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Buchcover: Susa Apenrade: Ich will aber Spagetti!

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Ich will aber Spagetti! von Susa Apenrade

erschienen bei Arena

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

Viele Eltern haben diese Sätze schon oft gehört: „Das mag ich nicht!“ oder: „Ich will das nicht probieren!“ Dieses Buch von Susa Apenrade, erschienen im Edition Bücherbär Verlag, setzt sich humorvoll mit dieser Thematik auseinander. Mit den Tricks der Mutter von Moritz und Basti erhalten vorlesende Mütter und Väter vielleicht noch einige Anregungen, und die Kleinen erkennen vielleicht, daß etwas auch gut schmecken kann, wenn man es nur probiert. Die abschließenden 12 Rezepte zum Nachkochen laden zum gemeinsamen Zubereiten und Genießen ein.

Moritz und Basti sind zwei Brüder, die nur sehr gewählt essen. Ihre beste Freundin Jessica dagegen ißt alles. Die Mama der beiden Brüder verzweifelt. Trotz größter Mühe und vielen verschiedenen tollen Gerichten, wollen ihre beiden Jungs nicht einmal probieren. Ein Versuch mit einer köstlichen Kartoffelsuppe mit Möhrchen scheitert ebenfalls kläglich. Als ihre Freundin Jessica kommt möchte sie gerne die Suppe essen – am liebsten aus dem Puppengeschirr. Und schon sind nach kurzer Zeit acht Puppentassen leer. Jessica möchte aber noch mehr Suppe. Abends ist noch etwas Suppe da, jedoch am nächsten Morgen nicht mehr. Die Mama sagt nichts, sie schmunzelt nur.

In der Ferienzeit gibt es das Übliche zu essen – die drei Lieblingsgerichte von Basti und Moritz. Da Jessica aber sehr oft während der Ferien mit den Jungen spielt und sie hingegen die Suppen gerne ißt, trägt sie eine gutgefüllte Puppentasse nach der anderen ins Kinderzimmer. Und der Bedarf steigt, da nun angeblich auch die Stofftiere mitessen. Oh Wunder!

Mama wundert sich auch über die über Nacht geleerten Suppentöpfe. Basti und Moritz tippen auf ein Gespenst – und die essen bekanntlich nur kalte Suppen. So vergehen weitere Tage. Dann, eines Tages, fragt Basti seine Mama, ob sie nicht wieder Blumenkohlsuppe kochen kann, die würde Jessica so gerne essen. Mama hat jedoch schon ein anderes Gericht gekocht. Laut Jessica hat es geschmeckt, aber den Stofftieren nicht – und dem Gespenst übrigens auch nicht.

Nachdem das vermeintliche nächtliche Gespenst sich als Basti und Moritz entpuppt, springen die Jungs endlich über ihren Schatten und bestellen ihr Wunschessen ab jetzt direkt bei der Mutter.

Ein alltägliches Problem wird von Susa Apenrade humorvoll dargestellt. Eltern möchten gerne ihre Kinder gesund ernähren und für sich selbst vielleicht auch eine kleine Anerkennung für ihre Kochkünste bekommen. Da macht man sich so viel Mühe, probiert immer wieder neue Rezepte aus und bevor überhaupt das Essen probiert wird, wird es schon „madig“ gemacht. Auf Dauer ist das ganz schön frustrierend und verringert den Reiz an den gemeinsamen Mahlzeiten, die, auch pädagogisch gesehen, als wertvolle gemeinsame Zeit gelten.

Das Buch zeigt, dass das geradezu vorbildliche und spontane Handeln einer gleichaltrigen Freundin oft mehr bewirken kann, als die ständigen Aufforderungen der Mutter. Die Mutter von Basti und Moritz nutzt die Zeit, in der sie die Hilfe von Jessica bekommt, um die Vorlieben ihrer beiden Jungs ausfindig zu machen. Spielerisch kommen so alle ans Ziel. Mit Druck, erhobenem Zeigefinger oder permanenten Aufforderungen erreichen wir bei unseren Kindern selten etwas. Dieses Buch ist für eine einmalige Anwendung sicherlich bestens geeignet, es ist aber auch eine gute Anregung für den Umgang der Eltern mit diesem Thema:Inspiriert es sie vielleicht, von dem verbittert umkämpften „Schauplatz“ ein wenig Abstand zu nehmen und die Sache mit etwas mehr Gelassenheit und Kreativität anzugehen.

Durch die klaren Charaktere und dem kindgerechten Text fällt es unseren kleinen Zuhörern leicht, sich mit Basti und Moritz zu identifizieren. Das Buch überzeugt daher vielleicht unsere Kleinen, das liebevoll zubereitete Mahl wenigstens zu probieren, um dann erst zu entscheiden, ob es ihnen schmeckt oder nicht. Manchmal ist es eben besser nicht so starrköpfig wie Basti und Moritz zu sein, um zu entdecken, wie gut auch Suppen, Gemüse und andere „uncoole“ Gerichte schmecken.

Mit lebendigen und dynamischen Bildern schafft es Iris Hardt die Geschichte ideal zu unterstützen. Ihre Illustrationen sind detailreich, wirken jedoch keineswegs überfrachtet und lenken damit nicht vom Wesentlichen ab. Durch die warme Farbwahl – und auch durch dunklere Farben für das nächtliche „Gespenstermahl“ – schafft die Illustratorin eine eigene Bilderwelt, in der „Kind“ sich gleich wohl fühlt.

Fazit:

„Ich will Spagetti“ – ein schönes Buch, das zeigt, wie man mit einem so alltäglichen, aber dennoch aufreibenden Familienthema liebevoll und mit Humor umgehen kann. Eine Geschichte mit gutem Identifikations- und Erinnerungswert. Der Bonus des Buches: Die 12 Rezeptkarten zum Herausnehmen und gemeinsamen Nachkochen.

Sylke Wilmer-Gruchmann

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