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Buchcover: Helga Bansch: Hexlein

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Hexlein von Helga Bansch

erschienen bei Jungbrunnen

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

Hexe über Nacht? Ein kleines Mädchen durchläuft eine rasante Ausbildung und erlangt nebenbei auch noch eine gehörige Portion Mut.

Alle sieben Jahre schwirren die Hexen nachts aus und holen sich ein Kind als neue Hexenschülerin. In Hexomanien muss sich dieses Mädchen einer anstrengenden Hexenschule unterziehen und die Katzensprache, das Zaubern mit dem Zauberstab sowie auf Hexenart kochen lernen, den Kampf gegen Zauberer, Ungeheuer und Gnome bestehen und natürlich muss es den Hexenbesenritt meistern – die Königsdisziplin bei Hexens. Nach der erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung gibt es eine wilde Party und Alt- und Junghexen feiern bis zum Umfallen. Und wenn die kleine Hexe dann vor Müdigkeit eingeschlafen ist, bringen es die großen Hexen zurück nach Hause in sein Bett, wo es am nächsten Morgen etwas verstört, aber sehr glücklich, aufwacht.

Hexen üben doch, oder gerade bei aller Mystik und hohem Gruselpotenzial, eine große Faszination auf Kinder aus, auch wenn es fast so scheint, als wären Hexen für Mädchen, was Piraten für Jungs sind. Dennoch spricht „Hexlein“ von Helga Bansch Jungen und Mädchen gleichermaßen an, auch wenn die Hauptfigur ein Mädchen ist. Doch dieses Mädchen bleibt namenlos und so kann ihr Charakter und ihr Abenteuer wunderbar durch jeden kleinen Leser selbst erlebt werden.

Es mag zunächst etwas ungewöhnlich und eher abschreckend erscheinen, ein Buch damit beginnen zu lassen, dass ein kleines Mädchen aus ihrem Bett entführt wird. Sicher ist dies nichts für zart besaitete Gemüter und bedarf einiger Erklärung während und nach dem Lesen, damit sich kleine Zuhörer nicht vor Angst unter die Decke verkriechen. Doch wer durchhält, wird mit einer unterhaltsamen und turbulenten Geschichte belohnt. So gewährt uns Helga Bansch einen Einblick in die Hexenausbildung und durchläuft mit uns und ihren Figuren die verschiedenen Stationen, die jede Hexe auf dem Weg zum Examen absolvieren muss. Dabei steht eine Fremdsprache (Katzensprache) ebenso auf dem Unterrichtsplan wie die Führerscheinprüfung für Besen. Aber leider lässt Helga Bansch etwas tiefer gehende Mystik, Zauberei, Witz und der wundersamen und überraschenden Atmosphäre des Themas vermissen, sondern kratzt nur an der Oberfläche, ohne wirklich überraschende Elemente hervor zu zaubern. Und dabei wäre doch beinahe alles möglich. Stattdessen bleibt sie in ihrer Schilderung solide und vermag auch sprachlich nicht durch Wortwitz zu beeindrucken. Hauptsächlich in erzählter Rede gehalten wirkt die Erzählung etwas distanziert und auch die teilweise eingebauten anderen Textsorten, wie Zaubersprüche oder Reime können diesen Eindruck nicht gänzlich ausgleichen. Davon abgesehen transportiert die wenige Textmenge stringent den Handlungsverlauf und ist mengenmäßig auf das Lesealter abgestimmt. Jedoch erschließt sich die auf dem Buchrücken angekündigte Botschaft des Buches – „vom Angsthasen zum mutigen Hexlein“ nicht unbedingt. Dafür reichen die beiden Zaubersprüche, die auf dem Vor- und dem Nachsatz zu lesen sind nicht aus, da der Charakter des kleinen Mädchens und sein Wesenswandel während der Hexenausbildung nicht beleuchtet und das Mutthema nicht explizit angesprochen wird.

Wunderbar gelungen sind hingegen die Illustrationen, auf denen der Leser feist grinsende Hexen zu sehen bekommt, die schrecklich zu lachen scheinen und mit ihren Hexenzinken und beeindruckenden Hexenhüten wohlige Gruselschauer über den Rücken jagen. Die Grafiken versprühen eine überzeugende Lebendigkeit und transportieren die Handlung gut auch auf der emotionalen Ebene. Dabei wohnt allen doppelseitigen Bildern eine fröhliche Farbigkeit inne, die sich aus den großflächig verwendeten rot- und orange-Tönen, auf denen abwechslungsreiche Muster zu sehen sind, ergibt. Aus dieser Farbfülle sticht das kleine Hexlein im weißen Kleid mit orange-rotem Stern heraus und zieht so den Fokus geschickt auf sich. Mit wirrem Haar und überzeugender Mimik hext sie sich dem Leser ins Herz, der dennoch erleichtert aufatmet, als sie wieder in ihrem Bett aufwachen darf.

Fazit:

Unterhaltsames und rasantes Buch über die Ausbildung einer kleinen Hexe, die sich ungeahnte Kräften aneignet – und das über Nacht.

Claudia Goldammer

 

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