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Buchcover: Walter Farley: Blitz der schwarze Hengst

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Blitz der schwarze Hengst von Walter Farley

erschienen bei Coppenrath

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

Wer von den heute Erwachsenen früher Pferdebücher gelesen hat, kennt Blitz, den schwarzen Hengst. Und Alec Ramsay, seinen Besitzer. Wenn man das so sagen kann, denn Blitz ist kein Tier, das sich besitzen lässt. Der Junge und das außergewöhnliche Pferd sind die einzigen Überlebenden eines Schiffsuntergangs, gestrandet auf einer einsamen Insel. Bis sie gerettet werden, vergehen Monate. Monate, in denen die beiden sich aneinander gewöhnen und sich miteinander anfreunden, und fortan Folge für Folge gemeinsame Abenteuer erleben.

Waren die Pferdebücher über Alec und Blitz vor vierzig Jahren eine Serie neben einer Handvoll anderen, wie zum Beispiel Bille und Zottel, sind sie heute eine von vielen. Und inmitten der ganzen Bücher über rosa Glitzermähnen, freche Ponymädchen und lustige Kriminalfälle für Pferdekommissare eine Ausnahme. Besonders, wenn man einen Jungen hat, der auch gerne mal ein Pferdebuch lesen würde, nur so, oder weil er sich fürs Reiten interessiert. Denn heute ist Reiten Mädchensport, fast so wie Ballett. Und Pferdebücher eben Mädchenbücher. Dabei haben viele Jungen gar nichts gegen das Reiten und gegen Pferde – genauso wenig wie gegen das Lesen übrigens – sondern im Gegenteil, wenn sie klein sind, finden sie es sogar oft toll.

Dass die Bücher über Blitz schon älter sind, hat deshalb einen Vorteil. Sie wurden geschrieben zu einer Zeit, als Pferde noch kein Freizeitkuscheltier waren, sondern Fortbewegungsmittel oder Arbeitsgerät, so wie es lange Jahrhunderte hindurch selbstverständlich war: der Ritter und sein Schlachtross, der Bauer und sein Arbeitspferd. Ein Jockey und sein Rennpferd. So wie hier. Es geht um Kraft und Schnelligkeit, um Gefahr, Geld, um Ehre, um Ehrgeiz, um Wettkampf und ums Gewinnen.

Die Geschichte beginnt abenteuerlich bis dramatisch: Alec war in den Ferien bei seinem Onkel in Indien und auf der Rückreise geht das Schiff unter, nur Alec und ein schwarzes Pferd, das ebenfalls auf dem Schiff unterwegs war, überleben. Sie retten sich auf eine einsame, karge Insel und es dauert Monate, bis sie gefunden werden. Monate, in denen Alec zu überleben versucht und sich mit dem Tier anfreundet. Blitz, so nennt er ihn, lässt sich am Ende sogar von ihm reiten. Auch der Heimweg von der Insel ist ein Abenteuer: denn wie soll der scheue, wilde Hengst aufs Rettungs-Schiff?

Und abenteuerlich bis dramatisch geht es weiter:

Alec braucht einen Stall für Blitz, das Pferd braucht Gesellschaft, Bewegung, Auslauf. Jeder einzelne Schritt in die Zivilisation ist ein ausführlich und packend beschriebenes kleines Drama für sich. Der Text ist ausführlich, ein bisschen entschleunigt und langsam, aber passend in die Zeit, in der es spielt: es gibt Autos und Motoren und Zeitungen, aber noch kein Handy.

Und wenn alles einen Moment zur Ruhe kommt, ist Blitz immer für eine Überraschung gut: er springt über eine Mauer, bei der sich andere Pferde den Hals brechen würden, beim ersten Schnee kennt er kein Halten, beim Satteln tritt er blutende Wunden.

Und dann kommt erst der Beginn der eigentlichen Geschichte:

Denn Blitz erweist sich auf seinen halsbrecherischen Ausbrüchen im Galopp quer durch die Stadt als unglaublich talentiertes Rennpferd. Der Stallvermieter war früher selber Jockey und erkennt das sofort. Er trainiert die beiden und auch wenn Blitz keine Papiere hat, schafft er es am Ende ein Rennen zu organisieren, bei dem Blitz gegen die beiden schnellsten Pferde der Vereinigten Staaten antritt. Es ist nicht gespoilert, zu sagen, natürlich gewinnt Blitz. Denn das gehört zu solchen Büchern dazu und ohne ein Happy End wäre es nicht richtig gut. Und könnte auch nicht weitergehen.

Band 2 ist ebenfalls schon neu erschienen. Darin kommt der rechtmäßige Besitzer von Blitz zu Alec, ein Scheich, und nimmt den talentierten Hengst wieder mit in seine Heimat. Alec ist totunglücklich, aber reist ihm nach: Und wenn er Blitz durch alle arabischen Wüsten folgen muss, niemand darf sie je wieder trennen. Und natürlich passiert das auch nicht.

Denn es gibt weitere Folgen:

„Blitz kehrt heim“, „Blitz schickt seinen Sohn“, „Blitz sucht seinen Vater“ bis zu „Blitz und Pam – Mädchen im Sattel“. Da wird der junge Alec wohl langsam erwachsen. Generell ist das Buch nicht nur für Jungs geeignet, zumindest früher haben es viele Mädchen gelesen, und auch heute dürfte es eine schöne Abwechslung sein, vor allem für die, deren Interesse über rosa Glitzersträhnchen in der Mähne hinausgehen und die gibt es genug.

Fazit:

Blitz ist zurück! Neu aufgelegt gibt es jetzt die ersten zwei Teile der Serie über Alec und sein außergewöhnliches schwarzes Pferd. Eine Serie mehr für Pferdebuchfans, eine Freude für erwachsene Das-habe-ich-früher-so-geliebt-Nostalgiker und ein Geheimtipp für Eltern, die Jungs haben, die sich für Pferde und Reiten interessieren: nicht nur weil die Hauptperson ein Junge ist, auch die anderen Zutaten wie Wettkampf, Action und Abenteuer machen es spannend zu lesen.

Sigrid Tinz

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