgibt. Willis größter Wunsch wird es, so zu sein, und so zu leben wie Willi. Glücklicher Weise wird ihm noch früh genug klar, wie wenig materielle Güter wert sind im Vergleich zu wahrer Freundschaft, und wie wertvoll die eigene Freiheit ist.

„Die Maus mit dem grünen Schwanz“ erinnert daran, wie wichtig es ist bei sich selbst zu bleiben, sich nicht blenden zu lassen und sich nicht vor den Karren eines anderen spannen zu lassen. Über die Macht der Phantasie lernen wir viel in „Geraldine und die Mäuseflöte“. Manchmal ist es die eigene Phantasie, die uns klarmacht, was in uns steckt.

In „Nicolas, wo warst du?“ wird mahnend der Zeigefinger erhoben und in deutlichen Bildern und deutlicher Sprache erinnert, das es niemals nur schwarz und weiß gibt, dass es immer gilt erst zu zuhören und gut zu überlegen, bevor man ein Urteil fällt. Eine wichtige, zeitgemäße Geschichte, die durch ihre klare Sprache und Bebilderung leicht verständlich ist. „Tillie und die Mauer“ erzählt vom Mut des Einzelnen, vom Hinterfragen vermeintlicher Selbstverständlichkeiten und fordert auf, einen Weg zu Ende zu gehen, mag er auch steinig sein.

In der letzten Geschichte „Matthias und sein Traum“ begleitet der Leser die junge Maus Matthias auf dem Weg seiner Selbstfindung. Denn dem Bild der Eltern mag Matthias nicht entsprechen und es erscheint ihm sehr schwierig, sich fest zu legen. Neugierig und offenherzig macht er sich auf den Weg, um die Welt zu entdecken. Dazu benötigt er weder Flugzeuge noch Computer, es reichen ihm Phantasie und Träume um seinen Platz im Leben zu finden.

Sicherlich ist den meisten Eltern Leo Lionni ein Begriff. Mit seinem Klassiker „Frederick“ wurde er weltbekannt, seinem Stil blieb er immer treu. Der Kenner wird in diesem Buch nichts Neues finden, aber das wird er sicherlich auch nicht erwarten. Man kann hier getrost auf Bekanntes vertrauen und wird in keinster Weise enttäuscht. Wer Leo Linonni noch nicht kennt, findet mit diesem Sammelband eine wunderbare Gelegenheit, sich und seinem Kind die poetische, abenteuerliche Welt des Autors zu erschließen.

Das Buch bietet ein großes Themenpaket, die Wahl der Geschichten zeugt von viel Feingefühl. Die vielen bekannte und unverkennbare Art Leo Lionnis, seine collagenartig gestalteten Bilder aus einer Mischung von Zeichnung, Kartoffeldruck und aufgeklebten Elementen aus ganz unterschiedlichen Materialien, sowie die Poesie seiner Sprache treffen ins Herz. Man findet hier eine breite Farbpalette vor, blasse, verwischte aber auch kräftige und leuchtende Farben werden eingesetzt und unterstützen die von der Geschichte ausgelösten Stimmungen. Thematisch gehen alle Geschichten dieses Buches in die Tiefe und setzten Leseerfahrung voraus. Um in den vollen Genuss dieses Buches, das für mich eine phantastische Reise in unser Innerstes darstellt, zu kommen, sollten die Rahmenbedingungen während des Lesens stimmen. Diese Geschichten benötigen Zeit und Muße bei Vorleser und Kind, bieten aber gleichzeitig die große Chance, ethische Werte und große Gefühle zu erleben, zu erklären und Halt zu geben.

Fazit:

Geschichten wie die von Leo Lionni sind Mangelware in den heute oftmals hektischen Zeiten. Nutzen Sie als Eltern diese wunderbare Möglichkeit, ihre Kinder für einige Augenblicke aus ihrem Alltag zu entführen und tauchen sie gemeinsam ein in die poetische, ethische und am Ende immer gute Welt von Frederick und seinen Mäusefreunden!

Antje Saam

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