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Buchcover: Johanna (Hg.) Bach: Heute bin ich motzig und morgen wieder froh

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Heute bin ich motzig und morgen wieder froh von Johanna (Hg.) Bach

erschienen bei Kerle bei Herder

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

Eine kunterbunte Geschichtensammlung steckt in dem Band „Heute bin ich motzig und morgen wieder froh!“ – und diesem Motto ganz getreu, gibt es reichlich Lesestoff zu den kindlichen Gefühlen. Glück, Eigensinn, Streiten und Versöhnen, Angst und Mut, Scham und Zuversicht sind allesamt Gefühle, die Kinder im Alltag bewegen. Spannend ist das Wiedererkennen der eigenen Gefühle und überraschend sind oft die Lösungen.

Schon die Kleinsten werden von grossen Gefühlen beim Entdecken der Welt gelenkt, mit denen sie lernen müssen umzugehen. Diese 30 Geschichten aus dem Alltagsleben der Kindergartenkinder können dabei vielleicht helfen.

Durch eine klare thematische Einteilung ist ein schnelles Auffinden gewährleistet, um eine passende Geschichte zur Hand zu haben. Die jeweiligen Geschichten sind kurz, aber dennoch ausführlich genug, so dass Kinder ab 4 Jahren gut folgen können.

Bekannte Autoren wie Käthe Reicheis, Marc Limoni, Antonia Michaelis oder etwa Ursula Scheffler sind in diesem Buch vertreten.

Die Geschichten von Christine Merz, mit der quirligen Lea Wirbelwind, sind auch gleich mehrmals anzutreffen. Einmal hat sie Streit mit ihrer besten Freundin Marie, ein anderes Mal fürchten sich die beiden auf dem Weg zum Kindergarten vor dem grossen Hund Arco, den sie aber überlisten können. Dann plagt Lea großer Abschiedsschmerz, denn Marie fährt für vier Wochen in den Urlaub, aber Mama hat eine prima Idee und kann ihr helfen. Lea ist ein fünfjähriges Mädchen, das dem Leben überaus positiv zugewandt ist. Mit ihren Erfahrungen macht macht sie ihren Altersgenossen/Altersgenossinnen nicht selten Mut und bietet hohes Identifikationspotential.

Aber nicht nur Kinder spielen als Identifikationsfiguren in den Geschichten eine wichtige Rolle. In einer Fabel erzählt Käthe Recheis von einem Kaninchen, das im wahrsten Sinne des Wortes ein Angsthase ist. Sein Freund, die Katze, ist egoistisch. Das geht so weit, dass sie das Kaninchen eines Tages verlässt. Das Kaninchen, so allein gelassen, fürchtet sich sehr. Doch es wächst schließlich über sich hinaus, indem es allen Mut zusammennimmt und zum ersten Mal seine eigenen Erfahrungen in der Welt macht. Das treue Kaninchen wird am Ende für seinen Mut belohnt: sein Freund, die Katze, kommt zurück und nun sitzt es mit stolzgeschwellter Brust neben ihr.

Der brummige Herr Hummel hat nur selten ein freundliches Wort auf seinen Lippen. Eines Tages wird er in seinem Erdloch zugeschüttet. Nur der Maulwurf Bruno und der Hund „Fleckchen“ machen sich auf die Suche und retten ihn. Da erkennt auch der brummige Herr Hummel wie schön es ist, Freunde zu haben, deren Herz am rechten Fleck ist.

Brummig ist auch der kleine Bär – nicht unbedingt von Natur aus, denn er hat die „Ich-will-nicht-Krankheit“. Er wird eines Morgens wach und fühlt sich ganz fürchterlich krank. Der kleine Bär hat zu nichts Lust, auf alle Fragen antwortet er: „ICH WILL NICHT!“- ihm scheint, die ganze Welt sei böse. Mit einem netten Trick des grossen Bären renkt sich aber alles ein und der klenie Bäre wird auf wundersame Weise geheilt.

Aber es gibt wahrlich nicht nur Probleme, sondern auch Geschichten zum Schmunzeln und Lachen. Eine dieser Lachgeschichten wird von Martina Gürth erzählt. Sie handelt von einer kleinen Schnecke, die für ihre Mama einkaufen soll – und das ohne Zettel! Da Schnecken bekanntlich sehr langsam unterwegs sind, können sie auf dem Weg schon mal eine längere Einkaufsliste durcheinander werfen. So passiert es auch der kleinen Schnecke. Aber ihre Mama ist keineswegs verärgert, ganz im Gegenteil – am Ende feiern sie ein Fest zu Zweit.

Antonia Michaelis ist in diesem Buch gleich mit zwei Prinzessinnen-Geschichten vertreten. In einer der Geschichten erzählt sie von der Prinzessin Anna-Lena, die für einen Tag regieren darf. Doch alles geht schief. Auch der königliche Vater hat an diesem, seinen regierungsfreien Tag Pech gehabt; beim Schachspielen hat er die ganze Zeit verloren. Abends bittet er seine Tochter, ihm noch mal die Schachregeln zu erklären und dafür regelt er wieder alles im Königreich. Auf die Frage der Königin, wie ihr Tag war, antworten beide im Chor nur mit „ Jaja schön“.

Grosse und kleine Emotionen, die Entdeckung der eigenen Persönlichkeit, sind die wichtigen Themen dieses Bilderbuch-Sammelbandes. Kinderfragen und -sorgen werden in den kurzen Geschichten geschickt aufgegriffen und behutsam beantwortet. In den unterhaltsamen und sehr verschiedenartigen Episoden können Kinder ihre Gefühle wiederentdecken und erhalten auf spielerische Weise eine Möglichkeit, sie einzuordnen. Dabei wird die Perspektive der Kinder – egal ob es sich um alltagsbezogene Schilderungen oder Fantasie-Geschichten handelt – ernst genommen. Jeder der Protagonisten ist auf ganz eigene Art und Weise erfolgreich und geht am Ende gestärkt aus dem Abenteuer hervor.

So unterschiedlich wie die Geschichten, so sind auch die heiteren Illustrationen im Aquarell- und Kreideverfahren. Sie stammen aus den jeweiligen Original-Ausgaben und gewährleisten eine abwechslungsreiche und treffende Auswahl, die den Inhalt der Geschichten gut unterstützt.

Fazit:

Die abwechslungsreichen Geschichten aus „Heute bin ich motzig und morgen wieder froh!“ bieten Gesprächsanlässe innerhalb der Familie und können eigene Problemlösungsstrategien der Kinder unterstützen. Ein kindgerechter „Allrounder“ für (fast) alle Lebenslagen.

Sylke Wilmer-Gruchmann

 

Inhalte von www.kinderbuch-couch.de:

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