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Buchcover: Antje Szillat: Tohu Wabohu - Nur für echte Cowboys

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Tohu Wabohu - Nur für echte Cowboys von Antje Szillat

erschienen bei Cbj-Verlag

geeignet für Kinder im Alter ab 8 Jahren

in mein Bücherregal

Zweiter Fall für Tohu Wabohu, den mutigen Halbindianderjungen. Diesmal steht ein Viehtransport an, bei dem nicht alles ganz nach Plan verläuft...

Tohu Wabohu ist ein ziemlich cooler Kerl mit genau zwei Problemen: Sein Zwergenpony Matschi wirft ihn bei Matschpfützen ab, weshalb Tohu gleich zu Beginn des Buches in hohem Bogen in einem Kaktus landet. Außerdem seine ängstliche Mutter, die ihren kleinen Halbindianer nur nach langem Zögern auf die gefährliche Viehtreiber-Expedition mit dem Sheriff, dem tollpatschigen Indi und dem dubiosen Cowboy Fränkie Free ziehen lässt. Schließlich darf er doch mit – im Gepäck viele gute Ratschläge und Tipps. Gleich auf der ersten Etappe versenkt Matschi den gesamten Proviant in einem Schlammloch, weswegen Tohu am Abend Beeren sammeln muss. Und schon passieren die ersten eigenartigen Dinge: das Lagerfeuer geht aus und an Sheriffs Flinte scheint rumgeschraubt worden zu sein. Zu allem Übel glaubt Tohu, einen dunklen Schattenreiter gesichtet zu haben. Doch Sheriff will von alldem nichts hören und schickt Tohu und Indi zur Rinderwache – die ganze Nacht. Da sichtet Tohu tatsächlich noch einmal den Schattenreiter und verpasst ihm mit seiner Zwille eine schöne Beule. Am nächsten Morgen entdecken die Abenteurer, dass nicht nur das Ersatzgewehr vom Sheriff, sondern auch sämtliche Munition geklaut wurde. Und zu allem Überfluss ist Fränkie Free samt Pferd auch verschwunden.

Trotzdem durchqueren sie wohlbehalten das Tal-der-fünfzehn-hinterhältigen-Glasaugen und werden erst im Gebiet der Sumpfigen Mumiengruft von zwei Aasgeier-Brüdern überfallen. Im Kugelhagel nimmt die Herde Reißaus und Tohu landet beim heldenhaften Einfangversuch mal wieder in einer Matschpfütze, während die Angreifer gefangen genommen werden. Doch anstatt an diesem Abend Lagerfeuerromantik genießen zu können, wird Tohu wieder zur Wache abgestellt – und sichtet wieder den Schattenreiter. Beim Anschleichversuch wird er von einer Klapperschlange überrascht, die Tohu so große Angst einjagt, dass er glatt ohnmächtig wird. Doch Schattenhände machen der Schlange schnell den Garaus.

Noch ein kleiner Überfall auf dem letzten Teil der Reise durch Fränkie Free, dem dritten Aasgeier Bruder, der dank des Eingreifens durch den Schattenreiter schnell gefesselt werden kann und schon ist die Viehherde sicher am Zielort angelangt. Am Ende gibt es noch einen stilechten Abend am Lagerfeuer und wer sich hinter dem Schattenreiter verbirgt, wird auch noch aufgeklärt.

Nach Nix für müde Krieger ist Nur für echte Cowboys das zweite Buch von Antje Szillat rund um den abenteuerlustigen Halbindianderjungen Tohu Wabohu, der sich mit einer Mischung aus kindlicher Begeisterung und übereiferndem Mut freiwillig in ein waghalsiges Abenteuer stürzt. Dabei gelingt es Antje Szillat spielerisch, auch Niederlagen einzubauen und somit die unrealistische Glorifizierung des kleinen Abenteurers zu vermeiden. So hat er wahnsinnige Angst vorm Schattenreiter und kippt beim Anblick der Klapperschlange um. Aber Tohu beweist auch großen Mut, z.B. wenn er sich an den Schattenreiter anschleicht oder wenn er beim Überfall die ausgerissenen Rinder wieder einfangen will und dabei mit seinen Lassokünsten beeindruckt.

Aber auch Wild-West-Romantik wird aufgefahren und Abende am Lagerfeuer genauso beschrieben wie scheinbar endlose Ritte durch die Prärie, so dass das Ganze sehr stimmig wird. Der Rad fahrende Indi sorgt dabei wieder für Lacher – fällt er doch so völlig aus dem Rahmen – und verkörpert den körperlich schmächtigen Denker, der mit einigen durchdachten Erfindungen Tohu manches Abenteuer erleichtert.

Wie bereits im ersten Band hat Antja Szillat auch in der Fortsetzung geschickt Comicelemente mit einer sehr lockeren, teilweise überspitzten, zielgruppengerechten Umgangssprache kombiniert und so eine flotte Geschichte geschrieben, die leicht und gut zu lesen ist. Die stimmigen schwarz-weiß-Bilder von Susanne Göhlich stellen Szenen der Handlung dar, nehmen sie teilweise auf die Schippe, erklären oder verdeutlichen Szenen und lockern vor allem für jüngere Leser die spannende Handlung auf. Dabei gehen Text und Bilder Hand in Hand. So illustrieren die Bilder nicht nur das bereits Beschriebene, teilweise übernehmen sie die Aufgabe des Textes und entwickeln die Handlung weiter.

Trotz aller Bezüge zum heutigen Leben, wie beispielweise durch Indis Fahrrad, wirkt die Handlung dennoch sehr stilecht. Verwendete Wild-West-typische Begriffe werden direkt auf der Seite erklärt (meist in Fußnoten), so dass die Geschichte sprachlich sehr authentisch erzählt werden kann und trotzdem verständlich ist. Auch die geschickt eingeflochtenen Wortspiele machen sehr viel Spaß: so heißt z.B. das Pony, dass sich zwanghaft in Matschlöchern wälzen muss Matschi. Verschiedene Worte wie Ausrufe oder Beschriftungen in den Bildern sind grafisch hervorgehoben und z.B. in Großbuchstaben wiederholt, kursiv gesetzt und in die Bilder eingebaut. Die sprachliche Ausdruckskraft geht wunderbar mit der spannenden Geschichte zusammen, die durch unerwartete Wendungen bis zum Schluss unterhaltsam und kurzweilig bleibt.

Fazit:

Stimmige Weiterführung des erfolgreichen ersten Teils, in dem der quirlige Tohu über sich hinaus wächst und zeigt, dass auch kleine Halbindianer Großes bewirken können. Nicht nur die spannende Handlung zieht in ihren Bann, vor allem die gelungene Kombination aus kindlicher Umgangssprache mit Comicelementen macht es schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Claudia Goldammer, Mai 2014

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