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Buchcover: Bettina Ansorge: Lille und das Zauberwasser

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Lille und das Zauberwasser von Bettina Ansorge

erschienen bei Lappan

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

[ab 5 Jahren]

Eine Reise in die Welt der Phantasie. Hier reichen Gedanken und Träume aus, um Wünsche wahr werden zu lassen. Man muss nur daran glauben.

Auf einer schönen Nordseeinsel verbringen Lille und Timmi bei dessen Opa ihre Ferien. Eigentlich ist alles gut, nur eines macht Lille zu schaffen: Timmis Opa fühlt sich sehr einsam und wünscht sich sehnlichst eine Oma zum Gesellschaftleisten. Da beschließt Lille für den Opa die passende Oma zu finden. Wie könnte das anders funktionieren, als Zauberwasser zu suchen, das man nur trinken muss und schon kann man sich eine Oma wünschen. Also macht sich Lille auf den Weg, dieses Zauberwasser zu suchen.

Eine Möwe und ein dreimalschlaues Kaninchen begleiten Lille bei der Suche, denn sie sind beide sehr gespannt, ob Lille wirklich Zauberwasser finden wird. Auf ihrem Weg durch die Dünen machen sie Bekanntschaft mit einem alten, von Wind und Wetter gegerbten Pfahl. Dieser führt sie zunächst zu einem kleinen Tümpel hinter einem seltsamen Tor. Hinter diesem Tor lebt der Regenbogenknabe, der den schlafenden Regenbogen bewacht. Da Lille aber in diesem Regenbogen nicht schaukeln darf, verspürt sie kein weiteres Interesse an dem Regenbogenknaben und dieser verschwindet so plötzlich wie er erschienen ist.

Das Gespann zieht weiter und wieder führt der Pfahl sie an einen Tümpel. Hier erscheint ihnen das Traumkind welches das Meer der Träume bewacht, damit niemand die Träume der Kinder stehlen kann. Da Lille aber auf dem Meer des Traumkindes nicht Ruderboot fahren darf, entschließt sie sich, weiter zu gehen. Schließlich sucht sie eine Oma! Sie kommen wieder an ein Tor und als Lille hindruchschlüpft, sitzt dort unter einem Apfelbaum eine nette, dicke Oma. Lille ist begeistert, dennoch stellt sie der Oma die entscheidenden Fragen: ob diese sie denn beim Schaukeln anschubsen oder ob sie Ruderboot fahren könne. Die Oma kann alles und Lille ist fast überzeugt, das dies die richtige Oma für Timmis Opa ist. Als die Oma dann noch behauptet, sie könne auch noch gut Gesellschaftleisten, gibt es kein Halten mehr. Sie verläßt ihre Traumwelt mit dem alten Pfahl und nimmt die Oma mit zu Opa nach Hause.

Ein Buch, das uns viel Phantasie und Kreativität abverlangt, denn es fällt schwer, logische Zusammenhänge und den sogenannten roten Faden dieser Geschichte zu finden. Das mag aber auch daran liegen, das es dem Erwachsenen oftmals nicht gelingt, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Deshalb sollte man möglichst unvoreingenommen an diese Geschichte herangehen und es dem zuhörenden Kind überlassen, seine eigene Logik zu kreieren. Hier wird eine Märchen- und Fabelwesen-Welt beschrieben, in der Wunschdenken und Realität ineinander übergehen. Man muss nur fest an etwas glauben und sich nicht zu schnell vom Weg abbringen lassen, dann lassen sich sogar Berge versetzen, dieser Gedanke ist sicherlich ein Meilenstein auf dem Weg zu einem gesunden Selbstbewußtsein. Lille demonstriert das beispielhaft. Sie ist ein mutiges kleines Mädchen, das seinen Weg geht, keine Furcht kennt und auch genau weiß, was es will.

Abgesehen von der vermeintlich verwirrenden Handlung der Geschichte, bietet das Buch sehr schöne Impressionen einer Nordseeinsel. Liebevoll stimmungsvolle Zeichnungen verbreiten echte Urlaubsgefühle, für Nordseefans ein echter Leckerbissen. Die Geschichte wird sehr lebhaft erzählt und die ewigen kleinen Sticheleien zwischen der Möwe und dem besserwissenden Kaninchen halten die Spannung aufrecht und hauchen dem Erzählten Leben ein. Am Ende bekommt der Opa seine Oma – und wie das nun tatsächlich passiert sein soll muss vielleicht gar nicht wirklich geklärt werden. Ende gut, alles gut, für die kleinen Leser war dies ein aufregender Tag am Meer.

Fazit:

Ein stimmungsvoller Tag am Meer, ein Spaziergang durch die Dünen und ganz viel Phantasie und Träume – dies sind die Zutaten für diese Geschichte. Eigentlich wurde zu viel hinein gepackt und es wurden zu wenig nachvollziehbare und logische Zusammenhänge hergestellt. Der wunderbaren Gedankenfreiheit unserer Kinder fällt hier die Aufgabe zu, die für sie nötigen Erklärungen zu finden.

Antje Saam

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