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Buchcover: Regina Bestle-Körfer: Unsere Jahreszeiten

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Unsere Jahreszeiten von Regina Bestle-Körfer

erschienen bei Kerle bei Herder

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

„Unsere Jahreszeiten“ ist ein Sachbuch, das bereits auf den ersten Blick eine Menge davon darstellt, wie sich die Natur im Laufe der Jahreszeiten verwandelt.

Das Jahreszeiten Buch gliedert sich in vier Kapitel, die jeweils eine Jahreszeit darstellen. Jeweils eine Doppelseite erzählt eine Geschichte zu einer Jahreszeit wie z.B. „Frühlingsspaziergang“, „Sommerurlaub am Meer“, „Erntedank“ oder „Winterspaß“.

Zu jeder Geschichte gibt es ein großes Bild, das die Hauptszene darstellt. Inhaltlich beschäftigen sich die Geschichten mit den Entdeckungen, die die Kinder zu der entsprechenden Jahreszeit machen. Die Kinder haben zwar Namen und tauchen auch im Laufe des Buches immer wieder auf, leider werden sie an keiner Stelle des Buches genauer vorgestellt und oft wird auch distanziert von „die Kinder haben / machen etc.“ gesprochen, so dass keinerlei persönliche Bindung oder Identifikationscharakter aufkommen kann. Auch tauchen im Laufe des Buches immer mal wieder neue Personen auf, die aber nicht vorgestellt werden oder in erkennbaren Bezug zu den anderen gesetzt werden.

Die Geschichten als solches bergen in sich aber allerlei interessanter Sachinformationen und sind von der Länge her für Kindergartenkinder gut geeignet. Es gibt viele Informationen über Pflanzen, Tiere und Naturumwandlungen der jeweiligen Saison, die interessant und inhaltlich für Kinder gut nachvollziehbar beschrieben sind. Der Informationsgehalt ist so gestaltet, dass Kinder die neugewonnenen Erkenntnisse ohne großen Aufwand in ihre Welt übertragen und selber die gleichen Entdeckungen machen können.

Die Geschichten spielen an verschiedenen Orten, wie z. B. Garten, Strand, Berge, Feld oder Markt. Auf diese Weise werden den Kindern mehrere Schauplätze der Natur gezeigt, was es ihnen ermöglicht diese differenzierter wahrzunehmen. Alle Inhalte der Geschichten kann man in den Illustrationen wiederfinden. Es gibt eine Reihe von Begrifflichkeiten, doch diese werden visualisiert oder näher erläutert, so dass sie von den Kindern eingeordnet und in Zusammenhang gesetzt werden können.Die einfache Schrift und der recht große Zeilenabstand ermöglicht es auch Leseanfängern, sich eigenständig mit dem Buch zu beschäftigen.

Innerhalb der Geschichten erleben die zwei Hauptpersonen Katrin und Felix aber so viel hintereinander, dass das Buch stilistisch eher wie eine Aneinanderreihung von kurzen Sätzen wirkt, die zwischen Geschichtenstil und Sachinformationen wechseln. Auch die vereinzelt auftretende wörtliche Rede trägt nicht wirklich zur Auflockerung des Buches bei und die Personen wirken weiterhin distanziert, zumal oft sehr unpersönlich in der dritten Person von ihnen geschrieben wird.

Saisonale Feste und Brauchtümer werden immer wieder in Verbindung zu der jeweiligen Jahreszeit gesetzt, so dass sie eine gewisse Orientierung im Wechsel der Jahreszeiten darstellen. Zudem werden Kinder angeregt, die Feste, indem sie sie selbst gestalten, auch aufrecht zu erhalten. Sie sind innerhalb der Geschichten erläutert oder auf kleinen gezeichneten Zetteln notiert. Ebenso wie allerlei Bauernregeln, Fütterungstipps oder Tipps, wie man saisonale Naturmaterialien sinnvoll einsetzen kann, wie z. B. das Laub zum Abdecken der Beete. Diese Vermerke und Tipps sind sehr ansprechend gestaltet und die Kinder werden zur aktiven Auseinandersetzung mit der Natur weiter angeregt.

Die Art der Darstellung lockert das Buch zudem optisch gut auf. Die Darstellungen sind sehr präzise und werden durch kurze Anmerkungen erklärt, so dass genau erkennbar ist, worum es sich handelt. Vom sachlichen Informationsgehalt her bleiben also keine Wünsche und Fragen offen. Die figuralen Zeichnungen wirken allerdings sehr unpersönlich und altmodisch, wodurch das Gesamtbild doch arg abgewertet wird. Die Gesichter blicken ins Leere und die im Text fehlende Identifikation mit den Personen wird durch die sehr unpersönliche Darstellung der Hauptcharaktere noch erhöht.

Ein Kalender oder eine Jahresuhr wäre gut gewesen, um den Kindern den zeitlichen Ablauf eines Jahres noch besser zu verdeutlichen. So lernen sie zwar die Begrifflichkeiten kennen, aber es bleibt für sie schwierig, sie in einen zeitlichen Zusammenhang zu bringen.

Fazit

Ein thematisch spannendes und interessant gestaltetes Buch, das zwar viele sehr gut dargebrachte Sachinformationen liefert, als Geschichtenbuch seine Wirkung aber verfehlt. Der erhoffte Effekt, dass Kinder anhand einer Geschichte Sachinformationen besser behalten können, kommt nicht auf.

Dorothee Langer

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