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Buchcover: H.C. Andersen: Das Andersen Märchenbuch

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Das Andersen Märchenbuch von H.C. Andersen

erschienen bei Annette Betz

geeignet für Kinder im Alter 0-99 Jahre

Das Andersen Märchenbuch vom Verlag Annette Betz fällt nicht nur durch die bezaubernden Illustationen aus dem Rahmen, auch die wunderbar nacherzählten Märchen von Friederun Reichenstetter machen dieses Märchenbuch zu einem wirklich gelungenen Einstieg; selbst für kleinere Kinder.

Warum hat dieses Buch keine Prozentwertung?

In der Andersen-Rezensionen-Übersicht unseres „;Andersen-Special“; finden Sie alle Informationen.

Bei der Umsetzung des Andersen Märchenbuch vom Verlag Annette Betz ist unübersehbar auf eine kindgerechte Auswahl der Märchen Wert gelegt worden. Aber nicht nur das: Wunderbar leicht von Friederun Reichenstetter nacherzählt, haben die Geschichten nichts von Andersens so mitreißende Erzählweise eingebüßt; weder die bildhafte, stimmungsvolle Sprache noch sein berühmter Wortwitz. Auch um die Wörter, die wir heute leider nur noch selten benutzen (wie z.B. „untadelig“) hat Friederun Reichenstetter keinen Bogen gemacht. Im Gegenteil: Er hat sie auf angemessene Weise beibehalten und ihnen einen Kontext gegeben, in dem sich den Kindern ihr Sinn erschließen lässt. Damit belebt er Andersen auf wunderbare Art neu, ohne ihn zu verfälschen.Die Geschichten wirken ein wenig „gestraffter“, was dem Spannungsbogen an einigen Stellen zu Gute kommt. Dabei werden sie aber keinesfalls zu hastig erzählt und auf diese Weise können die Kinder leichter bei der Sache bleiben, ohne etwas von den poetischen Details des Dichters vermissen zu müssen.

Dementsprechend positiv fällt auch die getroffene Auswahl der Geschichten auf: In diesem Buch mit 13 Märchen des berühmten Dichters, finden wir selbstverständlich seine bekanntesten, aber auch unbekanntere Geschichten sind in diesem Buch enthalten. In der Mehrzahl eben jene, die für Kinder durchaus geeignet sind (wie „Des Kaisers neue Kleider“, „Der Kreisel und das Bällchen“, „Der standhafte Zinnsoldat“, „Der fliegende Koffer“, „Der Tölpelhans“, „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Das hässliche Entlein“, „Das Däumelinchen“, „Der Schweinehirte“ und „Es ist wirklich wahr“) und die mir bei meinen Recherchen auffielen, weil sie, meiner Meinung nach, eher zu der „vergnüglichen“ Sorte von Andersens Märchen gehören. So sind es in ihrer Auswahl überwiegend gute „Einstiegsmärchen“, um Kinder mit Andersens Märchen vertraut zu machen.

Die Illustrationen von Silke Leffler machen dieses Gesamtwerk in sich unglaublich stimmig und dies nicht zuletzt durch seine ganz eigene und unaufdringliche Note, die sich in jedem ihrer kleinen Kunstwerke wiederfindet. Zunächst fallen die vielen textilen und leichten Muster auf, die dieses Buch so detailverliebt machen. Dies überrascht gar nicht, wenn man weiß, dass Silke Leffler Textildesign studierte. Seit 1996 ist sie freischaffende Textildesignerin für namhafte Firmen und seit 1998 arbeitet sie auch als erfolgreiche Illustratorin. Mit dem von ihr illustrierten „Fabelbuch“ hat den Preis der „schönsten Bücher Österreichs“ erhalten. Ihr ästhetisches Gespür für Formen, Farben und Bildkompositionen zeigt sich bereits beim ersten Blick auf ihre zauberhaften Werke. Dabei hat sie ihren ganz eigenen Stil entwickelt, der sich auffallend von den „klassischen“ Illustrationen der Kinderliteratur abhebt und einen hohen Wiedererkennungswert hat.

Pastelltöne und helle, zarte Muster werden durch kräftige, warme Farben, wie etwa einem satten Dunkelrot, akzentuiert und vor die meist hellen, blassgelben bis naturweißen Hintergründe gestellt. Die dezenten Muster tragen die Melodie der Zeiten von Andersens Märchen wunderbar in unsere, heutige Zeit hinüber. Die dargestellten Prinzessinnen bzw. Hauptdarster/innen sind durch feine bezaubernde Zeichnungen dargestellt, die von ebensolcher Feinheit sind, wie die dargestellten „Accessoires“, die sich ihrerseits wiederum in den ganzseitigen Illustrationen des Buches zeigen, aber auch immer wieder innerhalb des Textteiles zu finden sind. Mit ihren üppigen Gewändern, ihren Hutkreationen auf den kleinen Köpfen und ihren langen, zarten Gliedmaßen wirken die Darsteller wie Elfen; dadurch dass ein jedes der Wesen eine ganz eigene Farb- und Formgebung erhalten hat, sind sie kleine Individualisten. Die vielen, feinen Muster die sich im Buch stets wiederfinden, sind manchmal schemenhaft, manchmal wunderbar in Szene gesetzt (Besonders gelungen bei „Des Kaisers neue Kleider“, welches für Silke Leffler wie geschaffen scheint); sie sind aber niemals aufdringlich oder stören die harmonische und ruhige Bildsprache von Silke Leffler. Ihr ist eine Bilderwelt gelungen, die die Märchen von Andersen wunderbar leicht begleitet: Ein wenig nostalgisch aber auf unmerkliche Weise auch modern, stellen die Illustrationen von Silke Leffler eine zauberhafte Alternative zu den klassischen Illustrationsformen alter Märchen dar und bereiten bereits beim Betrachten Vergnügen.

Fazit:

Das Andersen Märchenbuch vom Verlag Annette Betz mit den Illustrationen von Silke Leffler beinhaltet 13 Märchen von Hans Christian Andersen, die ebenso überzeugend von Friederun Reichenstetter nacherzählt werden, wie sie durch die leichten und charmanten Illustrationen verzaubern. Durch dieses rundum gelungene Gesamtwerkt wird Andersen auf wunderbare Art neu belebt, ohne ihn zu verfälschen.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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