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Buchcover: Andreas Német: Gwendolin Giraffenkind

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Gwendolin Giraffenkind von Andreas Német

erschienen bei Moritz

geeignet für Kinder im Alter ab 2 Jahren

in mein Bücherregal

Es gibt Schöneres als krank zu sein aber kaum etwas Schöneres als liebevoll umsorgt zu werden. In Andreas Német und Hans-Christian Schmidts neustem Pop-Up Bilderbuch können die Leser den besorgten Giraffeneltern helfen, die kleine Gwendolin mit Zuneigung und Geduld gesund zu pflegen.

Gwendolin sitzt mit ihren Eltern am Tisch und lässt die Ohren hängen. Sie fühlt sich ganz schlapp und ihr fehlt die Energie zu allem. Die Eltern bemerken voll Besorgnis, dass ihre Tochter krank ist. Sie gehen der Ursache auf den Grund und die kleinen Leser des Buches können ihnen dabei aktiv helfen.

Zuerst wird Fieber gemessen: Gwendolin streckt ihren Popo in die Höhe, ihre Mutter hält das Thermometer fest und die kleinen Leser können durch das Herausziehen eines Elements am Thermometer bestimmen wie hoch die Temperatur steigt.

Jetzt muss natürlich herausgefunden werden woher das Fieber kommen mag. Die Mutter schaut ihrer Tochter in den geöffneten Mund und die Kinder können Gwendolin mit einem Schiebeelement dabei helfen, artig ihre erstaunlich lange Zunge herauszustrecken. Schon ist die Ursache gefunden: der Hals ist gerötet.

Was kann nun helfen? Der Vater steckt Gwendolin ins Bett und bringt ihr ein Glas Tee mit Strohhalm. Ein weiteres Schiebeelement erlaubt es den Kindern das Glas zu leeren und wieder zu füllen. Mit ganz viel Tee und ganz viel Schlaf wird Gwendolin auch bald schon wieder gesund. Während ihre Eltern noch mit ihrer Bettlektüre im Arm schlafen, schauen nur die Augen und Fußspitzen der kleinen Giraffe aus der Bettdecke hervor. Und wer sich traut die Decke zu lupfen, dem hüpft als Pop-Up Element die kleine Gwendolin schon wieder putzmunter entgegen, vermutlich um gleich als nächstes zu ihren müden Eltern ins Bett zu springen – obwohl der Wecker noch längst nicht geklingelt hat.

„Gwendolin Giraffenkind“ ist ein sehr charmantes Bilderbuch, das Geduld während einer Krankheit und Freude auf das Gesundwerden macht. Die gereimten Zwei- und Vierzeiler: „Papa sagt: >>Ich kraul dich fein. / Trink den Tee und schlaf schnell ein. / Schlafen, liebe Gwendolin, / ist die beste Medizin.<<“ sind eingängig und führen die kurze Geschichte ohne Umschweife zum Ziel: Gwendolins Gesundung. Der Text spricht die (kranken) Kinder und Leser unmittelbar an, da große Teile als direkte Rede der besorgten Eltern an ihr kleines Kind verfasst sind. Über die in einigen Fällen etwas gewollten Reime hinaus („Gwendolin reckt ihren Po. / Mama misst das Fieber so.“) ist die Sprache sehr konkret und lässt wenig Raum für Verspieltheiten.

Zwei Schiebeelemente erlauben es den Lesern die Temperaturanzeige des Thermometers zu verändern, die übermäßig lange und weiß belegte Zunge von Gwendolin herauszuziehen und das Glas mit Tee immer wieder zu leeren und zu füllen. Im Gegensatz zu Büchern, bei denen sich hinter den Schiebern Gegenstände oder Tiere verstecken, lädt „Gwendolin Giraffenkind“ zum wiederholten Betätigen und schrittweisen Verstellen der Elemente ein. Leider ist das zweite Schiebeelement nur einseitig genutzt. Hier scheint die Idee zur Integration auf der nächsten Seite gefehlt zu haben.

Die Illustrationen sind von einer sanften Farbgebung bestimmt, in der die Sandfarbe der Giraffen dominiert. Die Tiere wirken wie weiche und überaus freundliche Kuscheltiere, die den Kindern schnell ans Herz wachsen. Der besorgte Gesichtsausdruck und insbesondere die weit geöffneten Augen der Eltern bleiben jedoch über die wenigen Seiten weitestgehend unverändert. Der meist weiße oder einfarbige Hintergrund erleichtert die Wahrnehmung für kleinste Kinder, könnte etwas ältere Leser aber auch schnell unterfordern. Insgesamt sind Text und Bild durch eine direkte Sprache bestimmt, die keinen doppelten Boden hat und dadurch aber auch beim wiederholten Lesen nicht viel zum nachträglichen oder allmählichen Entdecken bereit hält.

Das Buch ist aufgrund seiner Kürze und Einfachheit für Kinder zwischen 2 und 3 Jahren sehr zu empfehlen. Die unmittelbar Zuneigung erweckenden Charaktere können aber auch ältere Kinder noch gefangen nehmen. Zwei Schiebeelemente und ein Pop-Up Bild erlauben es den kleinen Lesern aktiv am Genesungsprozess der kleinen Giraffe teilzuhaben. Ganz nebenbei lernen sie dann auch noch wie wichtig es ist sich bei Erkältungen untersuchen zu lassen, auf die Ratschläge der Eltern zu hören und vor allem: Geduld zu bewahren.

Fazit:

Gwendolin Giraffenkind ist ein charmantes Buch voller zwischenmenschlicher Wärme, das bei kranken Kindern ein Gefühl von Geborgenheit und in gesunden einen Impuls zur Fürsorglichkeit hervorrufen kann.

Anneka Esch-van Kan

 

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