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Buchcover: Dieter Wiesmüller: Komm mit, Moritz

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Komm mit, Moritz von Dieter Wiesmüller

erschienen bei Sauerländer

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

Kinderbuch des Monats [07.2008]. Obwohl es seit mehr als 3.000 Jahren Piraten auf allen Meeren gibt, haben Piratengeschichten nie an Reiz verloren. Vor allem wenn sie von so traumhaft gelungenen Bildern wie in „Komm mit, Moritz“ erzählt werden. Unglaublich schön ist der Anblick des fliegenden Seegelbootes über der Stadt. So schön, dass Moritz keine Sekunde nachdenkt, einsteigt und dem Ruf des Abenteuers folgt.

Moritz ist wütend. Er kann nicht einschlafen, weil sein rotes Buch mit den tollsten Seeräubergeschichten verschwunden ist. Alle anderen schlafen schon, als er plötzlich auf das verwinkelte Hausdach gerufen wird. Neugierig sieht er nach und entdeckt dort ein schwebendes Segelschiff mit drei seltsamen Gestalten an Bord. Als sie ihn auffordern einzusteigen, um in dieser Nach den Schatz zu holen, zögert er nicht und schnappt seinen Piratenhut. Zusammen mit der Schiffsratte Victor Cabot, dem krächzenden Papagei Pedro Balboa und der Seeräuberin Lissi begibt sich Moritz begeistert auf Schatzsuche.
Über die Dächer der dunklen Stadt hinweg schweben Sie hinein in ein tosendes Unwetter, befreien sich nach einem halsbrecherischen Manöver mit Hilfe des Enterhakens aus einer Baumschere, folgen dann dem Mondschein übers Meer und legen schließlich an der oberen Reling eines Leuchtturms an, in dem der gefährliche Seeräuberkapitän Dünnbart und seine Bande wohnt. Es wird brenzlig, als sie von den Piraten entdeckt werden, aber Lissi hat eine fantastische Ausrede parat. Als die Bande und ihr Anführer endlich betrunken eingeschlafen sind, schleichen sich Moritz und seine Freunde in die Schatzkammer und nehmen ein blaues und ein rotes Buch als Beute mit. Moritz versteht zunächst nicht, dass Lissi den Goldschatz nicht angerührt hat und ist enttäuscht über den Ausgang des Abenteuers.

Als sie auf dem Rückweg erneut in einen Sturm geraten und Lissi mit Hilfe des blauen Buchs das Schiff sicher hindurch manövriert, beginnt er zu verstehen wie wichtig ihre Beute ist. Und als Belohnung für die Unterstützung bei der Kaperfahrt erhält er sein Buch „;Die tollsten Seeräubergeschichten“ zurück. Überglücklich kehrt er auf das dunkle Hausdach der Vorstadt zurück.

Dieses Abenteuer-Bilderbuch nimmt auch diejenigen gefangen, die keine Liebhaber von Piratengeschichten sind. Das liegt zum einen daran, dass Moritz von einem schlauen Piraten-Mädchen aufgefordert wird mitzukommen und auf dem Boot nicht nur von Männern, sondern auch Tieren empfangen wird. Darüber hinaus begeistern die stimmungsvollen Bilder derart, dass man mit Moritz problemlos in sein Abenteuer eintaucht. Weder Leser noch Moritz fürchten sich vor der mannshohen Schiffsratte Victor Cabot oder dem überdimensional großen Papagei. Viel zu beeindruckend schwebt das Segelschiff im gleisenden Licht des Mondes über den Dächern der Großstadt (dieser Ausblick entspricht übrigens der Aussicht des Autors aus seinem Atelierfenster).

Diese beinahe real wirkende Abenteuer-Stimmung wird vor allem durch den außergewöhnlichen Malsstil hervorgerufen. Eine Art Sprühtechnik ermöglicht kleinste Farbabstimmung und stimmungsvoll düstere Nachtbilder.Trotz des rauen Aussehens der bösen Piraten, sämtlich betont männliche Draufgänger, liegt über allem eine versöhnliche Sanftheit. Das macht die spannenden Momente des Buches weniger beängstigend und die Naturdarstellungen umso geheimnisvoller.

Natürlich ist es schwierig zu verstehen, warum der Goldschatz der Piraten nicht angerührt wird.Schließlich sollte man doch dem bösen Kapitän Dünnbart unbedingt eins auswischen. Aber der harte Seeräuberchef, der nicht, wie sonst üblich, böser Antagonist des Hauptcharakters ist, ist scheinbar belesen und weiß wie wertvoll Bücher sind, sonst hätte er diese beiden ja nicht gestohlen. Spätestens auf der letzten Seite versteht jedes Kind, dass der wertvollste Schatz Moritz Buch ist, das er am Ende des Abenteuers endlich wieder in Händen hält. Und dabei ist völlig unerheblich, dass alles lediglich ein Traum war. Es ist sogar davon auszugehen, dass die meisten Kinder sich überhaupt keine Gedanken darüber machen, ob Moritz ein „Traumwandler“ ist oder nicht. Denn von der ersten Seite an bewundert man Moritz Mut und durchlebt mit ihm hautnah allerlei spannende Momente.

Die Geschichte stammt bereits aus dem Jahr 1988, ist preisgekrönt, wurde optisch überarbeitet, vielfach für Kindertheaterstücke verwendet und hat das Zeug zum Klassiker. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Buch mit diesem Inhalt und dieser Aufmachung jemals an Faszination einbüssen wird.

Fazit:

Eine spannendes Piraten-Abenteuer mit traumhaften Illustrationen. Ein Bilderbuch das die Fantasie anregt und absolut empfehlenswert ist, weil es einfach begeistert.

Gabriele Jansen

Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

Dieter Wintermeyer meint:
Sehr geehrte Damen und Herren, ich benutze dieses Buch beim Vorlesen in Kindergärten und stelle immer wieder die Begeisterung der Kinder fest, die im kleinen Kreis um mich herum sitzen.
In einem erweiterten Kreis möchte ich dieses Buch jedoch auch als "Bilderbuchkino" zeigen und dazu vorlesen. Für die Erlaubnis, die Bilder digital zu erfassen um sie über einen sogen. Beamer aufzeigen zu können habe ich beim Sauerlandverlag angefragt, die haben jedoch alle Rechte an Dieter Weismüller zurückgegeben und so stehe ich nun da und suche Kontakt zu ihm. Können Sie mir dabei weiterhelfen? Für Ihre Bemühungen danke ich Ihnen und verbleibe in der Erwartung einer alsbaldigen und hilfreichen Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen
Dieter Wintermeyer
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