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Buchcover: Milena Baisch: Anton macht´s klar

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Anton macht´s klar von Milena Baisch

erschienen bei Beltz und Gelberg

geeignet für Kinder im Alter ab 8 Jahren

Was tun, wenn man .Roolys braucht, aber weder die Eltern, noch die Bank und auch nicht die Großeltern das nötige Geld dafür geben? Vielleicht einen Bank ausrauben – oder doch besser als Kinderstuntman sein Geld verdienen? Dann hat Anton eine Idee, die wirklich NUR auf den ersten Blick gut ist.

Anton steckt mal wieder in der Klemme. Seine Eltern nicht weniger, denn sie können sich nicht einmal eine neue Waschmaschine leisten, als die alte mit einem lauten Knall und einer mittleren Überschwemmung kaputt geht. Sein Vorschlag, dass seine Eltern einfach Geld von der Bank holen sollen, kommt gar nicht gut an und Anton muss erfahren, dass die Bank nur so viel herausrückt, wie auch auf dem Konto ist. Seine Großeltern haben statt einer Finanzspritze einen anderen Vorschlag: Soll er doch die alten Disco-Roller vom Dachboden nehmen. Doch Anton muss selbstverständlich echte Roolys haben, schließlich hat er vor allen behauptet, dass er sie mit in den Freizeitpark bringen will, wo der nächste Klassenausflug hingehen soll. Anton denkt darüber nach, eine Bank zu überfallen, aber allein der Gedanke daran, behagt ihm gar nicht.

Da kommt Anton auf die Idee, selbst Geld zu verdienen. Als Kinderstuntman würde er sich bestimmt super machen. Er müsste nur ein actiongeladenes Bewerbungsvideo an die „Agency“ schicken, dann wäre die Sache geritzt und er könnte sich seine Roolys selbst kaufen. Schnell ist ein Drehbuch entworfen und mit der Hilfe seiner – sonst ja eigentlich nervigen – Klassenkameradinnen Fanny und Xiaomeng dreht er ein Actionvideo, das heimlich an die Agency geschickt wird und seiner Mutter Lachtränen in die Augen treibt.

Leider ist die Agency noch nicht so ganz überzeugt von Antons coolem Actionstreifen und erteilt ihm eine Absage. Ein anderer Plan muss her und irgendwie, beim Herumprobieren mit dem Computer und dem tollen multifunktionalen Scanner, Drucker und Kopierer, kommt Anton die Idee, dass man doch Geld einfach kopieren könnte. Heimlich stellt er einen 50 € Schein her, der auf den ersten Blick tatsächlich echt aussieht.

Sogar die nette, ältere Kioskbesitzerin, Frau Salzer, merkt nichts von dem falschen 50er und gibt Anton das Rückgeld in echten Scheinen. Doch schon auf dem Weg nach Hause ist Anton gar nicht wohl bei der Sache. Als die Polizei dann auch noch auf die „Versuche“ aufmerksam gemacht wird, die die Müllmänner im Papiercontainer gefunden haben, wird in seinem Viertel ein professioneller Geldfälscher gesucht. Anton erfährt, dass man als Geldfälscher auf jeden Fall mit einer saftigen Gefängnisstrafe rechnen muss – und Frau Salzer bleibt auf dem Schaden sitzen, das ist ihm nun auch klar. Es muss ihm nun irgendwie gelingen, echte 50 € aufzutreiben, sie Frau Salzer unterzujubeln und dabei den falschen 50er aus der Kasse zu holen.

Warum Anton plötzlich von Fanny, Xiaomeng und Max verfolgt wird, wie der Actionstreifen Anton doch noch zum Erfolg wird, Anton ein ehrliches Wettrennen mit Max bestreitet und wie Fanny und Xiaomeng sich als echte Freundinnen erweisen, das erzählt Milena Baisch in ihrem zweiten Abenteuer über Anton, der wieder einmal tausend wilde Ideen im Kopf hat. Dass er damit häufig ziemlich abwegige Vorstellungen ausbrütet, wird auch dieses Mal klar: Weder eine Bank auszurauben noch Fanny und Xiaomeng zu entführen, bringt ihn bei seinem Plan weiter. Eigentlich weiß er das ja. Aber Anton ist so fixiert darauf, seine Wette mit Max einzulösen, dass er eben diese Roolys braucht.

Dabei ist es schon sehr amüsant, wie Anton es wieder einmal schafft, sich ein ums andere mal aus der Affäre zu ziehen. Die Missverständnisse, die daraus unweigerlich entstehenden, lassen Anton für seine Mitschüler ziemlich gewieft erscheinen – dabei versucht Anton nur, Zeit zu gewinnen. Doch dann ist auf einmal auch das Wettrennen egal. Beinahe unmerklich, so nach und nach, spitzt sich die Situation um Anton zu und die Spannungskurve, die Milena Baisch hier aufbaut, ist am Ende so mitreißend, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Wie in ihrem ersten ausgezeichneten Band „Anton taucht ab“ (https://www.kinderbuch-couch.de/baisch-milena-anton-taucht-ab.html), in dem Anton sich schließlich dem wahren Leben stellt und seine Angst vor dem Wasser überwindet, lernt Anton in seinem zweiten Abenteuer nicht nur einiges über das Geld und seine Gesetze. Dass seine Eltern tief in der Patsche sitzen und schwerwiegende finanzielle Probleme haben, wird Anton erst später wirklich bewusst. Wie auch in ihrem ersten Buch zeichnet Milena Baisch einen Reifeprozess, der nicht schwermütig daher kommt, sondern voller Wortwitz und kindlicher Cleverness ist.

Antons Eigenheit, die Welt mit ganz eigenen Augen zu sehen und zu allem seinen eigenen Film im Kopf zu haben, ist geblieben und so mancher Junge wird sich auch hier wieder entdecken können. Das setzt sie ebenso humorvoll wie einfühlsam um und würzt die so authentisch eingefangene Lebenswirklichkeit Antons mit seinen wunderbar lakonischen Kommentierungen. Da alles nur aus Antons Sicht geschildert wird, erfahren die Leser nur so viel wie er selbst – und können sich so manches Mal klügere Gedanken zu Antons „Geldproblemen“ machen.

Doch die wirken am Ende beinahe nebensächlich, denn Milena Baisch lässt ihren Wortakrobaten noch eine weitere wichtige Lebens-Erfahrung machen. Die Menschen, die für Anton da sind und sein Leben ausmachen, mögen ihn so wie er ist, auch ohne Geld und ohne Roolys – „coole Schuhe mit ausklappbaren Rollen“ sind ja eine Sache, aber die Aufrichtigkeit von Freunden, die mit einem durch dick und dünn gehen, eine ganz andere.

Fazit:

Mit viel Liebe zum Detail und zu ihren Darstellern hat uns Milena Baisch eine überzeugende Fortsetzung von Antons Abenteuern beschert. Erneut stellt sie mit ihrer pointierten und gleichzeitig einfühlsamen Erzählweise ihr Talent unter Beweis, Nähe zu ihren Lesern herzustellen und sie auf Anhieb für sich einzunehmen. Hoffentlich gibt es bald ein Wiedersehen mit Anton!

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

Teodor. F. meint:
Ich muss ein plakat über den buch (Anton macht's klar) schreiben und in der Schule herzulesen , das Buch ist interesant ich habe noch nicht fertig gelesen wenn ich fertig lese dan muss ich den plakat fertigstellen

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