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Buchcover: Sarah Sheppard: Atlas der Abenteuer

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Atlas der Abenteuer von Sarah Sheppard

erschienen bei Klett Kinderbuch

geeignet für Kinder im Alter ab 8 Jahren

in mein Bücherregal

Dieser Atlas ist weniger ein Produkt für den Erdkundeunterricht – wenngleich man viel Geografie daraus lernen kann und auch lernt – als mehr eine Entdeckungsreise quer durch unsere Welt: zu Bodenschätzen und gefährlichen Tieren, zu Erdbebengebieten und Piratennestern, zu wilden Vulkanen und geheimnisvollen Orten.

Gibts bei uns Vulkane? Wo lebt der Yeti – und lebt er überhaupt? Welcher ist der höchste Berg der Welt, wo ist die Erde am tiefsten und wohnen da Seeungeheuer? Wo leben Tiere, die Menschen fressen? Wo lebten und leben die Piraten, gab es Atlantis wirklich und was genau hat es mit dem Bermudadreieck auf sich?

All das und noch viel mehr interessiert viele Kinder brennend und meistens brennender als die Hauptstadt von Peru oder ob Nicaragua in Afrika oder in Amerika liegt. Und ist in normalen Atlanten entweder gar nicht zu finden oder nur versteckt, in einem Haufen Diagrammen, Schautafeln, Worten, Icons und Piktogrammen. Sie haben so ein Kind zu Hause? Dann ist dies hier genau das richtige Buch. Der Untertitel „Weltkarten für Entdecker und Tagträumer“ weist auch noch mal darauf hin, dass es Fantasie und Abenteuerlust mindestens genauso anspricht, wie Wissbegier und Fakteninteresse.

Auf je einer Doppelseite gibt es eine Weltkarte über Gold und Edelsteine, mystische Orte und Wesen, giftige und gefährliche Tiere, Entdecker und Abenteurer, Piraten und Schätze, hohe Berge, große Meere, Tiefseegräben, Vulkanismus und Plattentektonik.

Alle wichtigen Informationen dazu – und alle interessanten, verblüffenden, lustigen auch – sind in kleine Kästen aufgeteilt. Die Abbildungen sehen sehr handgezeichnet aus und sie sind locker und luftig auf den Seiten sortiert. Eher Poster oder Forscherplakat statt streng genauer Atlaskarte: das macht Seite für Seite Lust, auf Entdeckungsreise zu gehen. In welcher Reihenfolge man die Kästen liest, ob man sie alle liest oder nur die Überschriften, ist egal. Sie funktionieren unabhängig voneinander. Der Sprachstil ist ebenfalls einfach – aber einfache Worte reichen perfekt aus, um all die ungewöhnlichen Dinge zu beschreiben. Die Ahs und Ohs kommen ganz von alleine.
Sprechblasen und kleine Cartoons bringen eine Prise Humor in die ganze Sache.

Und am Ende der Reise kommt das Kind reich an neuem Wissen zurück: es kennt den Unterschied zwischen Saphiren, Rubinen und Smaragden und weiß, wie groß der größte Diamant ist, der je gefunden wurde; es hat von Atlantis bis zum Yeti, vom Bermudadreieck bis zum Schottischen Ungeheuer Nessie die wichtigsten Mythen und Mysterien unserer Erde kennengelernt und erklärt bekommen, es hat quietschbunte Pfeilgiftfrösche gesehen, und Quallen, die Seewespen heißen und das tödlichste Meerestier der Welt sind; es ist mit Magellan um die Welt gesegelt, mit Kolumbus nach Amerika und mit Amundsen um die Wette mit Scott zum Südpol geeilt. War mit den berühmt-berüchtigten Piraten rund um Tortuga unterwegs und weiß, wo es auch heute noch welche gibt. Hat gesehen, wie und wo Erdbeben und Tsunamis entstehen, hat die höchsten Berge aller Kontinente bestiegen und ist bis an die tiefste Stelle der Welt getaucht, in den Marianengraben, wo es wüst und dunkel ist und wo nur noch Riesenkalmare und Tiefeseequallen leben.

Im hinteren Teil gibt es für jeden Kontinent noch eine Karte, auf der Länder und ihre Grenzen und Hauptstädte zu sehen sind: vielen Kinder macht das Spaß, Länder suchen, die Hauptstadt, den Namen aussprechen und dem Klang nachspüren. Am Ende der Reise steht die Erkenntnis, dass es bei uns in Europa ganz schön langweilig ist – aber dafür sicher. Das einzige, was nervt an diesem Buch – Entschuldigung – ist das Format. Es ist groß und hochkant, blättern muss man es aber wie einen Kalender weil die Seiten fast alle im Querformat sind. Vielleicht hätte man das anders setzen können? Oder anders binden?

Fazit

Weltkarten für Entdecker und Tagträumer – so lautet der Untertitel dieses Atlas. Und das trifft´s genau. Zu entdecken gibt es jede Menge: Im Großen die Superlative und Geheimnisse unserer Erde und im Kleinen auf jeder Doppelseite spannende, interessante, erstaunliche, fantastische Informationen. Selbst die Übersichtslandkarten schaffen es, den trockenen Stoff Land-Hauptstadt nach großer, weiter Welt klingen zu lassen: Atanananarivo, El Aaiun, Ulaanbaator – Erdkunde lernt man also ganz nebenbei und am Ende der Entdeckungsreise kann man das Buch auch noch als normalen Atlas verwenden.

Sigrid Tinz

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