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Buchcover: Michael Molloy: Die Hexen der Finsternis

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Die Hexen der Finsternis von Michael Molloy

erschienen bei Chicken House

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

in mein Bücherregal

In dem verschlafenen Küstenort Speller treffen Abby und Spike auf den wundersamen „Captain Starlight“. Es stellt sich heraus, dass „Der Alte Seemann“ auf der Suche nach Abbys verschollenen Eltern ist. Die Spur der Eltern verliert sich in den geheimnisvollen Koordinaten von Atlantis. Auch vermutet Starlight, dass ihr Verschwinden eng mit den riesigen Vorkommen des magischen Eisstaubs zusammenhängt.

Und eines steht fest, um sich gegen die Hexen der Finsternis zur Wehr zu setzen, braucht es Eisstaub. Dieser ist für die Hexen der Finsternis ganz und gar schädlich – für die Meer- und die Lichthexen jedoch das Mittel, mit dem sie Zaubern können. So kommt es, dass die Menschen in Speller alle auf eine gleiche Weise eigenartig sind. Abby ahnt nicht, dass sie inmitten von Meer-Hexen lebt, die aber ohne den Nachschub von Eisstaub nicht zaubern können.

Abby lebt zusammen mit Spike bei ihrer Tante und ihrem Onkel. Der begeisterte Schwimmer Spike, der eines Tags an den Strand gespült wurde, kann sich nicht mehr erinnern, woher er kam.Seitdem leben Abby, Spike sowie Onkel und Tante wie eine kleine Familie zusammen.

Kaum haben die beiden Captain Starlight kennengelernt, stecken sie schon mitten im Abenteuer. Die Kinder erfahren zu ihrem großen Erstaunen, dass Captain Starlight – „Der Alte Seemann“ – geradewegs der Ballade von Samuel Taylor Coleridge mit dem Originaltitel »The Ancient Mariner« aus dem ausgehenden 18. Jahrhunderts entstammt. Anders aber als der „Alte Matrose“ in Coleridges Ballade, hat Captain Starlight aber nicht den Albatros, der das Schiff einst so treu begleitete, getötet. Sein ständiger Begleiter und Freund „Benbow“ – ebenfalls ein Albatros – stellt dies unter Beweis.

Von Captain Starlight lernt Abby schon bei der ersten Begegnung, wie sie sich unsichtbar machen kann. Dann werden viele Geheimnisse aufgedeckt, die sehr eng mit dem Geheimnis von Atlantis verknüpft sind. Mit dem wundersamen „Atlantis-Boot“ stechen die drei – zusammen mit Benbow- in See und können eine geheime Seekarte aus dem Hauptquartier der Hexen der Finsternis entwenden. Das bleibt nicht ohne Folgen, die Hexen der Finsternis bemerken den Diebstahl. Doch die Karte ist nicht lesbar, so dass sich Starlight Hilfe beim Oberhaupt der Lichthexen holt. Der etwas exzentrische Sir Chadwick willigt ein, sie auf die Reise in „Mordocs Land“ zu begleiten. Etwas heruntergekommen, genauso wie das Theater in dem er zusammen mit den Lichthexen die immer gleiche Vorstellung gibt, so ist es auch um sein Erscheinungsbild und seine Zauberkunst bestellt. Doch Captain Starlight verfügt noch über geringe Mengen an magischem Eisstaub. Und der wird im weiteren Verlauf auch dringend benötigt, da Starlight in das Verlorene Land entführt wird. Abby und Sir Chadwick können den alten Seemann aber befreien und haben zu ihrer Freude noch einen weiteren Teil der Karte zu Mordocs Land in Starlights Jackentasche gefunden.

Mit einem Ablenkungsmanöver versuchen sie die Flotte der Hexen der Finsternis auf das Meer zu locken, um so in ihren Stützpunkt unter dem Ewigen Eis – in Mordocs Land – zu gelangen. Ihnen begegnet dort eine skurrile, fremde Welt, die unter der grausamen Herrschaft der finsteren Hexen erstarrt ist. Da die Hexen der Finsternis nicht selbst den Eisstaub abbauen können, der dort in großen Vorkommen vorhanden ist, lassen sie Menschen für sich arbeiten. Es sind die Kinder von Speller, die einst auf dem Meer verschwanden. Zunächst droht ihr Plan, die Burg zu stürmen und die Kinder zu befreien, zu scheitern, doch Abby und ihre Freunde erhalten unverhoffte Hilfe von einer Prinzessin, die ebenfalls schon sehr lange ihre Familie vermisst …

Michael Molloy bietet mit seinem Fantasy-Abenteuer um die Macht der guten und bösen Hexen eine ganze Reihe interessanter Verweise zu traditionellen Mythen und Sagen. Aber auch Einfälle, die den heutigen Alltag aufgreifen, flicht er geschickt ein: Da wäre zum Beispiel der enorme Profit, den die finsteren Hexen mit einem Antihistaminikum machen, nachdem sie die Menschen erst Allergien an den Hals gezaubert haben. Er lässt die unglaublich hoch entwickelte Technik der Atlantianer durch das denkende und sprechende Atlantis-Boot sehr fantasievoll lebendig werden, entwickelt eine ganz autarke Welt der Licht- und Meer-Hexen und beschreibt in Mordocs Land, das unter der dicken Eisschicht des Südpols liegt, eine Atmosphäre die ein wenig an die Science-Fiction-Abenteuer von Jules Vernes erinnert. Auch finden wir das klassische Motiv des Verlustes, das in dem Reich der verlorenen Dinge angesiedelt ist. Dieses Abenteuer sorgt für eine latent surreale Stimmung.

Mit zahlreichen originellen und witzigen Nebenschauplätzen und entsprechenden „Hintergrundinformationen“ weiß er eine durchaus komplexe und eigenständige Welten zu erschaffen. Doch bei allem Detail- und Ideenreichtum, so scheint mir, bleibt die eigentliche Geschichte – und damit der Spannungsbogen – auf der Strecke. An manchen Stellen wirken die Handlungen der Protagonisten undurchsichtig oder sogar unlogisch – zumindest aber nicht immer nachvollziehbar. Das sind Momente, da man gerne noch einmal zurückblättert, um zu sehen, ob man etwas Entscheidendes überlesen hat. Michael Molloy wiederholt leider die Pläne seiner Abenteurer nicht, noch wiederholt er andere wichtige Aspekte der Geschichte auf eine Weise, die sich am besten, geschickt gesetzt, im fortlaufenden Text wiederfinden. Hier jederzeit den Überblick zu behalten und dabei ganz in die Geschichte einzutauchen, ist für unerfahrene Leser (ab 10 Jahren) meiner Meinung nach nur mit Mühe zu leisten.

Dennoch: Sehr schnell werden die Kinder mit wundersamen Dingen konfrontiert und finden sich unversehens mit dem alten Seemann an Bord eines denkenden Atlantis-Bootes mitten im Abenteuer. Das ist lockt gerade Jungen ab 10 Jahren , da direkt und dauerhaft etwas spannendes passiert – dies hat jedoch den Effekt, dass die Charaktere ein wenig an der Oberfläche bleiben. Michael Molloy legt ganz eindeutig den Schwerpunkt auf eine abwechslungsreiche Handlung.

Fazit:

Michael Molloy hat in „Die Hexen der Finsternis“ so viele Einfälle eingebracht, dass es wohl für zwei Bücher reichen könnte. So aber finden wir in diesem Buch geballten Einfallsreichtum, der Science-Fiction mit Magie verbindet. Letzteres, den ehrwürdigen Kult der Hexen und Zauberer, nimmt er dabei humorvoll auf´s Korn. Aufgrund der Fülle an unterschiedlichen Milieus und Schauplätzen sowie der wenigen „Verschnaufpausen“ ist „Die Hexen der Finsternis“ eher für routinierte Leser geeignet.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

jane meint:
ich finde das buch nicht so gut weil es einfach üüüüüüüüüberhaupt nicht spannend ist !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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