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Buchcover: Lesley Newman: Die beste Katze der Welt

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Die beste Katze der Welt von Lesley Newman

erschienen bei Lappan

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

in mein Bücherregal

Auch ein Katzenleben dauert leider nicht ewig und der Tod des tierischen Freundes hinterlässt durchaus tiefe Spuren. Mit dieser schmerzlichen Erfahrung wird eines Tages auch Viktor konfrontiert, als sein Charlie – „die beste Katze der Welt“ – stirbt.

Charlie, der Lieblingskater von Viktor, ist alt geworden. Als er eines Morgens nicht mal mehr zum Fressen aufstehen kann, suchen Viktor und seine Mutter eine Tierärztin auf, die ihnen aber leider nicht mehr viel Hoffnung machen kann. Wenige Tage später stirbt Charlie. Die Trauer von Viktor ist unermesslich und nichts kann ihn aufheitern. Nicht sein Lieblingsessen und auch nicht die Anteilname seiner Klassenkameraden. Der Vorschlag seiner Mutter, dass es vielleicht nun Zeit für eine neue Katze ist, trifft eher auf Gegenwehr. Erst der Zufall führt dann doch ein neues Tier in Viktors Haus. Ein Katzenjunges ist bei der Tierärztin abgegeben worden und sie ist auf der Suche nach einem Katzenliebhaber. Obwohl sich Viktor zunächst unsicher ist, stimmt er zu, die kleine Katze – mit dem Namen „Fortuna“ – zumindest kennen zu lernen.

Der Anfang ihres Zusammenlebens ist zunächst geprägt von Viktors ständigen Vergleichen zwischen Fortuna und Charlie. Viktor muss akzeptieren, dass Fortuna eben nicht wie sein Charlie ist. Das ist zunächst schwerer als gedacht, aber mehr und mehr schafft er es, Fortuna eine echte Chance zu geben, bis es der kleinen Katze schließlich gelingt, Viktors Herz zu erobern.

Sicher können wir uns gut vorstellen, wie eng die emotionale Bindung der Kinder an ein Tier sein kann und wie sehr sie dann unter dem Tod nicht nur der geliebten Katze leiden müssen. Die Trauer und die Erinnerungen bestimmen und verändern sodann den kindlichen Alltag. Mit „Die beste Katze der Welt“ räumt Lesléa Newman dieser Trauer gebührenden Platz ein, fokussiert sich jedoch nicht auf die Thematik Tod, sondern stellt im Wesentlichen die intensive Beziehung zwischen Kind und Tier in den Vordergrund. Sie signalisiert vor allem Verständnis für die anfängliche Verschlossenheit gegenüber möglicher positiver Veränderung – die hier als „Neuanfang“ mit der Katze Fortuna in Aussicht gestellt sind – und dem verständlicherweise stattfindenden Vergleich zum verstorbenen „Freund“. Wie die Erfahrung vieler jedoch zeigt, gelingt es den Neuzugängen irgendwann immer, die Sympathie – aller Widerstände zum Trotz – zu erlangen. Denn wie auch Fortuna, haben sie so viel neues und liebenswertes an sich, dass sich ein Vergleich erübrigt und so jedes Tier seinen eigenen Platz im Leben und im Herzen des Menschen erhält.

Behutsam gestaltet die amerikanische Autorin diese Sicht auf die aufgewühlte Gefühlswelt von Viktor. Eine sehr klare Dramaturgie und Sprache wird durch die Erzählung aus der Perspektive von Viktor verstärkt. Die mit Wasserfarbe und Bleistift realisierten Bilder von Ronald Himler stützen mit ihrem weichen aber dennoch kraftvollen Charakter den emotionalen Kontext. Gerade das sehr betonte Ausgestalten von Schatten schafft Tiefe und Prägnanz. Schmerz, Verletzlichkeit, Unsicherheit, aber auch Freude und Erleichterung sind den Gesichtszügen von Viktor abzulesen, wobei die Mimik das ein oder andere Mal etwas verschwommen wirkt. Herzerwärmend begegnet uns das Schlußbild, wenn wir Viktor und Fortuna gemeinsam am Fenster sehen. Viktor stellt die klärende Frage: „Wer ist die beste Katze der Welt?“. Natürlich hat Fortuna die passende „Antwort“ parat …

Fazit:

Für Familien, die gerade den Verlust eines Haustieres zu beklagen haben und bei denen sogar die Frage ins Haus steht, ob für ein neues Tier der richtige Zeitpunkt ist, dürfte „Die beste Katze der Welt“ ein verständnisvoller Wegbegleiter sein. Dass gerade die Anschaffung eines neuen Tieres ein Chance sein kann, aber nicht muss, dürfte ebenso klar sein und so versuchen Lesléa Newman und Ronald Himler auch gar nicht eine Empfehlung zu erwirken, auch wenn es hier verständlicherweise zu einem sehr positiven Ende gereicht. „;Die beste Katze der Welt“ ermöglicht Kindern durchaus einen neuen Zugang zu den auf sie einstürmenden Gefühlen, um den schmerzlichen Verlust mit einem zuversichtlich stimmenden Ausblick zu mildern.

Stefanie Eckmann-Schmechta


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