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Buchcover: Klaus Baumgart: Lukas und der Wunschkäfer

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Lukas und der Wunschkäfer von Klaus Baumgart

erschienen bei Baumhaus

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

Lukas ist der neue Kinderbuchheld von Klaus Baumgart, dem Autor der erfolgreichen „Lauras Stern“-Geschichten. Lukas ist in eine neue Stadt gezogen und steht ziemlich allein vor einer großen Herausforderung: Er muss neue Freunde finden.

Lukas lebt nun in einer anderen Stadt. Die anfängliche Trauer über den Wegzug vergisst er über großen Umzugsstress. Als jedoch nach ein paar Tagen der „neue Alltag“ eintritt, bemerkt er, wie sehr ihm sein altes zu Hause und seine Freunde fehlen. Seine Mutter verringert ihre Trauer, indem sie mit ihren Freundinnen telefoniert und in Folge dessen keine Zeit für ihn hat.

Da nimmt Lukas seinen ganzen Mut zusammen, packt Schaufel und Eimer und macht sich auf den Weg zu dem Spielplatz, den er von seinem neuen Zimmer aus sehen kann. Doch als er dort ankommt, ist seine anfängliche Tapferkeit verschwunden und erste Zweifel machen sich bemerkbar: „vielleicht wollen die Kinder ja gar nicht mit mir spielen.“ Völlig entmutigt schaufelt Lukas den Sand hin und her, bis er einen wundersamen Käfer bemerkt. Dass dieser etwas ganz besonderes ist, weiß Lukas sofort und zeigt ihn gleich den anderen Kindern, denn der Käfer ist ein Wunschkäfer.

Ein Kind nach dem anderen wird auf Lukas aufmerksam und begibt sich zusammen mit ihm auf eine spannende Phantasiereise darüber, was man sich alles wünschen kann. Doch plötzlich öffnet Lukas seine Hand und lässt den Käfer frei. Die anderen Kinder wundern sich, dass Lukas noch keinen Wunsch geäußert hat, doch Lukas’ Wunsch ist längst schon in Erfüllung gegangen.

Klaus Baumgart hat mit seinem Bilderbuch „Lukas und der Wunschkäfer“ ein schönes Pendant zu Laura’s Stern geschaffen. Eigentlich ist vieles auf altbewährte Art bekannt; nur hier ist es ein männlicher Hauptdarsteller, der seinen Weg in der noch fremden Stadt meistern muss. Der glitzernde Stern ist zu einem nicht weniger glitzernden Käfer geworden. Mit diesen Grundzutaten, einem zauberhaften Freund und einer bedeutsamen Alltagsgeschichte, findet er auch mit seinem neuen Werk sicherlich viele aufmerksame Leser und Leserinnen. Nicht vordergründig aber doch erkenntlich, unterscheidet sich Lukas´ Familienkonstellation von der Lauras: Lukas lebt mit seiner Mutter allein – und das lässt gerade bei Kindern, die durch die Trennung der Eltern in eine andere Stadt ziehen müssen, einige Parallelen zu.

Lukas wird so zum kleinen Helden. Der Einschnitt durch den Umzug, der wiederum ein neues Zuhause bedeutet sowie neue Freunde finden zu müssen, sind für viele Kinder zentrale Themen. In diesem einfühlsamen Bilderbuch wird ganz auf Ebene der Kinder erzählt, wie man sich fühlt, wenn man sich wieder ganz neu zurecht finden muss. Freunde sind für die Eingewöhnung in der neuen Umgebung sehr wichtig. Das spürt Lukas instinktiv. Langeweile, Trauer aber auch der Mut in so einer Situation nicht aufzugeben, sondern aktiv etwas daran zu ändern, vermittelt Lukas. Er packt seine Schaufel und seinen Eimer und macht sich auf den Weg. Dass dabei aber auch die Unsicherheit eine große Rolle spielt, ist an seinen Selbstzweifeln deutlich erkennbar: „Was ist, wenn mich die Kinder nicht mögen?!“ Doch auch hierfür gibt es eine Lösung: der Wunschkäfer. Lukas hat etwas gefunden, womit er mit den anderen Kindern ins Gespräch kommen kann. Nichts aufdringliches, nur ein kleiner, zarter Käfer, der aber allen zusammen den Weg in eine große Phantasiewelt öffnet.

Mit Hilfe des Wunschkäfers kehrt Lukas’ Mut wieder zurück. Die anfängliche Mauer zwischen ihm und den anderen Kindern bricht auf, sodass nun der Wunschkäfer wieder weiterfliegen und Anderen hilfreich sein kann. Vielleicht sogar seiner Mutter.

Klaus Baumgart, der nicht nur Autor sondern auch Illustrator des hinreißenden Bilderbuches ist, zaubert auf bekannte Weise in warmherzigen Farben, sehr ausdrucksvolle Bilder, die den ruhigen Text begleiten. Der kleine glitzernde Käfer ist in den einzelnen Szenen so integriert, dass er als etwas Besonderes wahrgenommen wird. Die Phantasiereise, in der die Kinder u. a. einen ganzen Berg Spaghetti essen oder ganz groß sind, ist zum einen in warmen Farben gehalten, zum anderen werden dreiviertel der Seite mit der erdachten Szene gefüllt, sodass genau diese im Mittelpunkt steht.

Fazit:

Eine warmherzige Geschichte, die Kindern Mut zuspricht, auch in schwierigen und ungewohnten Situationen nicht aufzugeben und neue Freunde zu finden.

Eva Wimmer

 

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