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Buchcover: Till Penzek: Die Affenagentur - Tauschtag im Tierpark

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Die Affenagentur - Tauschtag im Tierpark von Till Penzek

erschienen bei Hinstorff

geeignet für Kinder im Alter ab 3 Jahren

in mein Bücherregal

Dass sich Tiere im Zoo schrecklich langweilen, kann man sich gut vorstellen: außer eingesperrt zu sein und außer Fressen und angestaunt zu werden, passiert Tag für Tag rein gar nichts. In echt ist das sicherlich so, ein Grund unter anderem, weswegen das Prinzip „Zoo“ von manchen Menschen kritisiert wird. In diesem Buch verwandelt sich die Langeweile allerdings in ein fantastisches Rollenspiel und die Geschichte hat mit den Verhältnissen in echten Zoos ziemlich schnell nichts mehr zu tun.

Kopfüber hängende Flamingos, kletternde Krokodile und schwimmende Löwen – das gibt es doch nicht in einem echten Tierpark oder Zoo! In diesem Bilderbuch-Zoo gab es das auch nicht am Anfang, sondern nur traurige, vor Langeweile fast kranke Tiere, die mehr und mehr die Besucher abschrecken. Bis der Löwe verreisen muss und den Affen bittet, ihn solange zu vertreten im Löwengehege, damit es nicht auffällt; denn einfach wegfahren ist einem Zoo-Tier natürlich nicht gestattet. Klar, warum nicht, der Affe ist für so was immer zu haben und all die anderen Affen hätten Lust, mit ins Löwengehege zu kommen. Allerdings wäre dann das Affengehege leer, das geht auch nicht in einem Zoo, aber: die Löwen wollen nicht ins Affengehege. Auf Bäume klettern, ach du je, da haben sie Angst.

Die Lösung ist schnell gefunden: Das Äffchen gründet eine Agentur, die dafür sorgt, dass jedes Tier sich das Gehege ertauscht, auf das es Lust hat.

Und so geht es Seite für Seite lustig Durcheinander:

Die Krokodile wollen in den Affenbaum, sie haben keine Angst.
Ins Krokodil-Gewässer springen und planschen, das gefällt wiederum den Löwen.
Der Elefant will Flamingo sein und auf einem Bein stehen. Und die Flamingos werden Fledermäuse.

Die Tiere sind bunte Scherenschnitt-Collagen, in voller Action und jeweils als ihre Art gut zu erkennen, aber doch sehr vermenschlicht und verfremdet. So hat man wirklich diesen großen Spielspaß vor Augen, wie bei einem Rollenspiel von Kindern, denen man an einem verregneten Ferientag eine Kiste mit Kostümen ins Zimmer stellt.

Echte Artgenossen wären sicherlich nicht froh über (sehr unartgerechte) Sätze wie „Die Fledermäuse waren froh den Zoo endlich mal bei Tageslicht zu sehen“. Oder dass die Fledermäuse ab sofort mit bunten Bällen jonglieren wie die Seehunde, die es ja in echt auch nur machen, wenn sie dazu dressiert sind.

Aber all diese Klischees verzeiht man dem Buch, oder merkt es gar nicht, weil es so herrlich verrückt ist und immer noch ein bisschen verrückter wird: die Seehunde werden Chamäleons und malen sich bunt an, immer wieder anders, die Chamäleons hüpfen, schräg gestylt und mit Spiralen unter den Pfoten durchs Gelände, die Kängurus schnappen sich Trompeten und sind fortan die Elefanten …

 …bis auf einmal alle Gehege leer sind.

Weil die Tiere sich bei ihren Tausch-Jobs übernommen haben und mit Knieentzündung, Schwindel und Fieber auf der Krankenstation liegen. Bis zum nächsten Tauschtag.

Fazit

Ein Zoo mal anders: kein Tierknast, sondern ein Haufen lustiger Viecher, die großen Spaß dran haben, mal eine andere Rolle zu spielen und mit einem der tierischen Kollegen zu tauschen, was am Ende ein verrücktes, buntes, Durcheinander ergibt.

Sigrid Tinz

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