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Buchcover: Kathryn Littlewood: Die Glücksbäckerei - Das magische Rezeptbuch

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Die Glücksbäckerei - Das magische Rezeptbuch von Kathryn Littlewood

erschienen bei Fischer Schatzinsel

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

in mein Bücherregal

Die Familie Glyck betreibt eine Bäckerei der besonderen Art. Ihre Glücksbäckerei zaubert nicht nur köstliche Kuchen, Muffins und Plätzchen, die außerordentlich gut schmecken, ihr Backwerk hat auch magische Wirkung: Von der Heilung von Krankheiten bis hin zum Liebeszauber, kann man mit den kleinen Köstlichkeiten so ziemlich jedes Problem beheben. Was aber passiert, wenn diese Magie in unerfahrene Hände gerät?
Das erfahren junge Leserinnen in „Die Glücksbäckerei – Das magische Rezeptbuch“, das am 7. März 2013 bei Fischer (KJB) erscheint.

Roses Eltern müssen zum einwöchigen „Sondereinsatz“ in den Nachbarort, wo ein heimtückischer Virus grassiert. Obwohl niemand offen zugeben mag – am wenigsten Roses Eltern – dass die Backwaren der Familie Glyck Zauberkräfte haben, kommt der Auftrag der ehrgeizigen Bürgermeisterin sehr gezielt. Rose und ihre Brüder erhalten ihrerseits den Auftrag, die Bäckerei weiter zu führen, so lange die Eltern fort sind. Doch vor allem soll Rose das geheime Familienbackbuch hüten, in dem die magischen Rezepte stehen. Sicher verwahrt liegt das Buch hinter einer Geheimtür in der Kühlkammer. Doch Rose ist enttäuscht, sie hat vor der Abreise der Eltern einen Zweitschlüssel zu der geheimen Kammer bekommen und sie hatte daher gehofft, dass ihre Eltern sie endlich in die Geheimnisse der Famlie Glyck einweihen würden. Ist sie doch diejenige, die ihren Eltern immer am meisten hilft.

Dann taucht plötzlich Tante Lily auf und verdreht mit ihrem charismatischen Auftreten allen den Kopf. Vor allem den Jungs, die Rose schon bald drängen, das Buch ihrer Tante auszuhändigen, da die ein paar besondere Rezepte für ihre TV- Show „30 Minuten Küchenzauber“ benötigt. Sie einigen darauf, erst einmal ein paar Rezepte auszuprobieren, stoßen auf den geheimen Keller mit den besonderen Zutaten und machen sich ans Werk. Zunächst mit Liebesmuffins für die beiden verliebten Dorfbewohner Mr. Bastable und Miss Thistle, doch der bleibt zunächst bei den beiden, die sich endlich offenbaren sollen, ohne Wirkung. Fataler Weise werden die Leckereien von Roses´ älterem Bruder Tymo an ein paar Mädchen an der Schule verteilt, mit der Folge, dass sie versuchen, den Laden zu stürmen, um dem schönen Tymo nahe zu sein. Aber auch der Versuch, alles wieder rückgängig zu machen, schlägt mehr als fehl. Am Ende dreht das komplette Dorf durch. Jetzt muss Tante Lily helfen. Das Geheimnis um das Familienbackbuch ist nun nicht mehr länger sicher und Rose ahnt, dass Tante Lily etwas im Schilde führt – stammt sie doch einem ziemlich zwielichtigen Zweig der Familie ab. Obwohl Roses´ innere Stimme sie vor der Tante, die „etwas Elektrisierendes“ an sich hat, warnt, lässt auch sie sich am Ende ganz von dem unerklärlichen Einfluss in Beschlag nehmen.

Ein Backrezept für alle Lebenslagen, ob Wahrheitsplätzen, Liebesmuffins, Tiefschlaf-Snickerdoodles, Wolkenmakronen, Sing-Sang-Ingwer-Cookies oder köstliche Küchlein, die verlorene Dinge zurück bringen, das wäre schon was!. Das Rezept mit Leckereien alle Probleme aus der Welt zu schaffen, klingt einfach zu verlockend. Rose begreift erst spät, dass es mehr als ein geheimes Backbuch braucht, um mit dieser Magie verantwortungsvoll umzugehen.

Rose möchte aber unbedingt die Fähigkeiten ihrer Eltern beherrschen – ihre Motivation liegt nicht nur in ihrem Wunsch, andere glücklich zu machen, sondern auch in der tief sitzenden Angst, als Persönlichkeit nicht wahrgenommen und anerkannt zu werden. Das mangelnde Selbstbewusstsein und das Gefühl, als einzige der Geschwister nicht mit einer besonderen Gabe ausgestattet worden zu sein, zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Handeln und Denken und verleitet sie letztlich auch dazu, nicht nur illoyal ihren Eltern gegenüber zu sein, sondern sich selbst zu überschätzen. Rose will wissen, worauf sie im Leben zusteuern soll: Soll sie für immer Bäckerin in Calamity-Falls bleiben oder fortgehen und die Welt entdecken – eine sehr schwerwiegende Frage für ein zehnjähriges Mädchen.

Gleichzeitig nimmt Kathryn Littlewood der Geschichte durch die grotesken Auswirkungen der Zauberei die Schwere. Am Ende steht das ganze Dorf Kopf – natürlich bis auf die Bäcker selbst und die schottische Kinderfrau Mrs. Carlson, die niemals von dem Backwerk nascht und sich nur wundern kann. Dass Rose und ihre Geschwister alle Hände voll zu tun haben, um das Chaos irgendwie zu begrenzen, ist klar, dass sie es mit jedem weiteren Zauberbackwerk nur noch schlimmer machen, auch, irgendwie. Und so sind die jungen Leserinnen bestens unterhalten: Einerseits wächst die Spannung, wie Rose sich entscheiden wird und andererseits gelingt es der Autorin sehr gut, selbst neben dem absurdesten Chaos einen ernsthaften Unterton bei zu behalten, der die gar nicht einfache Lage von Rose gut nachvollziehbar beschreibt.

Aus Roses Perspektive beschreibt die New Yorker Autorin mit viel Liebe zum Detail. Obwohl sie in der Position der Beobachterin bleibt, lässt sie ihre Leserinnen genau in das Herz von Rose schauen. Die genauen Beweggründe der anderen Mitakteure, allen voran der reizenden Tante Lily, bleiben uns ebenso verborgen wie Rose.

Kathryn Littlewoods lebhafte Sprache fängt die sinnlichen Eindrücke aus der zauberhaften Backstube ein und kann im nächsten Moment die komischen Zuspitzungen innerhalb der Dorfgemeinschaft sehr greifbar schildern. Ihre guten Personenbeschreibungen lassen die jungen Leserinnen schnell in das Geschehen finden und sich zugleich – da am Anfang ja noch vieles offen ist – ihre eigenen Gedanken über die handelnden Personen machen Die vielfältigen Details, mit denen Kathryn Littlwood die Szenen unterfüttert, zeigen ein gutes Gespür für das richtige Erzähltempo und gute Pointen. Einige, aber nicht zu viele Nebenschauplätze begleiten dabei die Hauptgeschichte.

Dabei wirken das heimelige Örtchen Calamity Falls und die Bäckerei wie in einem liebevoll ausgestatteten Büchnenbild: Der kleine Eiffelturm auf dem Dach des französischen Bistros, an den sich der liebestolle Mr. Bastable klammert, ebenso wie die warme Atmosphäre der Backstube, dessen Verkaufsraum sich im sonnigen Vorderzimmer des Hauses befindet. Aber auch die unheimlich-geheime Kammer mit den gefährlicheren Back-Zutaten, fängt Kathryn Littlewood sehr eindringlich ein und lässt ihre Leserinnen mit einem Rätsel zurück. Was oder wer mag das Wesen sein, das Rose genau die Dinge verspricht, die sie sich im tiefsten Innen so sehr wünscht?

Ebenso rätselhaft wirkt auch das Ende, denn es bleibt doch einiges offen. In Amerika ist bereits der zweite Band zu der Glücksbackerie erschienen mit dem Titel „A Dash of Magic“ (Ein Prise Magie). Wer sich also noch tiefer in die magische Welt der Backwerks begeben möchte, darf sich schon jetzt freuen, denn der zweite Teil wird bei Fischer KJB voraussichtlich im Oktober 2013 erscheinen.

Fazit:

Kathryn Littlewoods erster Band über das zauberhafte Backhandwerk der Familie Glyck verströmt bereits durch sein Cover die Ahnung von dem Duft nach Vanille und allerlei Köstlichkeiten. „Die Glücksbäckerei – das magische Rezeptbuch“ ist ein reizvolles Buch für Mädchen ab 10 Jahren, denn seine zauberhafte Mischung beinhaltet so manche Zutat, die ihr Herz begehrt: Magie, Humor, die erste Liebe und eine sympathische Heldin inmitten einer verwunschen-schönen Szenerie.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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